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Amtsübergabe eingeläutet? Horst Seehofer bei der CSU-Vorstandssitzung am Montag in München.

Ankündigung vor Amtsübergabe

Darum will Seehofer jetzt Söders Arbeit nicht mehr kommentieren

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In wenigen Wochen wird Horst Seehofer das Amt als Ministerpräsident aufgeben. Schon jetzt trifft er erste Vorkehrungen.

München - Eine Übergabe der Verantwortung ist immer eine heikle Angelegenheit, ob nun im Familienbetrieb oder in einer politischen Partei. Vor allem, wenn der „alte“ Chef sich nicht einfach still und leise aufs Altenteil zurückzieht - sondern seinem Nachfolger weiterhin in prominenter Position auf die Finger schauen kann.

Und so birgt auch der lange vereinbarte fliegende Wechsel im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten von Horst Seehofer zu Markus Söder (beide CSU) eindeutig seine Unwägbarkeiten. Das hat schon der vorausgegangene zähe Machtkampf angedeutet. Offenbar will sich Seehofer aber nicht als Spielverderber zeigen. Und deshalb ab sofort staatsmännisch zu den strategischen Entscheidungen seines Nachfolgers schweigen.

Seehofer will ein angenehmer Ministerpräsident a.D. sein - ganz im Sinne seiner eigenen Vorgänger

Er wollte Söders Entscheidungen nicht öffentlich bewerten und kommentieren, verkündete Seehofer am Dienstag etwas überraschend. „Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich zu landespolitischen Vorschlägen von Markus Söder nicht Stellung beziehe“, sagte der 68-Jährige am Dienstag bei der Sitzung der CSU-Landtagsfraktion im Kloster Banz in Bad Staffelstein.

Seehofer fühlt sich nach eigenen Angaben damit als Bestandteil der guten Tradition früherer Amtsinhaber.„Das ist eine Grundentscheidung, die ich auch bei meinen Vorgängern als sehr angenehm empfunden habe“, sagte der Noch-Ministerpräsident. Seehofer wird auch nach seinem Ausscheiden als bayerischer Regierungschef CSU-Parteivorsitzender bleiben.

„Jede Zeit hat ihre Themen, ihre Akzente, jeder Ministerpräsident setzt auch eigene Akzente“, betonte Seehofer weiter. Damit ließ er auch den jüngsten Vorschlag Söders unkommentiert. Der designierte Seehofer-Nachfolger will die Amtszeit von Bayerns Ministerpräsidenten auf zehn Jahre begrenzen, wie er dem Münchner Merkur in einem Interview erklärte.

Die Diskussion sei ihm schleierhaft, sagte Seehofer

Bereits zuvor hatte Seehofer noch einmal klargestellt, er wolle Söder auf jeden Fall bis Ende März das Amt des Ministerpräsidenten übergeben. Nach einer CSU-Vorstandssitzung am Montag war es zwischenzeitlich zu einiger Verwirrung gekommen - es kursierte das Gerücht, Seehofer wolle nun doch angesichts der schwierigen Koalitionsanbahnungen in Berlin erst im April den Staffelstab übergeben.

Er könne sich nicht erklären, wie Mitglieder des CSU-Vorstandes am Vortag seine Ausführungen so „kühn interpretieren“ konnten, dass eine Übergabe wegen der Regierungsbildung im Bund erst im April stattfinden könne. Die Diskussion sei ihm schleierhaft, sagte Seehofer nun in Kloster Banz.

Lesen Sie auch: Amtszeit-Begrenzung - Landtags-Opposition will Söder beim Wort nehmen

fn/dpa

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