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Andre Wächterist bayerischer AfD-Landesvorsitzender.

Interview mit AFD-Landeschef

"Das Vorsitzenden-Modell funktioniert besser"

München - Bayerns AfD-Landeschef Wächter stützt im Interview mit dem Münchner Merkur Parteichef Lucke und weist Kritik am Führungsstil zurück. Einen verstärkten Pegida-Zulauf gebe es nicht.

Über den Führungsstreit in der AfD sprachen wir mit dem bayerischen Landesvorsitzenden und Münchner Stadtrat Andre Wächter.

Zwischen Parteichef Lucke und seinen Co-Vorsitzenden fliegen die Fetzen. Sie unterstützen Luckes Position. Warum?

Es gibt in der Bundesspitze zwei Seiten: Die eine Seite unterstützt die Satzungskommission, die vorgeschlagen hat, dass es im Bund wie in den meisten Landesverbänden nur noch einen Vorsitzenden mit mehreren Stellvertretern geben soll. Der andere Teil in der Spitze präferiert das aktuelle Modell mit drei Sprechern. Der Vergleich der verschiedenen Führungsmodelle – ich bin ja auch alleiniger Vorsitzender in Bayern – hat in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass die Konstellation mit einem Vorsitzenden besser funktioniert.

Der Vorwurf seiner Kritiker lautet, Lucke führe die AfD nicht mit Argumenten, sondern nach Gutsherrenart. Wie beurteilen Sie Luckes Führungsstil?

Diese Vorwürfe kann ich nicht bestätigen. Lucke ist das Gesicht der Partei, er steht im Wind der öffentlichen Debatte. Ich kenne keinen Fall, wo Lucke etwas nach Gutsherrenart durchgesetzt hätte. Wie denn auch? Er braucht bei Abstimmungen im Vorstand ja eine Mehrheit.

Ihm wird etwa vorgehalten, dass er die Einladung zur Konferenz der Kreisvorsitzenden eigenmächtig vorgenommen habe.

Ich weiß, dass er den Vorstand über sein Vorhaben informiert hat. Allerdings ist in der Satzung diese Art von Kreiskonferenz eigentlich nicht vorgesehen. Gleichwohl ist es meiner Ansicht nach das Recht eines Bundessprechers, Kreisvorsitzende zum Gespräch zu laden. Da spricht in meinen Augen nichts dagegen.

Viele Vorstandsmitglieder zeigen offen ihre Sympathie über den Zulauf aus Pegida-Anhängern. Fürchten Sie einen Rechtsruck?

Wir verzeichnen in Bayern ein normales Mitgliederwachstum. Wir stehen kurz vor der 3000-Mitglieder-Marke. Seit dem Auftauchen von Pegida gibt es bei uns keinen verstärkten Zulauf.

Am Montag findet in München die nächste Pegida-Demonstration statt. Werden Sie mitmarschieren?

Ich werde nicht mitmarschieren, wobei man in München sauber trennen muss zwischen der Demo Bagida, von der ich mich distanziere, und der parteipolitisch ungebundenen Demonstration Mügida. Die Forderungen von Pegida, gerade zum Thema Asylpolitik, sind in meinen Augen nachvollziehbar. Das hat zwischenzeitlich wohl sogar die CSU erkannt. Von daher habe ich für diese Demonstration eine gewisse Sympathie.

Interview: Alexander Weber

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