Diversität in Washington

Neuzugang im Biden-Kabinett: Deb Haaland wird erste indigene US-Innenministerin

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    vonAnna-Katharina Ahnefeld
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Deb Haaland wurde als US-Innenministerin unter Präsident Biden bestätigt. Die Besonderheit: Sie ist die erste Indigene in diesem bedeutenden Amt.

Washington, D.C. - Wieder eine Frau, die Geschichte schreibt. Auf Diversität hat US-Präsident Joe Biden in seinem Kabinett von Beginn an gesetzt. Verstärkt Schwarz, queer und weiblich stellt sich sein Team auf. Zumindest deutlich diverser als in früheren US-Regierungen. Mit Deb Haaland als US-Innenministerin wurde am Montag eine indigene Frau im Amt bestätigt. Auch das, ein Novum.

Zuvor war bereits Vize-Präsidentin Kamala Harris, die erste Schwarze Frau einer indischen Mutter im zweithöchsten Amt der USA, eine Vorreiterin. Ihre Chancen, eines Tages als Präsidentin zu kandidieren, stehen gut. Das Amt des Vizes gilt in den Vereinigten Staaten als Sprungbrett ins Oval Office. Joe Biden brachte den normalen Alltag zurück ins Weiße Haus, Kamala Harris Gleichberechtigung und Fortschritt. Und Hoffnung, für die in den USA noch immer von Rassismus betroffene Schwarze Bevölkerung. Mit der Kongress-Abgeordneten Deb Haaland nimmt nun die erste indigene Frau ihren Platz im Machtzentrum Washington ein.

Deb Haaland wird US-Innenministerin: Demokratin kämpft gegen Klimakrise in den USA

„Eine Stimme wie meine war noch nie Kabinettssekretärin oder Leiterin des Innenministeriums“, schrieb Haaland auf Twitter. „Das Aufwachsen im Pueblo-Haushalt meiner Mutter hat mich stark gemacht. Ich werde für uns alle, unseren Planeten und unser gesamtes geschütztes Land kämpfen.“ Haaland ist bekannt für ihr politisches Engagement gegen die Klimakrise, die Öl- und Gasindustrie und Rassismus. Unter den Republikanern brachte ihr das wenig Freunde ein. Das zeichnete sich auch bei der Abstimmung ab. Nur vier republikanische Senatoren stimmten für die 60-Jährige, wie die New York Times berichtete. Mit 51 zu 40 Stimmen wurde sie im Amt bestätigt.

NameDebra Anne „Deb“ Haaland
ParteiDemokratische Partei
Geburtstag2. Dezember 1960, Arizona
BerufUS-Innenministerin, Juristin
Politische KarriereVorsitzende der Demokratischen Partei New Mexico (2015), Abgeordnete im Repräsentantenhaus (2016)

Ihre Position als US-Innenministerin ist historisch betrachtet bemerkenswert. Sie führt künftig eben jenes Ministerium, das in der Geschichte der USA die Vertreibung und Unterdrückung der indigenen Bevölkerung maßgeblich vorantrieb. Die Demokratin gehört in der 35sten Generation dem Pueblo-Stamm Laguna an und kommt aus dem US-Bundesstaat New Mexico, wie sie auf ihrer Webseite angibt. Als Innenministerin wird sie für die Verwaltung des bundeseigenen Land, deren Gewässer und Bodenschätze zuständig sein. Und laut New York Times für die knapp zwei Millionen Native Americans und deren Reservate.(aka)

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Rubriklistenbild: © J. Scott Applewhite

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