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Eine Frau in Afghanistan in einer traditionellen Burka.

Kontroverse Debatte in Deutschland

Käfig aus Stoff oder Glaubensbekenntnis? Acht Fakten zur Burka

Berlin - Ist die Burka ein Zeichen tiefen Glaubens oder ein Symbol der Unterdrückung von Frauen? In Deutschland wird das kontrovers diskutiert. Acht Fakten zur Verschleierung.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) sagt klar "Nein" zu einem Burka-Verbor in Deutschland, trotzdem halten die mehrere seiner Parteikollegen an dem Vorschlag fest. Die SPD und die Opposition kritisieren den harten Kurs. Acht Fakten zur Verschleierung von Frauen.

1. Die vor allem in Afghanistan verbreitete Burka ist ein weites, meist blaues Gewand, das über den Kopf gezogen wird und die Frau bis zu den Zehenspitzen komplett verhüllt. Die Augen sind hinter einem feinmaschigen Gitter versteckt.

2. Als Gesichtsschleier wird derNikab zu einem langen Gewand getragen. Er bedeckt das ganze Gesicht, ist meist schwarz und lässt nur einen kleinen Sehschlitz frei.

3. Ganzkörperschleier, die auch das Gesicht bedecken, sind die strengste Form der Verhüllung des weiblichen Körpers im Islam.

4. Frankreich war das erste europäische Land, das im April 2011 das Tragen von Vollschleiern in der Öffentlichkeit verboten hat. Verboten sind Burka und Nikab seit Juli 2011 auch in Belgien. Die niederländische Regierung strebt ein Verbot an.

5. In einem europaweit maßgeblichen Urteil hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) das Burkaverbot in Frankreich im Juli 2014 gebilligt. Die Richter wiesen die Beschwerde einer französischen Muslimin zurück.

6. Seit Juli 2016 gilt auch ein Verbot im Schweizer Ferienkanton Tessin. Bei einem kantonalen Referendum hatte 2013 eine Mehrheit der Tessiner Bevölkerung für das Verschleierungsverbot gestimmt.

7. Als erstes Bundesland erließ Hessen im Februar 2011 ein Burkaverbot - allerdings nicht in der Öffentlichkeit, sondern nur im öffentlichen Dienst. Vorausgegangen war ein Streit mit einer muslimischen Mitarbeiterin des Frankfurter Bürgeramtes.

8. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages stellte 2012 in einem Gutachten fest: „Ein generelles Verbot der Burka im öffentlichen Raum verstößt gegen das Neutralitätsgebot des Grundgesetzes und lässt sich verfassungsrechtlich nicht rechtfertigen“.

dpa

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