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Ist sie ein Symbol des Hasses oder kultureller Identität? In den USA ist nach dem Massaker von Charleston eine Debatte über die Flagge der Konföderierten. Foto: John Taggart

Debatte über Konföderierten-Flagge nach Charleston-Massaker

Ist sie ein Symbol des Hasses oder kultureller Identität? Der Attentäter von Charleston ist auf Fotos oft mit einer Kriegsflagge der Konföderierten zu sehen. Sie weht auch auf dem Gelände des Kapitols der Stadt. Jetzt fordern viele: Sie muss weg.

Charleston (dpa) - Das Massaker in einer Schwarzen-Kirche in Charleston (US-Staat South Carolina) mit neun Toten hat eine neue Debatte über eine Flagge der Konföderierten aus dem Bürgerkrieg (1861-1865) ausgelöst. Das Banner weht auf dem Gelände des Kapitols der Stadt.

In der Vergangenheit waren immer wieder Forderungen laut geworden, es zu entfernen. Jetzt haben sich die Rufe drastisch verstärkt. Der 21-jährige Dylann Roof, der die Bluttat in dem Gotteshaus zugegeben hat, ist auf mehreren Fotos im Internet mit der Flagge in der Hand zu sehen. Das Auto, in dem er nach der Tat gestellt wurde, hatte ein Konföderierten-Nummernschild.

Kritiker sehen sich in ihrer Auffassung bestärkt, dass die Flagge ein Symbol des Rassismus und Hasses sei. Sie repräsentiere die damalige Bereitschaft von Südstaaten, in den Krieg zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Befürworter - vor allem Weiße im Süden der USA - betrachten das Banner dagegen als ein Symbol kultureller Identität, südlichen Stolzes und eines wichtigen Teils der Geschichte.

Eigentlich war die rote Fahne mit dem blauen Andreaskreuz und den weißen Sternen darauf nicht die Flagge der abtrünnigen Südstaaten, sondern die Flagge eines Teils ihrer Truppen im Feld. Doch sie wurde in den USA wie in Übersee zu einem Symbol der Konföderierten.

In Charleston wurde die Flagge 1962 - inmitten der US-Bürgerrechtsbewegung - zunächst über der Kuppel des Kapitols aufgezogen. Nach einem Massenprotestmarsch wurde sie 2000 an einen Platz nahe eines Konföderierten-Kriegsdenkmals auf dem Kapitolgelände verlegt. Der "Washington Post" zufolge sprachen sich bei einer Umfrage 2014 73 Prozent der Weißen in South Carolina für die Flagge aus, 63 Prozent der Schwarzen dagegen.

Auch in anderen südlichen US-Staaten gab es immer wieder Kontroversen um das Banner, so in Florida, Georgia und Mississippi. In Florida wurde die Fahne während der Gouverneursamtszeit des jetzigen republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Jeb Bush vom Kapitol in Tallahassee entfernt. Mississippi ist der "Washington Post" zufolge der einzige Staat, dessen Staatsbanner noch eine Konföderierten-Kriegsflagge integriert hat.

US-Präsident Barack Obama findet nach Angaben eines Sprechers, dass die umstrittene Fahne in Charleston "in ein Museum gehört". Auch der Präsident der Schwarzenorganisation NAACP, Cornell Brooke, forderte: "Die Fahne muss weg." Der republikanische Ex-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney schloss sich an: "Entfernt sie jetzt, um die Opfer von Charleston zu ehren."

Dagegen meinte Mississippis Ex-Gouverneur Haley Barbour laut Medienberichten, die Fahne habe absolut nichts mit dem Massaker zu tun. "Sie ist Teil der Geschichte, genau wie George Washington, Thomas Jefferson und Andrew Jackson, die alle Sklavenbesitzer waren. Werden wir jetzt den Namen des Washington-Denkmals (in Washington) ändern?"

Bericht der Washington Post

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