Joe Biden spricht im historischen Museum "National Constitution Center".
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Für die Abstimmung im November 2020 setzt die Demokratische Partei auf Joe Biden.

Die Demokraten – US-Partei

Demokratische Partei: Das zeichnet die „blaue“ Partei aus den USA aus

Von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit – die Demokratische Partei im Überblick: Ihre Gründung in den USA, die bisherige Geschichte und wichtige Persönlichkeiten.

  • Die Demokratische Partei gehört neben den Republikanern zu den größten Parteien der USA.
  • Ihre Ursprünge gehen bis ins Jahr 1828 zurück.
  • Wichtigste Persönlichkeiten vor Barack Obama waren John F. Kennedy und Bill Clinton.

Washington, D.C. – Am 20. Januar 2009 trat Barack Obama sein Amt als Präsident der USA an und zog ins Weiße Haus ein. Der Kandidat der Demokratischen Partei schrieb damit in vielerlei Hinsicht Geschichte: Er war der erste Afroamerikaner, der eine Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika für sich gewann. Da die Demokraten bei der Wahl im Jahr 2016 eine Niederlage erlitten, nahm in der Konsequenz der Republikaner Donald Trump seinen Platz im Oval Office ein. Für die Abstimmung im November 2020 setzt die Demokratische Partei auf Joe Biden, der sich unter Obama bereits als Vizepräsident einen Namen machte. Nachdem Bernie Sanders im April 2020 seine Kandidatur zurückzog, war der Weg für Biden und seinen Wahlkampf frei. Ob dieser letztendlich erfolgreich ist, wird sich bei den Wahlen im November zeigen. Unser Artikel zu den Zahlen der Umfragen zeigt Ihnen die aktuellen Tendenzen.

Gründung der Demokratischen Partei in den USA

Die Demokratische Partei entstand in ihrer historischen Form bereits im Jahr 1792: Damals rief Thomas Jefferson gemeinsam mit James Madison und weiteren Anhängern eine neue Koalition ins Leben. Ihr Ziel war es, sich den Föderalisten entgegenzustellen. Nach dem Britisch-Amerikanischen Krieg im Jahr 1812 verschwand die Föderalistische Partei von der politischen Bühne. Die Democratic-Republicans (Demokratisch-Republikanische Partei) – wie die Vereinigung um Jefferson damals hieß – war damit als einzige größere Partei aktiv. Diese Zeit ist als „Era of Good Feelings“ (Ära der guten Gefühle) bekannt.

Die Demokratische Partei: Entstehung

Bis zur eigentlichen Gründung der Partei sollte es dann noch einige Zeit dauern: Erst am 8. Januar 1828 etablierten Unterstützer des späteren Präsidenten Andrew Jackson die Demokratische Partei – die heute die älteste, bestehende Partei weltweit darstellt. Jackson setzte sich für die Belange der einfachen Menschen ein und widersetzte sich der Idee einer Zentralbank. Er war jedoch ein Verfechter der Sklaverei in den USA und befürwortete zudem die Vertreibung der amerikanischen Ureinwohnerstämme (Choctaw, Creek, Chickasaw, Cherokee und Seminolen).

Aus heutiger Sicht stimmt diese Denkweise nur wenig mit der politischen Richtung der Demokratischen Partei überein. Dennoch gilt Jackson als wichtiger Wegbereiter, der unter anderem die „One Man, One Vote“-Lösung voranbrachte. Das Wahlrecht wurde in den frühen Vereinigten Staaten nur einem Teil der Bevölkerung zuteil: Das sollte sich in den 1820er- und 1830er-Jahren ändern. Jetzt durften selbst (weiße) Männer an die Wahlurne treten, die nicht über Großgrundbesitz verfügten.

Demokratische Partei der USA: Ihre anfängliche Geschichte

Nach der Entstehungsphase verlief die weitere Geschichte der Demokratischen Partei keineswegs ohne Tiefschläge. Für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 1860 kam sie nicht zu einer Einigung über den Präsidentschaftskandidaten. Daraufhin kam es zu einer Spaltung innerhalb der Partei und die Nord- und die Südstaaten entschieden unabhängig voneinander über ihre eigenen Präsidentschaftskandidaten. Das Amt besetzte jedoch keiner von ihnen, da stattdessen der Republikaner Abraham Lincoln die Wahl in den USA für sich entschied.

Was das politische Tauziehen ebenfalls auslöste, war der Sezessionskrieg (Amerikanischer Bürgerkrieg) zwischen 1861 und 1865. Erst nach abgeschlossener Wiederherstellung der Union („Reconstruction“) konnten die Demokraten politisch erneut Fuß fassen. Selbst zu dieser Zeit noch glaubten die Anhänger der Demokratischen Partei fest an die Ideologie der Rassenhierarchie. Der demokratische Politiker Benjamin Tillman war bestes Beispiel dafür: Seine rechtsextreme Haltung gab er in Reden öffentlich bekannt.

Die Demokratische Partei der USA modernisiert sich

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich das Bild der Demokratischen Partei. Der Sozialliberalismus setzte sich allmählich gegen alte politische Positionen durch – was unter anderem das Frauenwahlrecht hervorbrachte. Eine weitere bedeutende Reform stellt der „New Deal“ dar, der unter der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt die Wirtschaft und das Leben in den USA veränderte. Roosevelt führte beispielsweise Sozialversicherungen ein und beschloss stärkere Regulierungen des Finanzmarktes. Anlass für die vielen Wirtschafts- und Sozialreformen war die Weltwirtschaftskrise, die mit dem New Yorker Börsencrash im Oktober 1929 ihren Lauf nahm.

Demokratische Partei hebt Rassentrennung in den USA auf

Im Jahr 1948 stellte sich die Demokratische Partei schließlich ihrer Vergangenheit: Der damalige Präsident Harry S. Truman gab die „Executive Order 9981“ heraus und beendete damit die Trennung zwischen weißen und schwarzen Menschen in den US-Streitkräften. Beim Nominierungsparteitag von 1948 stand die Abschaffung der Rassentrennung ebenfalls auf der Agenda. Da die eher konservativ geprägten Südstaaten der USA jedoch weiterhin großen Einfluss ausübten, konnte das Ziel nicht unmittelbar umgesetzt werden.

Erst mit dem „Civil Rights Act“ von 1964 unter Lyndon B. Johnson gelang es den Reformern, sich von altem Gedankengut abzugrenzen und die Rassentrennung in allen Bundesstaaten aufzuheben. Der „Voting Rights Act“ räumte schwarzen Bürgern zusätzlich ein verbessertes Wahlrecht ein. Diese Beschlüsse trugen wohl dazu bei, dass die Demokraten heute noch in der schwarzen Bevölkerung eine große Anhängerschaft haben.

Demokratische Partei – die Demokraten in den USA von heute

Die Demokratische Partei des 21. Jahrhunderts hat sich politisch aktuelleren Themen der USA zugewandt: Dazu gehören die Fragestellungen rund um globale Erwärmung, Terrorismus, Erhalt von Menschenrechten sowie Gesundheitsvorsorge und Arbeitnehmerrechte. Im politischen Feld bewegt sich die Partei eher auf der linken Seite. Ihren Hauptsitz hat sie in Washington, D.C. – dort, wo auch das Weiße Haus steht. Die politische Ausrichtung der Demokraten entspricht dem Amerikanischen Liberalismus bzw. Linksliberalismus. Außerdem nehmen die Ausrichtungen Amerikanischer Progressivismus sowie Sozialdemokratie und Zentrismus einen Einfluss auf ihre Politik.

Demokratische Partei: Ihre Präsidenten

Die Liste der demokratischen Präsidenten der USA ist lang – wenn auch etwas kürzer als die der Opposition. Von den 45 bisher berufenen US-Präsidenten gehören 19 der Demokratischen Partei an. Das prominenteste Beispiel des vergangenen Jahrzehnts ist Barack Obama, der von 2009 bis 2017 für zwei volle Amtsperioden im White House logierte.

Vor ihm waren diese Staatsmänner aus der Demokratischen Partei an der Macht:

  • Thomas Jefferson (1801–1809)
  • James Madison (1809–1817)
  • James Monroe (1817–1825)
  • John Quincy Adams (1825–1829)
  • Andrew Jackson (1829–1837)
  • Martin Van Buren (1837–1841)
  • James K. Polk (1845–1849)
  • Franklin Pierce (1853–1857)
  • James Buchanan (1857–1861)
  • Andrew Johnson (1865–1869)
  • Grover Cleveland (1885–1889, 1893–1897)
  • Woodrow Wilson (1913–1921)
  • Franklin D. Roosevelt (1933–1945)
  • Harry S. Truman (1945–1953)
  • John F. Kennedy (1961–1963)
  • Lyndon B. Johnson (1963–1969)
  • Jimmy Carter (1977–1981)
  • Bill Clinton (1993–2001)

Weitere prominente Persönlichkeiten der Demokratischen Partei der USA

Berühmte politische Persönlichkeiten der heutigen Zeit sind beispielsweise der US-Außenminister John Kerry und Kamala Devi Harris, die sich derzeit als „Running Mate“ von Joe Biden um den Posten als Vizepräsidentin bewirbt.

Frauen sind in der US-amerikanischen Politik bislang nur in der Minderheit vertreten. Hillary Clinton – die Ehefrau von Bill Clinton – stellte eine Ausnahme. Sie versuchte bei der letzten Wahl im Jahr 2016, als erste Präsidentin die Vereinigten Staaten zu lenken. Das Amt musste sie jedoch ihrem Konkurrenten Donald Trump überlassen.

Die Demokratische Partei und die „blauen“ Staaten: Diese Regionen der USA unterstützen die Demokraten

Die Bundesstaaten der USA sind nach politischen Ansichten in „Rot“ und „Blau“ aufgeteilt. Daneben gibt es noch die sogenannten Swing States, bei denen der Ausgang einer Wahl nicht immer eindeutig vorhersehbar ist.

Die Demokratische Partei hat ihre Unterstützer vor allem in diesen Regionen:

  • Colorado
  • Connecticut
  • Delaware
  • Hawaii
  • Illinois
  • Kalifornien
  • Maine
  • Maryland
  • Massachusetts
  • Minnesota
  • Nevada
  • New Hampshire
  • New Jersey
  • New Mexico
  • New York
  • Oregon
  • Rhode Island
  • Vermont
  • Virginia
  • Washington

In diesen Bundesstaaten siegten die Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei über ihre Konkurrenten der Republikaner – und zwar bei vier aufeinanderfolgenden Wahlen in den Jahren 2004, 2008, 2012 und 2016.

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