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Horst Seehofer will Markus Söder nach Berlin schicken.

Seehofer befeuert Spekulationen

CSU-Streit: Deshalb will Söder nicht nach Berlin 

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München - CSU-Chef Horst Seehofer will Markus Söder nach Berlin schicken, doch der weigert sich. Längst ist bei den Christ-Demokraten ein parteiinterner Machtkampf ausgebrochen.

Es ist ein parteiinterner Kampf, der nun schon seit Tagen tobt und sich immer wieder um die brisante Frage dreht: Wer soll die CSU künftig in Berlin vertreten?
Für Parteichef Horst Seehofer ist die Sache offenbar schon lange klar - für ihn ist Markus Söder der Top-Anwärter auf den Posten. Denn mit dessen Berufung nach Berlin würden sich zahlreiche Probleme des bayerischen Landesoberhaupts auf einen Schlag in Luft auflösen.

Zum einen hätte er seinen größten Kontrahenten - der bekanntermaßen schon seit Jahren auf seinen geliebten Posten als Ministerpräsident lauert – ohne größere Komplikationen nach Berlin und damit außer Sichtweite bugsiert. Zum anderen wäre der konservative und lautstarke Söder der richtige Mann, um es mit Merkels CDU und einer AfD aufzunehmen, die in jüngster Vergangenheit mehr und mehr an Oberwasser gewinnt.

Söder: Der, dessen Name nicht genannt werden darf

Auch wenn Seehofer zuletzt sehr darauf bedacht war, Söders Name hinsichtlich eines Berlin-Umzugs nicht öffentlich zu nennen - sein Wunsch, den bayerischen Finanzminister nach Berlin zu "befördern", ist unüberhörbar. So sprach der Parteichef auf der CSU-Vorstandsklausur vergangenes Wochenende davon, dass die CSU in der Bundespolitik "mit der bestmöglichen Formation antreten" müsse. Zudem brauche man einen Spitzenkandidaten, der auch in Talkshows seinen Mann steht. Spätestens nach dieser Aussage ist auch den CSU-Anhängern in der letzten Reihe klar, wer gemeint ist. Mahnend stellt Seehofer klar, man habe sich der Partie unterzuordnen und schickt noch eine Warnung hinterher: "Wer jetzt keine Verantwortung übernimmt, bekommt sie auch später nicht!"

Seehofer darf den parteiinneren Machtkampf nicht überspannen

Dabei spielt Seehofer seine Karten geschickt aus. Zum einen heizt er die Spekulationen um Söders Person weiter an, zum anderen ist er klug genug, den bereits ausgebrochenen internen Machtkampf nicht zu überspannen. Der CSU-Chef will die parteiinneren Diskussionen vorantreiben, ein Zerwürfnis mit anschließendem Chaos jedoch verhindern.

Söder selbst sieht seine Zukunft bekanntlich in Bayern und nicht in Berlin. Erst vergangene Woche schob er im Münchner Presseklub einem Umzug nach Berlin kategorisch den Riegel vor. "Ich glaube, die Berliner sind ganz froh, wenn ich in Bayern bleibe", untermauerte er sein Vorhaben. Söder will lieber mit der Familie in Bayern bleiben, anstatt als Finanzminister oder Innenminister zusammen mit Kanzlerin Merkel an einem Tisch zu sitzen.
Sein Ziel ist die Nachfolge von Seehofer als bayerischer Ministerpräsident und die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht. Doch der machte zuletzt unmissverständlich klar, dass eine Weigerung Söders einem Ausscheiden aus dem Nachfolge-Rennen gleichkomme.

Noch kann Söder der Diskussion um einen Berlin-Umzug geschickt aus dem Weg gehen, doch sollte die CSU dem Wunsch ihres Partei-Oberhauptes zustimmen, so könnten die Tage von Markus Söder in Bayern gezählt sein. 

sl/kus

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