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Generalsekretärs-Gen: Michael Groschek (SPD). 

Designierter neuer Landes-SPD-Chef

NRW: Kraft-Nachfolger Groschek setzt auf Attacke

Der Nachfolger für Hannelore Kraft in NRW ist gefunden: Es wird wohl Michael Groschek, noch Verkehrsminister. Für Attacken ist der designierte SPD-Landeschef bekannt. Ein Kurzporträt.

Düsseldorf – Für Angriff ist er bekannt, und jetzt hat er sich gleich die eigene Partei vorgenommen. Ausgerechnet jetzt, da er ihr Chef in Nordrhein-Westfalen werden soll. Michael Groschek, noch NRW-Verkehrsminister, soll der neue Landesvorsitzende der dortigen SPD werden.

Einstimmig sprach sich der Landesvorstand für den 60-Jährigen aus, nun muss ein Landesparteitag ihn am 10. Juni noch wählen. Vorher hatte er der SPD in seiner Heimat aber etwas zu sagen: Mangelnden Anstand warf er ihr vor. Bei der Nachfolge-Suche für Kraft habe man erleben müssen, dass Sozialdemokraten viel über Respekt und Anstand in der Gesellschaft redeten. Beim Umgang miteinander intern verlören die Genossen oft beides.

Elf Jahre lang, bis 2012, war Groschek in der Landes-SPD Generalsekretär, und Attacke-Freudigkeit gehört ja so gut wie zur Jobbeschreibung von Generalsekretären. Als Chef kommt er jetzt dran, weil die vorige Chefin, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, nach der Wahlniederlage ihre Ämter niederlegte.

„Angriffslust ist Bestandteil meiner DNA“, sagt Groschek unserer Zeitung. Jetzt, da er bald kein braver Minister mehr ist, wird er noch zugespitzter reden. Dabei brach er schon im Kabinett manchmal die rot-grüne Einigkeit. Etwa als er von einer „durchgrünten“ Gesellschaft sprach. Kraft hatte eine andere Rolle: die beliebte Landesmutter.

Aber vielleicht erweist sich Groscheks Stil auch diesmal als die richtige Strategie. 2012 organisierte er als Parteimanager Krafts Wahlsieg, Ende der 1970er war er Zeitsoldat bei der Marine. Auf seine Angriffslust und Schlagfertigkeit setzen die Genossen jetzt. Wenn er die eigene Partei nicht verschont, trauen ihm die Wähler vielleicht die Ehrlichkeit zu, die sie sonst oft vermissen an Politikern.

Seit 1974 ist Groschek SPD-Mitglied. Erst. Am liebsten wäre er mit 15 eingetreten. Jetzt soll er die rund 111 000 NRW-Genossen aus dem Tief nach der Landtagswahl bugsieren und bundestagswahltauglich machen. „Nicht vergnügungssteuerpflichtig“ sei das, sagt er.

In Oberhausen geboren, gibt er mit seinem Akzent und gepflegtem Schnauzer einen perfekten Ruhrpott-Sozi ab. „Mike“ nennen sie ihn in der Partei. An sich selbst hat er den Anspruch, die Probleme der Leute vor Ort zu kennen und sich daran zu messen, ob Gerechtigkeit herrscht – das Schulzsche Schlagwort. Aus dem gleichen Lager seien er und Groschek, sagte Kanzlerkandidat Schulz. Da stimmt auch Groschek voll zu. „Ich bin fest davon überzeugt, dass soziale Gerechtigkeit dann wahrgenommen und honoriert wird, wenn sie am Kontoauszug ablesbar ist.“ Spätestens bei der Kommunalwahl 2020 in NRW zeigt sich, ob den Wählern ihre Auszüge gefallen.

Sophie Rohrmeier

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