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Gut gelaunt: US-Verteidigungsminister James Mattis und Ursula von der Leyen.

Vor dem G20-Gipfel

Deutsch-Amerikanisches Verhältnis: Mut zum Miteinander

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Deutschland und die USA stehen zusammen: Das haben die Verteidigungsminister beider Länder gestern in Garmisch-Partenkirchen deutlich gemacht. Das ist ein starkes Zeichen vor dem G20-Gipfel in Hamburg für Kooperation und gegen Protektionismus.

Garmisch-Partenkirchen– Die Limousinen stehen schon bereit, aber Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihr amerikanischer Kollege James Mattis nehmen sich Zeit füreinander. Es hat gerade aufgehört zu regnen, sie stehen in einem Innenhof zusammen, acht Sicherheitsleute drum herum. Unter Ministern darf man das wohl privat nennen. Mattis überreicht eine schwarze Mappe, darin ein Bild. Was auf dem Geschenk abgebildet ist, sieht man nicht, dafür aber von der Leyens Reaktion. Sie strahlt und reibt sich die Hände, dann ruft sie „I love it“, ich liebe es. „I really love it.“

Es sind solche kleinen Szenen abseits des Protokolls, die zeigen, wie gut das persönliche Verhältnis zwischen den Ministern ist. Eine Bindung, die sich beide auch für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit wünschen – entgegen den „America first“-Rufen von US-Präsident Donald Trump. Entgegen der Abschottung.

Von der Leyen und Mattis sind eigentlich für die Feierstunde „70 Jahre Marshall-Plan“ nach Garmisch-Partenkirchen gekommen (siehe Kasten). Ihr Treffen im Marshall-Center, eine Art Demokratieschule, seit 1993 von Amerikanern und Deutschen gemeinsam betrieben, nutzen die beiden aber auch, um beinahe trotzig die Partnerschaft Deutschlands und Europas mit den USA zu betonen.

„Der politische Mut, in das Miteinander zu investieren, zahlt sich tausendfach aus“, sagt von der Leyen beispielsweise. „Wir vertrauen einander, wir kennen einander, wir brauchen einander.“ Man stehe mit den USA zusammen: beim Schutz der Nato-Partner am Balkan und in Polen, beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, beim Militäreinsatz in Afghanistan. Es klingt wie eine Erinnerung an US-Präsident Trump, dessen Namen sie kein einziges Mal erwähnt. Inhaltlich stimmt ihm von der Leyen in einem Punkt aber zu: Zur Zusammenarbeit gehöre eine „faire Lastenverteilung“. Ein Bekenntnis zur Vereinbarung der Nato, die Militärausgaben bis 2024 auf etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Bislang liegt Deutschland bei etwa 1,5 Prozent. Zudem erwähnt die Verteididungsministerin die angestrebte europäische Verteidigungsunion. „Nicht in Konkurrenz zur Nato, sondern als Ergänzung und starker Partner.“

Mattis lobt die deutschen Truppen im Einsatz für ihre „exzellenten Leistungen“. Und er versichert, die Nato sei heute so relevant wie bei ihrer Gründung. Trump hatte das Bündnis dagegen schon mal als „obsolet“ bezeichnet und bei Nato-Treffen rund um den G7-Gipfel im Juni eher für Eklat als für Vertrauen unter den Staatschefs gesorgt. Der Verteidigungsminister, der im Weißen Haus für seinen ruhigen Führungsstil und seine besonnen-liberale Haltung bekannt ist, glättet die Wogen.

Zu so einem Treffen gehören aber natürlich mehr als öffentliche Reden. Sie sprechen auch hinter verschlossenen Türen, eine Dreiviertelstunde lang. Es ging wohl freundschaftlich zu, sonst wird nicht viel bekannt. Von der Leyen bezeichnet den neu etablierten Austausch als „strategischen Dialog“ über tagesaktuelle Fragen hinaus, eine Vorbereitung auf den G20-Gipfel in Hamburg. Ein Termin, an dem es wieder um Zusammenarbeit gehen wird.

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