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Deutsche Abkehr von Trump: Das ist kontraproduktiv

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Ist es sinnvoll, den USA unter Donald Trump den Rücken zu kehren? Unser Autor Friedemann Diederichs sagt: Nein. Ein Kommentar.

Die von deutschen Politikern derzeit befürwortete stärkere Emanzipation der Europäer ist eine Strategie, die angesichts der Unberechenbarkeit des derzeitigen US-Präsidenten Sinn macht. Auf einem ganz anderen Blatt stehen jedoch Forderungen, wie sie beispielsweise jetzt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz – wohl auch im verzweifelten Versuch eines antiamerikanischen Wähler-Weckrufs à la Gerhard Schröder – geäußert hat.

Sich Donald Trump mit allem, was man vertrete, in den Weg zu stellen – eine solche Taktik wäre kontraproduktiv und würde zu Blockaden auf vielen Gebieten führen, die die derzeitigen Spannungen weit in den Schatten stellen könnten. Mit seinem Hinweis auf die „fatale Aufrüstungslogik“ Trumps spielt Schulz wohl auch auf historische US-Initiativen wie die Rüstungsideen von Ronald Reagans an, die in Deutschland zu einer Mobilisierung des linken Lagers führten.

Doch heute geht es den USA vor allem darum, dass die westeuropäischen Partner jene Budget-Verpflichtungen erfüllen, die sie einst selbst formulierten. Und darin liegt der Schlüssel zu einer langfristigen Unabhängigkeit vom großen Bruder Amerika auch im Sicherheitsbereich – wenn das denn tatsächlich gewünscht wird.

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