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Lisa Gerlach ist Pflegemutter drei afghanischer Jungs.

Bei Dunja Hayali

Deutsche erklärt: Darum würde ich freiwillig nach Afghanistan gehen

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Eigentlich ging es bei Dunja Hayali am Mittwoch um Abschiebungen, doch eine Deutsche drehte den Spieß um: Sie würde freiwillig nach Afghanistan auswandern - falls folgender Fall eintritt.

Um Absurditäten in der deutschen Abschiebepraxis ging es am Mittwochabend in der Talkshow von Dunja Hayali: Diskutiert wurde der Aufsehen erregende Fall der 15-jährigen Bivsi, die Hals über Kopf nach Nepal abgeschoben wurde, obwohl sie in Deutschland geboren und bestens integriert ist. Andererseits scheitern die Behören bei Abschiebungen von Asylbewerbern, von denen bekannt ist, dass sie gefährlich sind, wie es bei Anis Amri und dem Messer-Attentäter von Hamburg der Fall war. 

Mit dem 18. Geburtstag kam der Abschiebebescheid

Eingeladen war auch Lisa Gerlach, eine Frau, für die es unerträglich ist, dass Menschen nach Afghanistan abgeschoben werden. Die Kölnerin hat gemeinsam mit ihrem Partner drei Pflegesöhne bei sich aufgenommen, die alle drei aus Afghanistan stammen. Die drei Jungs lernten in kürzester Zeit passables Deutsch, haben gute Noten in der Schule und fühlen sich bei ihrer Pflegemutter in Deutschland wohl. Doch Navid, der älteste, ist im April 18 geworden. Und das heißt: Die Abschiebung droht. Vor einigen Wochen erhielt er seinen Abschiebebescheid, denn Teile Afghanistans gelten als sicher. 

Für Lisa Gerlach ist das ein großer Schock: „Zu dem Zeitpunkt, als das Jugendamt mir diese drei Kinder anvertraut hat, haben sie natürlich eine ganz konkrete Bleibeperspektive gehabt“, klagte sie. „Ich sah die Möglichkeit und sehe sie immer noch, gemeinsam mit diesen Jugendlichen ein Leben aufzubauen, sie als Mitglieder der Gesellschaft zu sehen, die mehr in das System zurückgeben, als sie je herausgenommen haben. Und diese Chance soll mir jetzt genommen werden?“

Notfalls macht sie einen radikalen Schritt

Die drei afghanischen Jungs sind für Lisa Gerlach wie ihre eigenen Kinder - und deswegen ist sie notfalls zu einem radikalen Schritt bereit: Sollte sie die Abschiebung ihres Pflegesohns nicht verhindern können, sei sie „in allerletzter Konsequenz an der Seite meiner Kinder, das ist klar“, erklärte sie in der Sendung kämpferisch: „Wenn Afghanistan sicher ist, will ich das erleben, dann fahre ich mit. Dann will ich sehen, wie das Leben dann für mich ist, wenn ich mein Leben in Afghanistan führe, wie ich es in Deutschland führe - ohne gepanzerte Limousinen, ohne Bodyguards.“

Noch hat Navid eine Chance, in Deutschland zu bleiben. Denn nach dem Anschlag auf die deutsche Botschaft wurden Abschiebungen nach Afghanistan weitestgehend ausgesetzt. Und er hat eine Pflegemutter, die mit allen Mitteln für ihn kämpft, und die sagt: „Wenn das Jugendamt uns Kinder aus Afghanistan gibt, dann trägt es diesen Krieg in die Familien.“ 

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