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599 Flüchtlinge wurden am Freitag von deutschen Marineschiffen aus dem Mittelmeer gerettet.

Deutsche Marine

599 Flüchtlinge vor Libyen aus dem Meer gerettet

Tripolis - Aus dem Mittelmeer gerettet: Die deutsche Marine hat sich an der Rettung von 599 Flüchtlingen vor der libyschen Küste beteiligt. Auch in Griechenland ist die Flüchtlingslage dramatisch.

Im Rahmen der EU-Mission "Sophia" vor Libyen wurde die Fregatte "Karlsruhe" am Donnerstag zu einem möglichen Seenotfall 85 Kilometer nordwestlich der libyschen Hauptstadt Tripolis beordert, wie die Bundeswehr am Freitag mitteilte.

Mit Unterstützung der italienischen Marine nahm die deutsche Fregatte dort aus zwei "seeuntauglichen Schlauchbooten" 245 Flüchtlinge auf. Unter den Geretteten waren auch 34 Frauen und ein Kind.

Ebenfalls am Donnerstag wurde der Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main" zusammen mit einer spanischen Fregatte beauftragt, in Seenot geratene Flüchtlinge 68 Kilometer nordwestlich von Tripolis aufzunehmen. Der Einsatzgruppenversorger nahm zunächst 117 Menschen aus einem Schlauchboot an Bord.

Später übernahm die Frankfurt am Main auch die von der spanischen und italienischen Marine Geretteten. Insgesamt wurden bei den beiden Einsätzen 599 Menschen gerettet, darunter 96 Frauen und sieben Kinder.

In Libyen warten tausende Flüchtlinge auf eine Gelegenheit, nach Europa überzusetzen. Die Fahrt über das Mittelmeer in oft überfüllten Schlauchbooten ist gefährlich und hat schon unzähligen Menschen das Leben gekostet.

Lage in Abschiebelagern der griechischen Inseln bleibt angespannt

Obwohl weniger Flüchtlinge in Griechenland ankommen, ist die Stimmung in den Flüchtlingslagern der Inseln explosiv: Allein auf Samos, Chios und Lesbos leben in den Registrierzentren mittlerweile mehr als 7000 Menschen; Diebstähle und Auseinandersetzungen in den Lagern nehmen zu. Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber forderte die europäischen Regierungschefs auf, endlich die versprochenen Asylfachleute nach Griechenland zu schicken.

„Wir in Brüssel haben unsere Aufgaben erledigt, aber leider Gottes die Staats- und Regierungschefs nicht“, sagte der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament am Freitag im „ZDF“-Morgenmagazin. Das betreffe nicht nur die versprochenen Asylfachleute und Übersetzer für Griechenland. Auch das zugesagte Geld für die Türkei zur Versorgung der Flüchtlinge sei von vielen Ländern noch nicht überwiesen worden. Europas Glaubwürdigkeit stehe zur Debatte, sagte Weber.

Seit dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Pakts am 20. März können im Prinzip alle illegal nach Griechenland einreisenden Migranten zurück in die Türkei geschickt werden. Zuvor können sie aber einen Asylantrag stellen, der im Schnellverfahren geprüft werden soll.

Fachpersonal fehlt

Mangels Fachpersonals ziehen sich diese Verfahren in die Länge und die Zahl der Flüchtlinge und Migranten in den „Hotspots“ auf den griechischen Inseln, wo die Neuankömmlinge festgehalten werden, nimmt langsam, aber stetig zu. Bisher konnten von Griechenland nur wenige Hundert Migranten zurück in die Türkei geschickt werden - hauptsächlich Menschen, die erst gar keinen Asyl-Antrag gestellt hatten.

Von Donnerstag auf Freitag kamen in Griechenland insgesamt 38 neue Flüchtlinge an. Sieben von ihnen, eine syrische Familie, wurden von Bundespolizisten auf der Insel Samos durch eine waghalsige Kletteraktion gerettet. Die Flüchtlinge waren an einer Steilküste an Land gegangen und den Berg hochgeklettert, bis sie weder weiter, noch zurück konnten.

Die Bundespolizisten, die mit zwei Booten für die europäische Grenzschutzagentur Frontex auf Samos stationiert sind, gelangten mit einem Schlauchboot zur Unglücksstelle und erkletterten die Wand. Sie konnten die übermüdeten, durstigen Menschen, darunter drei Kinder, über eine neue Abstiegsroute sicher an Bord des Streifenboots „Börde“ und dann wohlbehalten in den Hafen von Samos bringen.

AFP/dpa

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