Nach Protesten

Deutscher Botschafter in Ägypten einbestellt

Die ägyptische Regierung hat die Botschafter Deutschlands und zahlreicher weiterer Staaten einbestellt, nachdem diese die Festnahme eines prominenten Menschenrechtsanwalts kritisiert hatten.

Kairo - Ziel der Einbestellung sei es, den Diplomaten "Ägyptens starke Unzufriedenheit" angesichts eines von den fünf Botschaftern veröffentlichten gemeinsamen Protestschreibens zu übermitteln, erklärte das Außenministerium in Kairo am Sonntag. Es handele sich dabei um eine "inakzeptable Einmischung" in innere Angelegenheiten Ägyptens. 

Die Botschaften Deutschlands, der Niederlande, Italiens, Großbritanniens und Kanadas hatten am Freitag in einem gemeinsamen Schreiben gegen die Festnahme des Menschenrechtlers Ibrahim Metwalli protestiert und Sorge angesichts dessen Haftbedingungen geäußert. Metwalli ist der Gründer einer Vereinigung der Familien von Verschwundenen in Ägypten. Er war am 10. September am Kairoer Flughafen festgenommen worden, als er zum Treffen einer Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen in Genf fliegen wollte. 

Die Regierung weist jegliche Vorwürfe zurück

Die Botschafter hatten die ägyptische Regierung in ihrem Schreiben aufgefordert, für Transparenz über die Haftbedingungen in den Gefängnissen des Landes zu sorgen sowie "die Freiheit der Zivilgesellschaft und den Schutz vor Folter zu gewährleisten, die in der ägyptischen Verfassung verankert sind". 

Die ägyptischen Behörden hatten Metwallis Festnahme damit begründet, dieser stehe unter dem Verdacht, Falschnachrichten verbreitet und eine illegale Gruppe gebildet zu haben. Metwalli hatte unter anderem Kontakt zur Familie des italienischen Studenten Giulio Regeni, der im Januar 2015 in Kairo verschwand. Seine mit Folterspuren bedeckte Leiche wurde Tage später gefunden. Menschenrechtsgruppen werfen der ägyptischen Regierung willkürliche Festnahmen von Kritikern vor. 

Die Regierung weist dies zurück. Auch am Sonntag betonte das Außenministerium in Kairo erneut, in ägyptischen Gefängnissen werde nicht gefoltert.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa picture alliance / Carsten Rehde

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