Entführungsversuch

Deutscher Diplomat im Jemen verletzt

Sanaa  - Ein deutscher Diplomat im Jemen wird bei einem Entführungsversuch im Jemen verletzt. Allerdings können der Mann und ein weiterer deutscher Diplomat den Kidnappern entkommen.

Ein deutscher Diplomat ist am Montag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa nach örtlichen Presseberichten bei einem missglückten Entführungsversuch verletzt worden. Mehrere Bewaffnete versuchten einem Fernsehbericht zufolge, im südlichen Stadtteil Hadda einen Wagen zu stoppen, in dem zwei deutsche Diplomaten saßen. Sie konnten in ihrem Fahrzeug entkommen, jedoch wurde einer von ihnen dabei leicht verletzt.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Abend, dass Schüsse auf ein Fahrzeug der deutschen Botschaft abgegeben worden seien. Es äußerte sich aber nicht zu der berichteten Verletzung des einen Diplomaten. „Die Insassen des Fahrzeugs befinden sich in Sicherheit“, sagte ein Sprecher. Das Ministerium und die deutsche Botschaft in Sanaa stünden in engem Kontakt mit den jemenitischen Behörden und bemühten sich mit Hochdruck um Aufklärung.

Im Jemen kommt es immer wieder zu Entführungen. Die Geiselnehmer wollen damit meist entweder die Regierung erpressen oder hoffen auf hohe Lösegeldsummen. Ein Deutscher aus Sachsen-Anhalt, der im Februar in Sanaa verschleppt und in die Provinz Marib gebracht worden war, befindet sich immer noch in der Gewalt seiner Entführer. Diese hatten vor kurzem gedroht, den schwer erkrankten Mann an das Terrornetzwerk Al-Kaida zu verkaufen.

Al-Kaida-Chef Eiman al-Sawahiri hat erst vor kurzem Muslime und selbst ernannte Gotteskrieger aufgerufen, gezielt westliche Ausländer zu entführen. Er rate, „so viele westliche Geiseln wie möglich zu nehmen - insbesondere Amerikaner“, um sie gegen die Gefangenen aus den eigenen Reihen auszutauschen, sagte Al-Sawahiri in einem Video, über das der US-Nachrichtensender CNN am Samstag berichtete.

Mitglieder und Sympathisanten von Al-Kaida sind derzeit vor allem in den arabischen Ländern Jemen, Irak, Syrien und Libyen aktiv.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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