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Joachim Gauck bittet in einem Brief an den indischen Premierminister um Gnade für einen zum Tode verurteilten Attentäter.

Brief an Premierminister

Gauck bittet um Gnade für abgeschobenen Inder

Neu Delhi - Deutschland bittet um Gnade für einen abgeschobenen Inder, der in seiner Heimat als Attentäter zum Tode verurteilt wurde und kurz vor seiner Hinrichtung steht.

Bundespräsident Joachim Gauck habe den Präsidenten und den Premierminister Indiens in einem Schreiben gebeten, das Todesurteil nicht zu vollstrecken, teilte ein Sprecher des Bundespräsidialamtes am Freitag mit. Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) habe sich wiederholt persönlich dafür eingesetzt, die Strafe in lebenslange Haft umzuwandeln, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

Der Inder Devinder Pal Singh Bhullar war im Dezember 1994 in Deutschland auf der Durchreise festgenommen und abgeschoben worden. Ein indisches Gericht verurteilte ihn für ein Bombenattentat zum Tode, bei dem 1993 in der Hauptstadt Neu Delhi neun Menschen starben. Alle Gnadengesuche Bhullars wurden abgelehnt, die rechtlichen Mittel sind ausgeschöpft.

„Die Bundesregierung hat sich gegenüber der indischen Regierung mehrfach und auf höchster Ebene dafür eingesetzt, dass das Todesurteil gegen Herrn Bhullar nicht vollstreckt wird“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl sieht in der Abschiebung Bhullars einen „fatalen Fehler“. Deswegen hätten sich in den vergangenen Jahren viele deutsche Präsidenten und Minister darum bemüht, eine Hinrichtung abzuwenden.

In Indien sitzen derzeit fast 500 Menschen in Todeszellen. Nachdem jahrelang keine Todesurteile mehr vollstreckt worden waren, wurden in den vergangenen Monaten zwei Verurteilte hingerichtet.

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

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dpa

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