+
m Gedenken an den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl spiel die deutsche Nationalmannschaft heute beim Confed Cup 2017 in Russland mit Trauerflor.

Totenmesse in Speyer?

Deutschland heute mit Trauerflor beim Confed Cup: Gedenken an Helmut Kohl (✝87)

  • schließen
  • Richard Strobl
    Richard Strobl
    schließen

Im Gedenken an Helmut Kohl: Deutschland spielt heute beim Confed Cup mit Trauerflor. Wir berichten im News-Blog.

  • Deutschland spielt heute beim Confed Cup mit Trauerflor. Damit gedenkt der DFB dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl.
  • Helmut Kohl ist im Alter von 87 Jahren gestorben.
  • Den Tod des Altkanzlers hat sein Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner bestätigt. Zuerst hatte Bild.de darüber berichtet.
  • Dem Kohl-Vertrauten und früheren "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann zufolge starb der CDU-Politiker am Freitagmorgen. "Helmut Kohl ist heute Morgen um 9:15 Uhr friedlich in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben", sagte Diekmann der "Bild"-Zeitung nach Rücksprache mit Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter.
  • Zahlreiche Politiker drücken ihre Trauer aus und würdigen Helmut Kohl als großen Politiker.
  • Helmut Kohl ist in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim aufgebahrt.

18.44 Uhr: Ein europäischer Staatsakt für den verstorbenen Altkanzler soll erst Anfang Juli stattfinden - über zwei Wochen nach dessen Tod. Wie Merkur.de berichtet, stellt sich die Frage, ob Helmut Kohl wochenlang im Wohnzimmer aufgebahrt bleibt.

16.42 Uhr: Im Gedenken an den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl spiel die deutsche Nationalmannschaft heute beim Confed Cup 2017 in Russland mit Trauerflor. Kohl war zeitlebens ein großer Fußballfan und besuchte die deutsche Nationalmannschaft auch nach dem WM-Sieg 1990 und nach dem EM-Sieg 1996 in der Kabine. In einer Pressemitteilung zitiert der DFB Präsident Reinhard Grindel.  „Helmut Kohl war immer ein großer Freund des Fußballs, der auch unsere Nationalmannschaft mit viel Herz begleitet hat. Die Wiedervereinigung wird seine überragende historische Leistung bleiben. Wir sind ihm dankbar für die Einheit des Fußballs und werden nie vergessen, dass durch sein Wirken heute Mannschaften aus Erfurt und Münster, aus Leipzig und München ganz selbstverständlich miteinander Fußball spielen können.“ 

Teammanager Oliver Bierhoff, der Deutschland 1996 mit seinem Golden Goal zum Titelgewinn geschossen hatte, betont laut Pressemitteilung: "Helmut Kohl war ein außerordentlicher deutscher und europäischer Staatsmann. Ich verbinde mit ihm nicht nur den EM-Titel 1996, als er anschließend mit uns in der Kabine feierte."

16.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Sonntag im Berliner Kanzleramt in das Kondolenzbuch für den gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl eingetragen. „Mit Helmut Kohl verlieren wir einen großen Deutschen und großen Europäer“, schrieb sie. „Er hat sich um die Wiedererlangung der Einheit unseres Vaterlandes und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht. Wir Deutschen verdanken ihm viel. Ich verneige mich vor seinem Angedenken“, schließt der Text, der mit „Angela Merkel“ unterschrieben ist.

Ein Kondolenzbuch liegt seit Sonntag im Foyer des Bundeskanzleramtes aus. Merkel trug sich in ein gesondertes Buch in der Galerie mit den Bildern aller Altkanzler ein. Vor dem Bild Kohls hielt sie kurz inne, schweigend verließ sie die Galerie.

7.28 Uhr: Für den am Freitag verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl ist laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" eine öffentliche Totenmesse im Dom zu Speyer geplant

Nach einem in Straßburg geplanten europäischen Staatsakt solle Kohls Sarg mit dem Schiff über den Rhein nach Speyer gebracht werden, berichtete das Blatt. 

Nach der Totenmesse werde der engste Familien- und Freundeskreis in der Traukapelle im Adenauerpark Abschied von Kohl nehmen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte sich zuvor für einen europäischen Staatsakt ausgesprochen. 

Vorerst aber soll Kohl in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim aufgebahrt bleiben.

Luftbild vom Dom zu Speyer (Rheinland-Pfalz). Hier soll die öffentliche Totenmesse  für den Altkanzler Helmut Kohl (✝87) stattfinden.



Das geschah am Samstag, den 17. Juni

18.49 Uhr: Jean-Claude Juncker will Helmut Kohl Informationen der Bild-Zeitung zufolge mit einem europäischen Staatsakt ehren. Das Blatt zitierte den EU-Kommissionspräsidenten mit den Worten „Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen. Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde.“Der Staatsakt soll nach Informationen der Zeitung in Straßburg stattfinden. Es wäre das erste Mal, dass ein europäischer Staatsakt ausgerichtet wird.

16.03 Uhr: Politiker von CDU und SPD sprachen sich am Samstag dafür aus, den "Kanzler der Einheit" durch eine Stiftung oder die Benennung von Straßen und Plätzen nach Kohl zu ehren. Der Bund unterhält sechs überparteiliche Politikergedenkstiftungen. Sie erinnern an bedeutende Staatsmänner, darunter die früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt. Die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters kann sich auch vorstellen, dass in Berlin eine Straße oder ein Platz nach dem Ex-Kanzler benannt wird.

Dies stößt auch in der SPD auf Zustimmung. "Mit seinen besonderen Verdiensten um Europa und um die Einheit der Deutschen hat Helmut Kohl es verdient, dass in Berlin und anderen Städten auch Straßen und Plätze nach ihm benannt werden", sagte der frühere SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping der "Welt am Sonntag". Scharping war bei der Bundestagswahl 1994 SPD-Kanzlerkandidat und damit Herausforderer Kohls.

15.44 Uhr: Auf dem Cover der „taz. am Wochenende“ war unter der Zeile „Blühende Landschaften“ üppiger Grabblumenschmuck samt einer Birne über einem Trauerflor zu sehen. In sozialen Netzwerken fanden das viele geschmacklos. Georg Löwisch, der Chefredakteur der Berliner Tageszeitung entschuldigte sich am Samstag: „Wenn ehemals Mächtige sterben, dann setzt häufig eine unkritische Verklärung ein. Der Leitsatz „Von den Toten nichts, wenn nichts Gutes“ führt oft genug auch zum unaufrichtigen Umgang mit dem Wirken eines Politikers. Mit unserer Titelseite zum Tod von Helmut Kohl haben wir versucht, einen Kontrapunkt zu diesem Effekt zu setzen. Das ging daneben.“

14.57 Uhr:

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit

Trauerflor spielen

. Der Weltverband FIFA gestattete am Samstag einen entsprechenden Antrag des Deutschen Fußball-Bundes. 

Die deutsche U21-Nationalmannschaft wird es in ihrem EM-Auftaktspiel gegen Tschechien ebenso handhaben. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag mit. Die U21-Auswahl von Trainer Stefan Kuntz startet am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF) im polnischen Tychy in das Turnier.

14.36 Uhr: In einem Beileidstelegramm an die Bundesregierung hat Papst Franziskus Helmuth Kohl als „großen Staatsmann und überzeugten Europäer“ bezeichnet. Franziskus lobte Kohls „unermüdliches Wirken für die Einheit Deutschlands und die Einigung Europas sowie seinen Einsatz für Frieden und Versöhnung“. Kohl habe „mit Weitblick und Hingabe für das Wohl der Menschen in Deutschland und der europäischen Nachbarn gearbeitet“.

12.23 Uhr: In Gedenken an Helmut Kohl will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Auftaktspiel beim Confed Cup am Montag (17.00 Uhr MESZ/ZDF) in Sotschi gegen Australien Trauerflor tragen. Einen entsprechenden Antrag hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag beim Weltverband FIFA eingereicht. Die Antwort steht aktuell noch aus. „Stets gern gesehener Gast und Freund der Nationalmannschaft - Ruhe in Frieden, Helmut Kohl“, schrieb die Mannschaft am Freitag auf Twitter.

12.08 Uhr: Papst Franziskus hat in seinem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Anteilnahme angesichts des Todes von Helmut Kohl ausgedrückt. Das Katholiken-Oberhaupt habe den früheren Bundeskanzler als „großen Staatsmann“ gewürdigt, sagte die CDU-Politikerin am Samstag nach einer Privataudienz im Vatikan.

10.01 Uhr: Die niederländische Zeitung „de Volkskrant“ schrieb am Samstag über Helmut Kohl: „Wie jeder andere war auch Helmut Kohl überrascht von den schnellen Entwicklungen im November 1989. Aber er reagierte darauf auch blitzschnell. Ungeachtet des Widerstands der britischen Premierministerin Margaret Thatcher (mit ihren berühmt gewordenen Sprüchen: ‚Mir sind zwei Deutschland lieber als eins.‘ und ‚Zweimal haben wir die Deutschen geschlagen. Jetzt sind sie wieder da.‘) und des Zögerns des französischen Präsidenten François Mitterrand (wird Europa nun ein ‚deutsches Europa‘?) ergriff Kohl die Chance.“

9.58 Uhr: Die CDU hat in ihrer Parteizentrale in Berlin ein Kondolenzbuch für den verstorbenen Helmut Kohl ausgelegt. Außer vor Ort im Konrad-Adenauer-Haus können letzte Grüße an den früheren CDU-Vorsitzenden auch auf der Internetseite der Partei hinterlassen werden.

9.24 Uhr: Die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ nannte Helmut Kohl am Samstag den „vielleicht (...) glücklichste(n) Kanzler Deutschlands“, da er „die schmerzhafteste Wunde geschlossen hat, die, die nach dem Krieg Millionen von Familien in zwei geteilt und zerstört hat und halb Berlin in eine Gefangenen-Enklave in Ostdeutschland verwandelt hatte.“ Zudem bezeichnet „La Repubblica“ Helmut Kohl als „politisches Genie“, das in der Lage war „das aus dem traumatischsten Ereignis des Endes des 20. Jahrhunderts - der Mauerfall in Berlin - hervorgegangene Chaos in eine extraordinäre Seite einer neuen Geschichte umzuwandeln, die eines vereinten Deutschlands und eines noch verbundeneren Europas.“

8.54 Uhr: Auch „Neuen Zürcher Zeitung“ ehrt Kohl Vermächtnis und vor allem seine Leistungen um die deutsche Wiedervereinigung: „Die wahre Größe von Staatsmännern zeigt sich, wenn sie im richtigen Augenblick das Richtige tun. Als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel, wusste Kohl intuitiv, was die Stunde geschlagen hatte. Er sah die Chance und ergriff sie. Er, dem immer nachgesagt worden war, Probleme auszusitzen, ging hohe Risiken ein.“

8.51 Uhr: Die belgische Zeitung „De Standaard“ würdigt vor allem Helmut Kohls Engagement hinsichtlich der deutschen Wiedervereinigung, sieht ihn aber auch als großen Europa-Politiker: „Der ehemalige deutsche Kanzler wird vor allem als der Mann in die Geschichte eingehen, der West- und Ostdeutschland auf friedliche Art und Weise vereinigte und somit das schändliche Erbe des Zweiten Weltkriegs auslöschte. (...) Helmut Kohl, der Mann der deutschen Einheit, der Verankerung des vereinten Deutschlands in Europa und des Euro, der die europäische Einheit unumkehrbar machen soll, vermisste bei vielen der heutigen europäischen Spitzenpolitiker europäischen Idealismus“, schreibt „De Standaard“.

8.47 Uhr: Die französische Regionalzeitung „L‘Alsace schrieb am Samstag über Kohl, dass dieser die deutsch-französische Freundschaft weiter vorangetrieben habe: „Das Bild mit dem (damaligen Präsidenten François) Mitterrand und Kohl, Hand in Hand vor dem Beinhaus in Donaumont 1984, ging in die Geschichtsbücher ein.“

8.42 Uhr: Der Londoner „Guardian“ vergleicht Helmut Kohl in seinem Nachruf am Samstag mit Otto von Bismarck: „Oberflächlich betrachtet und abgesehen vom Körperumfang hält Kohl Vergleichen mit Otto von Bismarck stand. (...) Kohl mag sich von Bismarck so sehr unterschieden haben wie Bonn von Berlin. Aber er war ebenso sehr ein Eiserner Kanzler, eisern hinsichtlich seiner Ausdauer, unerschütterlich in seinem Selbstvertrauen“, heißt es dort. 

4.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohls als "Freund und Verbündeten" der USA gewürdigt. Trump reagierte am Samstagabend (Ortszeit) mit einer Erklärung auf Kohls Tod - Stunden später als seine Vorgänger im Amt, George Bush und Bill Clinton, sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs in aller Welt. In der vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung hieß es, Kohl sei nicht nur der "Vater der deutschen Wiedervereinigung" sondern auch ein Anwalt Europas und der transatlantischen Beziehungen gewesen. Die Welt habe von seinen Visionen und Anstrengungen profitiert und sein Vermächtnis werde fortbestehen. Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben.

0.23 Uhr: Mit einem etwas überraschenden Kommentar hat eine der wichtigsten Zeitungen Brasiliens auf den Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl reagiert. Der Kolumnist Josias de Souza der Zeitung „Folha de S. Paulo“ meinte, Kohls Werdegang biete einige „wertvolle Lektionen“ für Brasilien. Dabei ging es nicht um seine Rolle als Kanzler der Einheit, sondern um die CDU-Spendenaffäre.

In einem Moment, wo in Brasilien die Arbeiterpartei (PT), die Sozialdemokraten (PSDB) und die Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) von Präsident Michel Temer in Korruptionsskandalen versinken und kaum Konsequenzen ziehen, lohne es daran zu erinnern, dass Kohl erst schwarze Kassen geleugnet, dann zumindest sein Fehlverhalten aber eingestanden habe. „Er bezahlte mit der politischen Karriere.“

In Brasilien sträubten sich die Politiker dagegen, daher müsse die Justiz die Konsequenzen ziehen. Souza erinnerte an die Rolle der damaligen CDU-Generalsekretärin Angela Merkel, die mit Kohl wegen der Affäre gebrochen habe - und eine saubere Weste habe. Merkel sei seit 2005 immer wiedergewählt worden. „Und sie ist weiter an der Macht.“

Das geschah am Freitag, den 16. Juni

22.17 Uhr: Ex-Finanzminister Theo Waigel (CSU) hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl als prägende Persönlichkeit der Nachkriegszeit bezeichnet. "Er war der größte und erfolgreichste Politiker Deutschlands in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts", sagte Waigel der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagsausgabe). "Er war ein ganz großer Politiker mit einem untrüglichen Gespür für Chancen und Möglichkeiten." Gleichzeitig sei es Kohl gelungen, das Vertrauen anderer Staatsmänner zu gewinnen. So habe er auch die Basis für die Wiedervereinigung schaffen können.

Persönlich verliere er einen "absolut zuverlässigen Freund, auf den ich mich in guten wie in schlechten Zeiten immer verlassen konnte", sagte Waigel.

21.53 Uhr: Die Bild berichtet weiter, dass Angela Merkel telefonisch Kohls Witwe Maike Kohl-Richter kondoliert habe.

21.52 Uhr: Wie die Bild in ihrer Printausgabe berichtet, ging es Kohl schon die vergangenen Tage nicht gut. Seine Kraft habe jedoch gereicht, täglich im Garten zu sitzen. Er wollte nicht mehr in die Klinik. Am Freitagmorgen dann schlief er für immer ein.

21.19 Uhr: Zu seiner pfälzischen Heimat pflegte Helmut Kohl stets ein besonderes Verhältnis. Und so wurde auch der Stadtteil Oggersheim berühmt. Berühmte Staatsgäste kamen in den Bungalow der Kohls in Ludwigshafen - dort, wo der Altkanzler nun auch starb. Seine Maike war bis zum Schluss bei ihm.

21.14 Uhr:

Nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl haben Fernsehsender ihr Programm geändert. Der deutsch-französische TV-Sender Arte gedachte Kohls in einer Mitteilung: „Arte trauert um den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl, der gemeinsam mit dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand Gründervater unseres Senders ist.“ Der Sender zeigt am Samstag (17.6.) um 21.40 Uhr das 60-minütige Porträt „Helmut Kohl, Kanzler der Einheit“ von Stefan Brauburger.

Bereits am Freitag änderten ARD und ZDF ihr Programm. Das ZDF hob ein „ZDF spezial“ ins Programm, das Erste nahm nach der 20-Uhr-„Tagesschau“ eine Live-Sondersendung aus dem ARD-Hauptstadtstudio ins Programm, ab 21 Uhr zudem die Doku „Helmut Kohl - ein europäischer Patriot“. Nach den „Tagesthemen“ ab 23.45 Uhr war außerdem die Wiederholung eines Kohl-Interviews von Stephan Lamby und Michael Rutz geplant, das erstmals vor zwei Jahren zum 85. Geburtstag des Altkanzlers lief.

Auch der Infokanal Phoenix änderte sein Programm zur Primetime mit der Sendung „ZDF-History: Helmut Kohl - Triumph und Tragödie“.

Das WDR Fernsehen plante ab 23.30 Uhr „Die lange Kohl-Nacht“. In einer Mitteilung dazu hieß es: „Durch die fast sechs Stunden lange Kohl-Nacht führen SWR-Chefredakteur Fritz Frey und WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, die für ihre Moderationen Orte gewählt haben, die eng mit Kohl verknüpft sind.“ Darunter seien Speyer mit Kohls Lieblingsdom, Bonn, die Stadt seiner Kanzlerschaft oder langjährige Urlaubsort am Wolfgangsee in Österreich.

Auch das SWR Fernsehen nahm zahlreiche Sendungen ins Programm, darunter um 23.30 Uhr „Der Kämpfer - Helmut Kohl im Rückblick“, um 00.15 Uhr „Helmut Kohl - ein europäischer Patriot“ und um 1.00 Uhr in der Nacht zum Samstag „Helmut Kohl - ein Kanzler aus Rheinland-Pfalz“.

21.12 Uhr: Walter Kohl hat sich vom Tod seines Vaters tief betroffen gezeigt. Er habe während einer Autofahrt im Radio davon erfahren, sagte der 53-Jährige am Freitag vor dem Haus seines Vaters in Ludwigshafen-Oggersheim. Nach seinen Worten hatte Helmut Kohl den Kontakt zu ihm und dem jüngeren Bruder Peter vor längerer Zeit abgebrochen. Auch zu den Enkelkindern habe es keinen Kontakt mehr gegeben. Er selbst habe das letzte Mal im Sommer 2011 mit seinem Vater telefoniert und habe ihn danach nicht mehr besuchen dürfen.

„Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist“, sagte Walter Kohl vor Journalisten. Er sei zuvor am Totenbett seines Vaters gewesen. Helmut Kohl sei ein Mann gewesen, der sehr viel für den Frieden in Europa getan habe.

Gorbatschow: „Kohl hinterlässt Spuren in der Weltgeschichte“

20.49 Uhr: Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat Ex-Kanzler Helmut Kohl als herrausragenden Politiker gewürdigt, der deutliche Spuren in der Weltgeschichte hinterlässt. „Die Deutschen haben Helmut Kohl den Spitznamen „Kanzler der deutschen Einheit“ gegeben. Das ist richtig und gerecht“, erklärte Gorbatschow am Freitagabend in Moskau.

In Kohls Amtszeit seien bedeutende Ereignisse gefallen wie das Ende des atomaren Wettrüstens, des Kalten Krieges, der Fall der Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung. Diese Ereignisse seien auch riskant gewesen, schrieb der 86-Jährige auf seiner Webseite. „Es war ein großes Glück, dass in dieser schwierigen Zeit an der Spitze der führenden Mächte Staatsmänner waren, die Verantwortungsbewusstsein hatten, die die Interessen ihrer Länder entschlossen vertreten haben, aber die auch in der Lage waren, die Interessen der anderen zu berücksichtigen.“

Gorbatschow gilt selbst als einer der Väter der deutschen Einheit. Er war Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, als die Berliner Mauer fiel. Später war er der erste und letzte Präsident der UdSSR. In Russland wird Gorbatschow auch kritisch gesehen als „Totengräber der Sowjetunion“. In der Frage der Wiedervereinigung sehe er vor allem das deutsche und das russische Volk in den Hauptrollen, schrieb Grobatschow.

Er habe Kohl 2014 in Berlin zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls getroffen. Damals habe der Altkanzler ihm sein Buch geschenkt. Darin habe Kohl den Westen vor einer Vernachlässigung der Interessen Russlands gewarnt. Gorbatschow schrieb, er teile einen der zentralen Gedanken Kohls: „Die Länder des Westens müssen gemeinsam mit Russland und der Ukraine dafür sorgen, dass niemals verloren geht, was wir einst erreicht haben.“ Sein Name werde allen seinen Landsleuten und Europäern im Gedächtnis bleiben.

20.46 Uhr: Die CDU verschiebt angesichts des Todes von Altkanzler Helmut Kohl (CDU) eine geplante Aktion für den Bundestagswahlkampf. Eine für diesen Montag vorgesehene Präsentation von Plakaten mit Gerenalsekretär Peter Tauber in Berlin werde zu einem späteren Termin stattfinden, teilte die CDU-Zentrale am Freitagabend mit.

20.37 Uhr: Die Flagge am Reichstag weht zu Ehren von Helmut Kohl auf Halbmast.

Trump erwähnt Helmut Kohls Tod mit keiner Silbe

20.35 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich während einer Rede in Miami am Freitag nicht zum Tod von Altkanzler Helmut Kohl geäußert. Trump hatte sich zu Beginn seiner knapp halbstündigen Rede zur Kuba-Politik auch zu anderen Aspekten geäußert: Etwa zur Heimkehr des 17 Monate in Nordkorea festgehaltenen Studenten Otto Warmbier und zur Genesung des angeschossenen Kongressabgeordneten Steve Scalise. Kohl erwähnte er jedoch mit keiner Silbe. Zuvor hatten die US-Präsidenten Bill Clinton und George H.W. Bush bereits Kohls politische Leistungen gewürdigt. Es wird erwartet, dass das Weiße Haus am Nachmittag (Ortstzeit) eine Stellungnahme im Namen Trumps abgibt.

20.24 Uhr: Das Verhältnis von Angela Merkel zu Helmut Kohl war nicht einfach. Von seinem Tod erfuhr sie in Rom. Die Kanzlerin würdigte ihren Vorgänger als großen Europäer und Vater der Einheit. Dann wurde es persönlich.

20.15 Uhr:

Kremlchef Wladimir Putin hat Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl als einen „prinzipiellen Verfechter freundschaftlicher Beziehungen“ zwischen Berlin und Moskau gewürdigt. „Ich hatte das Glück, persönlich mit Helmut Kohl sprechen zu können“, schrieb Putin am Freitagabend in einem Beileidstelegramm an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel. „Ich habe seine Weisheit bewundert und seine Fähigkeit, fundierte, zukunftsweisende Entscheidungen auch in schwierigsten Situationen zu treffen.“

Mit dem Namen dieses herausragenden Menschen seien die wichtigsten Ereignisse der modernen deutschen Geschichte verbunden, teilte der Kreml in Moskau mit. Kohl habe eine Schlüsselrolle bei der Beendigung des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung gespielt.

20.11 Uhr: Hier finden Sie Angela Merkels Rede im Wortlaut.

20.04 Uhr: Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern würdigte Helmut Kohl als Architekten der Wiedervereinigung. „Helmut Kohl hat im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben“, so Kern in einer Mitteilung, die er per Facebook verbreitete. „Europa trägt seine Handschrift. Er war Architekt der Wiedervereinigung Deutschlands und er war zentraler Mitgestalter der Europäischen Union, wie wir sie heute kennen.“

Auch Präsident Alexander Van der Bellen würdigte Kohl als großen Europäer. Das habe sich etwa gezeigt, als er mit dem französischen Präsidenten Francois Mitterrand Hand in Hand am Schlachtfeld von Verdun der Kriegstoten gedachte. „Sein staatsmännisches Geschick zeigte Kohl, als er die Chance ergriff und die Wiedervereinigung Deutschlands erreichte“, teilte Van der Bellen mit.

19.54 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl dessen Einsatz für die Aussöhnung und das Zusammenwachsen in Europa gewürdigt. Er hob in einem Kondolenzschreiben an Kohls Witwe auch dessen Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft und Partnerschaft hervor. "Wir trauern um einen großen Staatsmann - sein Werk wird Bestand haben", schrieb Steinmeier weiter. Kohl war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren gestorben.

19.48 Uhr:

Gilgen am Wolfgangsee in Österreich hat die Todesnachricht Betroffenheit ausgelöst. „Dr. Kohl war Ehrenbürger von St. Gilgen und der Region überaus verbunden“, sagte Franz Mayrhofer, der Vorsitzende des Tourismusverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. „Über 30 Jahre hat das Ehepaar Helmut und Hannelore Kohl in St. Gilgen seinen Sommerurlaub verbracht und mit vielen Menschen am Wolfgangsee einen liebevollen Kontakt gepflegt.“

Obwohl Kohl nach dem Tod seiner ersten Frau 2001 nicht mehr nach St. Gilgen kam, sei er ihm, Mayrhofer, weiter freundschaftlich verbunden geblieben. Mayrhofer betreibt im Ort eine Konditorei, die eigens zu Ehren von Helmut Kohl eine „Kanzlertorte“ kreiert hat. Am Ufer des Wolfgangsees gibt es auch einen Helmut-Kohl-Park.

Bundeskanzler Helmut Kohl, seine Gattin Hannelore und die Söhne Walter und Peter laufen im Juni 1981 über eine grüne Wiese am Wolfgangsee. Der Kanzler und seine Familie verbrachten viele Jahre die Sommerferien im österreichischen St. Gilgen am Wolfgangsee.

19.47 Uhr: Auch der Biograf von Helmut Kohl, Hans Peter Schwarz, ist gestorben. Sein Tod wurde heute erst bekannt.

Bill Clinton: Kohl hatte visionäre Führungskraft

19.36 Uhr:

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat zum Tod von Helmut Kohl dessen visionäre Führungskraft gewürdigt. Damit habe Kohl Deutschland und Europa auf das 21. Jahrhundert vorbereitet. „Er war aufgerufen, einige der monumentalsten Fragen seiner Zeit zu beantworten“, heißt es in einem von Clinton verbreiteten Statement. „Indem er sie richtig beantwortete, machte er die Wiedervereinigung eines starken, prosperierenden Deutschlands möglich und die Schaffung der Europäischen Union.“

Clinton, der von 1993 bis 2001 US-Präsident war, erinnerte sich an einen Berlin-Besuch nach der Wiedervereinigung: „Ich werde nie vergessen, wie ich mit ihm 1994 durch das Brandenburger Tor gegangen bin, zu einer Großkundgebung auf der Ostseite, als ich echte Hoffnung in den Augen Zehntausender junger Menschen gesehen habe“, heißt es in der Erklärung Clintons. „Ich wusste in diesem Moment, dass Helmut Kohl der Mann war, der ihnen dabei helfen konnte, ihre Träume zu verwirklichen.“ Und er fügte hinzu: „Die Geschichte zeigt auch weiterhin, dass er geliefert hat.“

Gemeinsam mit seiner Frau Hillary kondolierte Clinton der Familie Kohls, darunter seiner Ehefrau Maike und den Söhnen Walter und Peter, sowie dem deutschen Volk.

19.30 Uhr:

 Der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat die Verdienste Helmut Kohls gewürdigt, zugleich aber an den heftigen Meinungsstreit mit dem am Freitag gestorbenen Altkanzler erinnert. „Er hat wie wenige polarisiert“, schrieb Beck in einem Nachruf, der am Freitagabend vom SPD-Landesverband in Mainz verbreitet wurde.

Ein geeintes Deutschland und Europa sei sichtbarer Beleg für das erfolgreiche Wirken des Kanzlers Kohl, schrieb Beck. „Da war aber auch der politische Kämpfer in die eigene Partei hinein und der erbitterte Gegner der „Sozen“, wie er zu sagen pflegte.“ So habe Kohl Rudolf Scharping und ihm nie verziehen, dass die SPD die Regierung in der Staatskanzlei in Mainz übernommen habe.

Steinmeier würdigt Kohls "segensreiche Bereitschaft zur Versöhnung mit Frankreich"

19.29 Uhr:

 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Verdienste des mit 87 Jahren gestorbenen Altkanzlers Helmut Kohl für die Wiedervereinigung und den Zusammenhalt Europas gewürdigt. „Es ist ihm gelungen, die deutsche Einheit im friedlichen Einvernehmen und in guter Partnerschaft mit unseren europäischen Nachbarn zu erreichen. Ihm verdanken wir, dass Deutschland als europäische und geeinte Nation bestätigt und damit die „Deutsche Frage“ beantwortet wurde“, schrieb Steinmeier laut Präsidialamt am Freitagabend an die Witwe Maike Kohl-Richter. „Wir trauern um einen großen Staatsmann - sein Werk wird Bestand haben. Wir werden Helmut Kohl niemals vergessen“, beendete Steinmeier sein Kondolenzschreiben.

Der Bundespräsident hob hervor, dass Kohl „die europäische Einigung mit Leidenschaft vorangetrieben“ und bis zuletzt für die europäische Idee geworben habe. „Helmut Kohl pflegte die enge deutsch-französische Freundschaft und Partnerschaft im Bewusstsein um den Großmut und die segensreiche Bereitschaft zur Versöhnung, die Frankreich unserem Land nach Ende des Zweiten Weltkrieges entgegen gebracht hat.“

Steinmeier fügte mit Blick auf die deutsche Einheit hinzu: „Sein politischer Instinkt, seine große Erfahrung und seine herausragende Begabung, Vertrauen bei unseren Nachbarn und Partnern zu gewinnen, haben ihn dazu befähigt, eine einmalige historische Chance zu erkennen und sie mit Entschlossenheit zu ergreifen.“

19.16 Uhr: 

Der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat nach Ansicht der Linken ein "widersprüchliches Erbe" hinterlassen. "Helmut Kohl hat die Bundesrepublik vor dem Jahrtausendwechsel geprägt wie nur wenige andere politische Persönlichkeiten", erklärten die Vorsitzenden von Partei und Fraktion am Freitag. "Er war ein überzeugter Europäer, der zugleich mit der Fehlkonstruktion der Währungsunion eine - von ihm nicht beabsichtigte - Entwicklung einleitete, die Europa heute in seine tiefste Krise bringt."

Kohl habe die deutsche Einheit zu seinem Anliegen gemacht, "wenn auch die wirtschaftlichen Weichenstellungen zu großen sozialen Verwerfungen in Ostdeutschland führten", erklärten Katja Kipping, Bernd Riexinger, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch. "Er hat die soziale Spaltung des Landes nie so groß werden lassen wie seine Nachfolger und es vermieden, die Bundesrepublik in militärische Abenteuer zu stürzen."

Merkel: Kohl war ein „Glücksfall für uns Deutsche“

19.12 Uhr: 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (beide CDU) als "Glücksfall für uns Deutsche" gewürdigt. Die in Ostdeutschland aufgewachsene Kanzlerin hob am Freitag auch ihre ganz persönliche Verbundenheit mit seinem Wirken hervor: "Helmut Kohl hat auch meinen Lebensweg entscheidend verändert", sagte sie am Abend in Rom. Dort wird sie am Samstag von Papst Franziskus im Vatikan empfangen.

Kohl war am Morgen im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben. "Ich denke mit großem Respekt an das Leben und Wirken von Bundeskanzler Helmut Kohl", sagte Merkel weiter. Sie würdigte besonders seine Verdiente als "Kanzler der Einheit" sowie um das Zusammenwachsen Europas.

Wie Kohl nach dem Fall der Mauer zusammen mit Mitstreitern die Gunst der Stunde genutzt habe, "das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens", sagte Merkel weiter. Aber auch die CDU, die er als Modernisierer geprägt habe, habe ihm "so viel zu verdanken", hob die Kanzlerin hervor. "Ich bin ganz persönlich dankbar, dass es ihn gegeben hat."

19.07 Uhr: Als einen Ausnahmepolitiker hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl bezeichnet. „Unser Land trauert um den Kanzler der Wiedervereinigung“, sagte Seehofer laut Staatskanzlei am Freitagabend. Kohl sei einer der ganz großen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewesen, ein international hoch geschätzter Staatsmann und ein überzeugter Europäer.

„Sein Name wird auf alle Zeit verbunden bleiben mit der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes“, sagte Seehofer. Kohl habe immer an die Einheit geglaubt und auf sie hingearbeitet. Im richtigen Augenblick habe er mit Tatkraft, Entschlossenheit, Geschick und Weitblick die historisch einmalige Chance zur Wiedervereinigung ergriffen. „Als langjähriges Mitglied seines Bundeskabinetts macht mich sein Tod auch ganz persönlich sehr betroffen“, sagte Seehofer, der in den neunziger Jahren als Bundesgesundheitsminister am Kabinettstisch Helmut Kohls saß.

19.05 Uhr: Der Staatsakt zu Ehren des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl wird voraussichtlich in seiner Heimat Rheinland-Pfalz stattfinden. Derzeit werde ein Termin mit dem Bundesinnenministerium abgestimmt, teilte die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Als Ort seien Speyer oder sein Geburtsort Ludwigshafen im Gespräch.

18.58 Uhr: In dieser Fotostrecke sehen Sie Bilder aus seinem Leben:

Helmut Kohl: Sein Leben in Bildern

18.52 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat sich „sehr traurig“ über den Tod von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl gezeigt. Kohl sei ein „persönlicher Freund“ von Guterres gewesen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Freitag vor Journalisten in New York. „Es ist offensichtlich, welche historische Rolle Herr Kohl bei der Wiedervereinigung von Deutschland nur ein Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer gespielt hat und beim historischen Weg, auf den er Deutschland gebracht hat, indem er es so gut durch die Wiedervereinigung geführt hat.“

18.49 Uhr:

Die deutschen Katholiken haben den am Freitag gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl als überzeugten Christen gewürdigt. Mit Kohls Tod gehe eine Ära zu Ende, schrieb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, in einer Kondolenz.

Die Kirche sei dankbar dafür, „dass Helmut Kohl mit visionärer Kraft, mit Mut, Beharrlichkeit und großem Verhandlungsgeschick die Einheit Deutschlands befördert und mit anderen herbeigeführt hat“. Auf der Grundlage der katholischen Soziallehre sei Kohl für eine Soziale Marktwirtschaft eingetreten, die den Menschen in den Vordergrund stellt. „Wo die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft mit Füßen getreten wurden - wo auch immer auf der Welt - da setzte er sich für die Beachtung dieser Werte ein“, betonte der Kardinal.

Für die katholischen Laien erklärte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, der christliche Glaube sei für Kohl Fundament und Orientierung gewesen. Kohl sei ein gläubiger Katholik und ein großer Staatsmann gewesen, der unschätzbar viel für das Gemeinwesen getan habe.

18.48 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gibt um 19.30 Uhr ein Statement im Schloss Bellevue.

18.47 Uhr: Vom rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten zum "Kanzler der Einheit" - der an diesem Freitag verstorbene Altkanzler Helmut Kohl konnte auf eine bewegte Karriere in einer bewegten Zeit zurückblicken: seine Stationen.

18.43 Uhr: Dem Kohl-Vertrauten und früheren "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann zufolge starb der CDU-Politiker am Freitagmorgen. "Helmut Kohl ist heute Morgen um 9:15 Uhr friedlich in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben", sagte Diekmann der "Bild"-Zeitung nach Rücksprache mit Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter.

Macron würdigt Kohl als großen Europäer

18.41 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Helmut Kohl als „sehr großen Europäer“ gewürdigt. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Macron am Freitag: „Meister des vereinigten Deutschlands und der deutsch-französischen Freundschaft: Mit Helmut Kohl verlieren wir einen sehr großen Europäer.“ Macrons Tweet ist mit einem Foto illustriert, das Kohl mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand Hand in Hand zeigt. Macron (39) ist proeuropäisch eingestellt und tritt für die Partnerschaft mit Deutschland ein.

18.40 Uhr: Nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl haben die großen Fernsehsender ihr Programm am Freitagabend geändert. Das ZDF kündigte ein „ZDF spezial“ nach der 19.00-Uhr-„heute“-Sendung an: „Trauer um Helmut Kohl“. Das Erste nahm nach der 20-Uhr-„Tagesschau“ eine Live-Sondersendung aus dem ARD-Hauptstadtstudio ins Programm: „Zum Tod von Helmut Kohl“. Ab 21 Uhr sollte zudem die Doku „Helmut Kohl - ein europäischer Patriot“ laufen. Nach den „Tagesthemen“ ab 23.45 Uhr war außerdem die Wiederholung eines Kohl-Interviews von Stephan Lamby und Michael Rutz geplant, das erstmals vor zwei Jahren zum 85. Geburtstag des Altkanzlers lief.

Auch der ARD/ZDF-Infokanal Phoenix änderte sein Programm zur Primetime, ab 20.15 Uhr sollte die Sendung „ZDF-History: Helmut Kohl - Triumph und Tragödie“ laufen. Bei den anderen Sendern plante beispielsweise das WDR Fernsehen ab 23.30 Uhr eine sogenannte lange Helmut-Kohl-Nacht.

18.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich heute gegen 19.00 Uhr in Rom in der Residenz der deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl zum Tod von Helmut Kohl äußern.

18.35 Uhr: Bundestagspräsident Norbert Lammert hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (beide CDU) als "Persönlichkeit von historischer Größe" bezeichnet. Das Parlament trauere um "einen deutschen Patrioten und den Ehrenbürger Europas", schrieb Lammert laut einer Erklärung am Freitag an Kohls Witwe Maike Kohl-Richter. Für Kohl habe immer außer Frage gestanden, "dass die Geschicke der Deutschen immer auch die Europas sind". "Er machte dies zur Richtschnur seines politischen Handelns und setzte für die europäische Einigung unverrückbare Maßstäbe", schrieb Lammert.

18.34 Uhr: Der Tod von Helmut Kohl sorgt auch am Tegernsee für Betroffenheit, wo der CDU-Politiker immer wieder längere Aufenthalte zugebracht hat. Das berichtet Merkur.de.

18.33 Uhr: Eine Auswahl von Zitaten zu Helmut Kohls Tod finden Sie hier.

Merkel-Sprecher würdigt Kohl als großen Deutschen und großen Europäer

18.28 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl gewürdigt. "In tiefer Trauer um einen großen Deutschen und einen großen Europäer", schrieb Merkels Sprecher Steffen Seibert am Freitag im Internetdienst Twitter. 

18.25 Uhr:

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat dem gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl für dessen Beziehung zur jüdischen Gemeinschaft gedankt. „Mein besonderer Dank gilt seinem unermüdlichen Engagement für Versöhnung und das gute, vertrauensvolle und freundschaftliche Miteinander von nichtjüdischen und jüdischen Menschen in Deutschland“, sagte sie am Freitag laut Mitteilung. Von herausragender Bedeutung sei der humanitäre Pakt zwischen Kohl und dem damaligen Präsidenten des Zentralrats, Heinz Galinski, über die Aufnahme jüdischer Emigranten aus der einstigen Sowjetunion gewesen. Dort hatte Ende der 1980er Jahre eine erneute Welle des Antisemitismus eingesetzt.

Knobloch sagte: „Zwei Entwicklungen bleiben für immer mit seiner langen Amtszeit und seinem Namen verbunden: Die Deutsche Einheit und die Voraussetzung dafür, die Vertiefung der europäischen Einigung.“ Beides wäre aus ihrer Sicht ohne Kohls Fähigkeit, ein gutes persönliches Vertrauensverhältnis zu Menschen wie dem damaligen sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow herzustellen, nicht realisierbar gewesen.

18.25 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Altkanzler Helmut Kohl als „großen Europäer“ und „großen Staatsmann“ gewürdigt. „Helmut Kohl hat historische Weichen für Deutschland und Europa gestellt und sich Verdienste erworben, die Bestand haben und nicht vergessen werden“, sagte Schulz am Freitag in Berlin. Kohls Vision von einem europäischen Deutschland sei ein Vermächtnis an die deutsche Nation und an ganz Europa. „Helmut Kohl war der Kanzler der Deutschen Einheit“, sagte Schulz weiter. „1989 war es seiner Geistesgegenwart, seinem politischen Mut und seiner Führungsstärke zu verdanken, dass die Wiederherstellung der deutschen Einheit möglich wurde.“

18.23 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den verstorbenen Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl gewürdigt. „Helmut Kohl war die Verkörperung eines vereinten Deutschlands in einem vereinten Europa. Als die Berliner Mauer fiel, zeigte er sich der Situation gewachsen. Ein echter Europäer“, teilte er am Freitag in Brüssel auf Twitter mit.

18.21 Uhr: EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani ehrt das Vermächtnis von Helmut Kohl. „Ein großer Deutscher und großer Europäer ist von uns gegangen. Ich verneige mich vor der Lebensleistung von #HelmutKohl“, erklärte er am Freitag in Brüssel per Twitter.

18.21 Uhr: Helmut Kohl war Bundeskanzler von 1982 bis 1998 und hat zahllose berühmte Zitate geliefert. Der CDU-Chef wollte zunächst eine „geistig-moralische Wende“ in Deutschland einleiten und stellte früh „blühende Landschaften“ im Osten in Aussicht. Eine Auswahl seiner Zitate lesen Sie hier.

18.20 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk trauert um Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. „Ich werde mich stets an Helmut Kohl erinnern. Ein Freund und ein Staatsmann, der geholfen hat, Europa wiederzuvereinen“, teilte er am Freitag in Brüssel auf Twitter mit.

18.19 Uhr: Ein ausführliches Porträt Helmut Kohls und seine wichtigsten Stationen lesen Sie hier.

18.17 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat „tiefe Trauer“ über den Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) geäußert. Der im Alter von 87 Jahren gestorbene Kohl sei „einer der größten Freunde des Staates Israel“ und der Sicherheit des jüdischen Staates „vollkommen verpflichtet“ gewesen, sagte Netanjahu am Freitag nach Angaben seines Büros. „Kohl war der Führungspolitiker, der Deutschland in Entschlossenheit und mit sicherer Hand vereint hat“, sagte Netanjahu. „Seine Sympathie für Israel und den Zionismus ist bei vielen Treffen mit mir deutlich geworden, und in seiner entschlossenen Haltung für Israel, die er immer wieder in Europa und internationalen Foren gezeigt hat.“

Altkanzler Schröder würdigt Kohl als "großen Patrioten und Europäer"

18.15 Uhr: Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seinen verstorbenen Vorgänger Helmut Kohl Gerhard Schröder als "großen Patrioten und Europäer" gewürdigt. "Die Einigung unseres Landes und unseres Kontinents wird auf alle Zeit auch mit seinem Namen verbunden bleiben", sagte Schröder laut einer Mitteilung vom Freitag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Trotz des harten Wahlkampfs im Jahr 1998 und fundamental unterschiedlicher Ansichten in vielen politischen Fragen habe er "für seine historische Leistung größten Respekt".

18.13 Uhr:

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat mit Betroffenheit und Trauer auf den Tod von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl reagiert. „Die Berlinerinnen und Berliner werden nie den Anteil vergessen, den Helmut Kohl an der friedlichen Wiedervereinigung und damit letztlich auch an der Einheit Berlins hatte“, erklärte der SPD-Politiker am Freitag.

„Helmut Kohl hat sich um Deutschland und seine Hauptstadt verdient gemacht“, sagte Müller weiter. „Wir denken an diesem Tag daher auch daran, dass er stets an Berlin als Hauptstadt festgehalten und sich in der Debatte um den Sitz von Parlament und Regierung klar zum Umzug nach Berlin bekannt hat.“

„Helmut war ein Fels“ - Früherer US-Präsident Bush würdigt Kohl

18.12 Uhr:

Der frühere US-Präsident George H. W. Bush hat den gestorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl als „wahren Freund der Freiheit“ gewürdigt. „Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe“, heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro am Freitag verbreitete. Bush war einer der US-Präsidenten, die während Kohls Amtszeit im Weißen Haus waren. Beide Politiker gelten als Väter der Deutschen Einheit.

„Wie viele, die Zeuge wurden der unaussprechlichen Verkommenheit und des Elends dieser Zeit, hasste Helmut (Kohl) den Krieg. Aber er verabscheute noch mehr den Totalitarismus.“ Kohl habe sein Leben der Stärkung von Institutionen der Demokratie gewidmet, in Deutschland und darüber hinaus.

Es sei eine der „großen Freuden meines Lebens“, gemeinsam mit Kohl an der friedvollen Beendigung des Kalten Krieges und an der deutschen Wiedervereinigung innerhalb der Nato gearbeitet zu haben. „Bei all unseren Anstrengungen war Helmut ein Fels - stark und beständig“, heißt es in dem Statement Bushs. „Möge Gott der Allmächtige Helmut Kohl segnen und die Freiheit, die er zu erhalten geholfen hat.“

18.11 Uhr: Der frühere brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hat Altkanzler Helmut Kohl für seine Verdienste um die deutsche Einheit gewürdigt. „Er war einer der Väter der deutschen Einheit“, sagte Stolpe am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Er hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen in Ostdeutschland.“ Stolpe war von 1990 bis 2002 der erste Regierungschef in Brandenburg.

18.09 Uhr: 

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Verdienste von Altkanzler Helmut Kohl bei der deutschen Wiedervereinigung gewürdigt. „Er hat die Chancen der friedlichen Revolution genutzt, um einen friedlichen Prozess der deutschen Einheit zu ermöglichen“, sagte Ramelow am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Ramelow, erster Ministerpräsident der Linken nach der Wiedervereinigung, bezeichnete Kohl als außerordentliche Persönlichkeit, die in der schwierigsten Phase nach dem Zweiten Weltkrieg große Verantwortung übernommen habe. Er habe sich „sehr, sehr verdient gemacht“ um Deutschland.

Angela Merkel ändert nach Tod von Helmut Kohl ihr Programm

18.06 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Nachricht vom Tod ihres Vorgängers Helmut Kohl (CDU) während einer Reise nach Rom erreicht. Die Kanzlerin änderte ihr Besuchsprogramm. Sie wollte sich am Freitagabend (gegen 19.00) Uhr in der Residenz der deutschen Botschafterin öffentlich äußern. Merkel ist für eine Privataudienz bei Papst Franziskus an diesem Samstag nach Rom geflogen.

18.05 Uhr: Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl als „großen Politiker“ gewürdigt. Die rheinland-pfälzische CDU-Landes- und Fraktionschefin schrieb am Freitag auf Twitter: „Wir trauern um den Kanzler der Einheit, Ehrenbürger Europas, unseren ehemaligen Ministerpräsidenten, CDU-Landesvorsitzenden. Ein großer Politiker“.

18.01 Uhr: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat sich „tief getroffen“ über den Tod Helmut Kohls gezeigt. „Er wird uns fehlen, denn er war Europa und mir persönlich ein echter Vertrauter und Verbündeter. Er hat mich persönlich auf allen europäischen Wegen geleitet und begleitet“, teilte Juncker am Freitag in Brüssel mit.

„Helmut Kohl hat das europäische Haus mit Leben erfüllt - nicht nur, weil er Brücken nach Westen wie nach Osten gebaut hat, sondern auch, weil er niemals aufgehört hat, noch bessere Baupläne für die Zukunft Europas zu entwerfen“, so Juncker. „Ohne Helmut Kohl gäbe es den Euro nicht.“

„Die deutsche Einheit, die ihm wie keinem anderen zu verdanken ist, hat er stets als Teil des europäischen Projekts verstanden. Das erklärt auch, warum er, wenn er die Wahl hatte zwischen nationalem Durchmarschieren oder europäischem Gleichklang, stets die europäische Karte gezogen hat. Dabei war er immer ganz besonders aufmerksam für die Befindlichkeiten und Interessen kleinerer Länder“, betonte Juncker, der selbst aus Luxemburg stammt.

Juncker fand auch sehr persönliche Worte zum Tod des früheren Bundeskanzlers. „Helmut Kohl war ein großer Europäer und ein sehr guter Freund. (...) Er war mein Förderer ? ein lieber Mensch, der hineinhören konnte in das Leben anderer, der auch mal ohne parteipolitische Brille in die Welt schaute, der viel Humor hatte.“ Er habe den Menschen die Politik näher gebracht.

„Ich bin stolz, ihn gekannt zu haben. Ich wünsche uns heute den gleichen Mut, Geduld und Entschlossenheit, um so unerschütterlich wie Helmut Kohl die europäischen Herausforderungen anzugehen“, erklärte Juncker. „Meine Gedanken sind bei den Menschen in Deutschland und vor allem bei denen, die ihm nahe standen.“

Özdemir zum Tod von Helmut Kohl: Er war ein „großer Europäer“

17.59 Uhr: Grünen-Chef Cem Özdemir hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) als "großen Europäer" gewürdigt. Özdemir sagte am Freitag auf dem Grünen-Parteitag in Berlin: "Sein Name wird für immer in Verbindung stehen mit einem der großartigsten Nachkriegsprojekte - der deutschen Wiedervereinigung." Bei allem Streit sei Kohl jemand gewesen, "auf den wir uns in der Vergangenheit verlassen konnten". Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen Kohls, fügte Özdemir hinzu.

17.58 Uhr: Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl als großen Staatsmann gewürdigt. „Er war ein großer Staatsmann, ein großer deutscher Politiker und vor allem ein großer Europäer, der sehr viel dafür getan hat, dass nicht nur die Deutsche Einheit gekommen ist, sondern auch dass Europa zusammengewachsen ist“, teilte Gabriel am Freitagabend mit. „Das ist sein großes Vermächtnis. So wird er uns in Erinnerung bleiben. Wir sind in diesen Minuten in Gedanken bei seiner Familie und seinen Kindern. Es ist ein wirklich großer Deutscher gestorben.“

17.50 Uhr: Ein ausführliches Porträt von Helmut Kohl lesen Sie unten, hier die wichtigsten Eckdaten zu Kohl, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war. 

Der am 3. April 1930 in Ludwigshafen geborene Kohl arbeitete sich rasch in der CDU Rheinland-Pfalz hoch und wurde dort 1969 Ministerpräsident. 1982 gelang ihm in einer Koalition mit der FDP der Sprung ins Kanzleramt. 16 Jahre hielt er sich an der Macht, bis er 1998 die Bundestagswahl gegen den SPD-Kandidaten Gerhard Schröder verlor.

Als "Kanzler der Einheit" ging Kohl in die Geschichtsbücher ein. In seiner Amtszeit fiel die Berliner Mauer und unter seiner Regierung gelang es, die deutsche Wiedervereinigung nach jahrzehntelanger deutscher Teilung zu vollenden.

Seine letzten Lebensjahre waren von Krankheit geprägt; am Staatsakt zum 20. Jahrestag des Mauerfalls nahm er 2009 im Rollstuhl sitzend teil.

17.45 Uhr: Die ersten Politiker haben sich über Twitter zum Tod von Helmut Kohl geäußert, darunter Jean-Claude Juncker, Christian Lindner und Heiko Maas.

17.43 Uhr: Auch sein Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner hat den Tod von Helmut Kohl nun bestätigt - soeben gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

17.36 Uhr: Die CSU trauert um den langjährigen Vorsitzenden ihrer Schwesterpartei, CDU-Altkanzler Helmut Kohl. „Helmut Kohl war ein großer Staatsmann, seine Verdienste um unser Land sind unschätzbar“, twitterten die Christsozialen am Freitag samt eines Schwarz-weiß-Fotos des früheren CDU-Parteichefs.

17.32 Uhr: Die CDU hat den Tod von Helmut Kohl via Twitter bestätigt:

17.14 Uhr: Helmut Kohl ist laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung tot. Der Altkanzler starb demnach am Freitagmorgen in seinem Haus in Ludwigshafen im Alter von 87 Jahren. Kohl war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler. 

Helmut Kohl war 16 Jahre lang Bundeskanzler

Kohl hat Deutschland von 1982 bis 1998 als Bundeskanzler regiert - 16 Jahre, so lange wie bisher niemand vor und nach ihm. Er war Wegbereiter der Europäischen Union und einer gemeinsamen Währung.

Als sein größter Erfolg gilt die deutsche Wiedervereinigung. Kohl erkannte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989, dass das Fenster für die deutsche Einheit nur kurz geöffnet sein würde. Unter Hochdruck handelte er mit den Staats- und Regierungschefs der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens, Frankreichs sowie den Verantwortlichen der Europäischen Union die Modalitäten dafür aus.

Im Zuge der CDU-Spendenaffäre, in der er sich weigerte, die Namen von Spendern zu nennen, kam es zu einem schweren Zerwürfnis zwischen ihm und seiner Partei. Kohl verlor den Ehrenvorsitz. 2008 erlitt er bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma, seither saß er im Rollstuhl und konnte nur schwer sprechen. 

Kohl hatte sich anlässlich seines 86. Geburtstags am 3. April 2016 zu seinem Gesundheitszustand geäußert. Ihm falle das Sprechen und Schlucken noch schwer, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung (Montag). Kohl hatte sich im Jahr zuvor erst einer Hüft-Operation und dann einem Eingriff am Darm unterziehen müssen. In der Folge kam es zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen.

Seit Oktober 2015 lebt Kohl wieder in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim und wird dort unter anderem von seiner Frau Maike Kohl-Richter (51) betreut. Beinahe täglich, vertraute Kohl 2016 der „Bild“ an, trainiere er nun auf dem Ergometer. Fernsehen schaue er kaum noch, nur Nachrichten und gelegentlich Fußball. Von einem Arzt begleitet, habe der auf einen Rollstuhl angewiesene Kohl bereits wieder einige Ausflüge unternommen, so an Weihnachten zum Speyerer Dom und an den Rhein. 

Im April 2016 besuchte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban Kohl in Ludwigshafen.

Bilder: Viktor Orban besucht Altkanzler Kohl in Ludwigshafen

Mehr als 40 Jahre war Kohl Parlamentarier, zuerst im Mainzer Landtag und von 1976 an im Bundestag. Sieben Jahre war er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Als erster deutscher Kanzler kam er durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 1. Oktober 1982 an die Macht und stürzte Helmut Schmidt (SPD). Politisch hat er Rekorde errungen, die Nachfolger nur schwer brechen können: 16 Jahre Bundeskanzler (1982 bis 1998), 25 Jahre CDU-Vorsitzender. Und er hat seinen Platz in der Geschichte als der Kanzler, der die Chance zur deutschen Einheit schnell und entschlossen nutzte. So ist er auch der "Kanzler der Einheit". 1998 wählten die Bürger ihn ab, Rot-Grün gewann.

Dabei wollte Kohl 1996/97 eigentlich schon als Kanzler zurücktreten: "Ich glaubte, 14 Jahre waren genug. Ich hatte auch genug geschafft", sagte er in einem NDR-Interview, das 2003 geführt und in ganzer Länge erst jetzt, zwölf Jahre später ausgestrahlt wurde. Er wollte den Weg freimachen für Wolfgang Schäuble - doch dann rückte die Euro-Einführung näher und er sah sich als einziger Garant, die damalige knappe schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag zu sichern.

"Ich musste es durchsetzen. Es gab damals ja Gerede, eine Währung, in der Italiener und Griechen dabei sind, kann niemals eine ordentliche Währung werden", sagte Kohl 2003 im Rückblick. Bei der Vorführung des Interviews Mitte März in einem Berliner Kino müssen die Zuschauer an dieser Stelle lachen. Griechenland steht vor der Staatspleite und belastet die Gemeinschaftswährung. Der Film ist eine Reise in die Vergangenheit, wo ein großer schwerer Mann mit Charme, Humor und Härte über die Höhen und Tiefen der Politik erzählt. Dabei weiß man, dass eben dieser Mensch seit langem so nicht mehr auftreten kann.

Mit der CDU-Spendenaffäre, die die Partei und die ganze Republik 1999 erschütterte, verlor Kohl schließlich für viele Menschen seine Vorbildfunktion. Es war Merkel, die als Generalsekretärin die CDU von ihrem Übervater emanzipierte. Für viele markiert das den Beginn ihrer fortan wachsenden Stärke bis zur eigenen Kanzlerschaft 2005. Versöhnt haben sie sich bis heute nicht. Kohl stellt sich bis heute über geltendes Recht, indem er die Namen jener Spender verschweigt, von denen er Geld am Gesetz vorbei für die Parteiarbeit angenommen hatte. Er habe den Geldgebern sein Ehrenwort gegeben, begründet Kohl das.

Er konnte Menschen schon immer mit Wärme, Witz und Protektion für sich einnehmen. Zu Kanzler-Zeiten beförderte er Karrieren und vernichtete sie. Für Unterstützung erwartete er Dankbarkeit. Als der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker sagte, Dankbarkeit sei in der Politik keine Kategorie, verstand Kohl das nicht.

Privat hatte er seine engste Familie verloren. Seine erste Frau Hannelore, die er 1960 heiratete, litt an einer unheilbaren Lichtallergie und nahm sich 2001 daheim in Oggersheim das Leben. 2008 heiratete Kohl die mehr als 30 Jahre jüngere Regierungsdirektorin Maike Richter. Zu seiner Hochzeit waren seine Söhne nicht eingeladen. Walter Kohl berichtete später von Enttäuschung, Kummer und Distanz in seinem Leben als Kanzlersohn. Vor zwei Jahren sprach er aber von "einseitiger Versöhnung" mit seinem Vater. Dieser sagte im November 2014 dem "Stern", er habe kein gutes Verhältnis zu seinen Söhnen. Und trotzdem: "Ich bin glücklich."

Merkel hielt den Kontakt zu Kohl

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hielt den Kontakt zu Alt-Kanzler Helmut Kohl. "Ich habe Kontakt zu ihm oder zu seiner Frau, denn er ist ja krank", sagte Merkel im Mai 2017 der Rheinischen Post. "Wir hatten ja eine schwere Zeit in der Spendenaffäre", erklärte Merkel. Zu Gunsten der CDU, die Heimat für sie beide sei, hätten sie trotzdem versucht zusammenzuarbeiten. Merkel betonte auch Kohls Vorbildfunktion. "Ich habe unglaublich viel von Kohl gelernt."

lin/dpa/AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich gegen eine erneute Große Koalition ausgesprochen. Am liebsten würde er mit der FDP koalieren, …
Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Das Atomabkommen mit dem Iran dominiert den zweiten Tag der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Der Pakt gilt als historisch. Der Iran warnt die USA. Auch Deutschland …
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Im Führungsstreit bei Frankreichs rechtspopulistischer Front National (FN) greift Parteichefin Marine Le Pen gegen ihren Stellvertreter Florian Philippot durch.
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich
Wenige Tage vor der Wahl hat Sigmar Gabriel  ein Interview mit einem sehr umstrittenen Medium geführt. Bereits vor der Ausstrahlung hatte sich der Außenminister dazu …
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich

Kommentare