Bayerische Landeshauptstadt: München, dahinter die Alpen.
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Bayerische Landeshauptstadt: München, dahinter die Alpen.

US-Vergleich

Als Vorbild in Deutschland: Söder deckt spektakuläre Pläne für Bayern auf

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Markus Söder läutet den Wahlkampf der CSU für die Bundestagswahl ein - mit großen Vorhaben für Bayern. Einmal mehr soll der Freistaat in Deutschland Vorreiter sein.

München - Der Ort, von dem aus Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seine Pläne für Bayern publik machte, hätte symbolträchtiger kaum sein können. Der Parteivorsitzende war gemeinsam mit Generalsekretär Markus Blume zum Beginn der digitalen CSU-Konferenzreihe zur Bundestagswahl 2021 aus dem Franz-Josef-Strauß-Haus in der Nymphenburger Straße in München zugeschaltet - der ehemaligen Parteizentrale der Christlich-Sozialen Union.

Strauß, FJS genannt, galt als bayerischer Ministerpräsident (1978 - 1988) einst als Modernisierer. Er brachte innovative Konzerne und Technologien nach Bayern, subventionierte neue Ideen und Projekte großzügig. Mancher Beobachter sieht darin die Grundlage für den Wohlstand des Freistaates. Unter diesem Eindruck präsentierte also sein Nach-Nach-Nach-Nach-Nachfolger Söder seine Ideen für die Bundestagswahl am 26. September 2021.

Markus Söder (CSU): Bayern soll Role Model für ganz Deutschland sein

Schließlich hatte der 54-jährige Franke zuletzt immer wiederkehrend vor einer Bundesregierung unter Spitzenkandidatin Annalena Baerbock und den Grünen gewarnt - und tat es auch diesmal: „Wir dürfen das Land nicht den Grünen überlassen.“ Wie er gemeinsam mit Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) den Umfragen zum Trotz die Wahl gewinnen will, ließ Söder die vielen virtuell anwesenden CSU-Mitglieder sogleich wissen: Die Union müsse politisch „die Meinungsführerschaft über die Zukunftsthemen haben“, sagte er und will künftig „den Zeitgeist prägen. Der Rückzug ins Gestern ist keine Zukunftsoption“.

Wir dürfen das Land nicht den Grünen überlassen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)

Söder geht es eigenen Aussagen zufolge vor allem darum, die Work-Life-Balance in Deutschland deutlich zu steigern und damit das ganze Land zukunftsfähiger zu machen. Als „Role-Model“ dafür, als Vorbild also, solle Bayern dienen. „Mein Modell ist, Bayern als das Kalifornien Deutschlands zu entwickeln“, erklärte er.

Was er mit Kalifornien genau meinte, präzisierte er nicht. Aber es dürfte ihm genau um diesen Work-Life-Balance-Ansatz gegangen sein: Ein schönes Leben genießen und trotzdem fortschrittlich und produktiv sein. Um den Wohlstand ja nicht wieder einzubüßen. So, wie es eben der riesige Bundesstaat an der Westküste der USA vorlebt.

Markus Söder: CSU-Chef teilt vor Bundestagswahl 2021 gegen die Grünen und Annalena Baerbock aus

Bündnis 90/Die Grünen und Annalena Baerbock ließ er sodann wissen, dass „Wachstum nicht mit höheren Steuern“ gehe und das ohnehin „ein alter, linker programmatischer Ansatz“ sei. Heißt: Söder will für mehr Glückseligkeit die Steuern nicht antasten. Oder sogar senken? „Wir haben so hohe Steuersätze in Deutschland, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig sein können“, sagte er und wetterte ein weiteres Mal gegen die Grünen, die ihn offensichtlich ziemlich beschäftigen.

So sei die Vermögenssteuer eine „uralte Kamelle aus den Achtzigern. Warum greifen die Grünen immer in die 50 Jahre, alte Hofreiter-Kiste, wo die uralten Dinge drin liegen?“, fragte Söder in die digitale Runde. Mit Hofreiter dürfte zweifelsfrei der Grünen-Spitzenpolitiker Anton „Toni“ Hofreiter aus München gemeint gewesen sein.

Markus Söder: Klare Botschaft vom CSU-Chef an Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Und weil Söder ob der ganzen Work-Life-Balance so richtig in Fahrt war, ließ er noch nebenbei den CDU/CSU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet wissen: „Wir werden das schon irgendwie rocken!“ Jetzt muss er das alles nur noch in die Tat umsetzen. Irgendwie. (pm)

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