Volker Kauder spricht am Mikrofon mit erhobener Hand, Angela Merkel sitzt daneben
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Ex-Unionsfraktionschef und Merkel-Vertrauter Volker Kauder wünscht sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen mehr Unterstützung für Innenminister Horst Seehofer.

„Unterstützung“ für Seehofer

Merkels Vertrauter macht Druck: CDU-Größe will Migranten aus Lesbos aufnehmen - als christliche Pflicht?

Deutschland streitet seit Monaten über die Aufnahme von Geflüchteten aus Lesbos. Nun macht ein Vertrauter von Kanzlerin Merkel Druck - explizit auch auf Horst Seehofer.

Berlin – Deutschland muss mehr Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos aufnehmen - das fordern zumindest Ex-Unionsfraktionschef Volker Kauder und SPD-Politikerin Hilde Mattheis. Der EU werfen die beiden Bundestagsabgeordneten große Versäumnisse vor: „Die Zustände in den griechischen Flüchtlingseinrichtungen sind mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar. Das muss für uns wie eine Ohrfeige sein, wenn Gerichte feststellen, dass man Menschen nicht dorthin zurückschicken kann, weil die Situation unerträglich ist“, wird Kauder in der Schwäbischen Zeitung zitiert.

„Wir akzeptieren eine verlorene Generation“, sagt SPD-Politikerin Hilde Mattheis.

In dem Interview berichtet Mattheis von einem Besuch auf Lesbos im September. Die Zelte dort seien feucht und undicht, der Boden voller Schlamm und die Sanitäranlagen völlig unzureichend. „Die Menschen in Kara Tepe auf Lesbos warten jahrelang auf die Anhörung, um einen Asylantrag stellen zu können“, sagte die SPD-Politikerin. „Kinder haben jahrelang keine Schule gesehen und keine Perspektive. Wir akzeptieren eine verlorene Generation.“

Migration: Merkels Vertrauter Kauder macht Druck - und fordert „Unterstützung“ für Seehofer

Nach dem Brand des Lagers Moria auf Lesbos im September 2020 hatte die Bundesregierung zugesagt, 1553 anerkannte Flüchtlinge aufzunehmen. Zudem beschloss die Koalition aus CDU/CSU und SPD im März, im Rahmen einer europäischen Hilfsaktion 243 kranke Kinder mit engen Familienangehörigen aus Griechenland zu übernehmen. 150 unbegleitete Minderjährige sind bereits hier. Deren Aufnahme hatte Deutschland ebenfalls nach dem Brand zugesagt.

Kauder vermutet, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bereit wäre, „mehr zu tun, wenn die eigene Fraktion ihn dabei unterstützt“. Deshalb müssten CDU und CSU nun einen Schritt nach vorne machen, „für den menschlich akzeptablen Umgang mit Migranten in Europa“. Die Aufnahme sei richtig, aber letztlich nicht die Lösung des Problems.

Kauder hatte als mächtiger Unions-Fraktionschef jahrelang die Mehrheiten für die Bundesregierung von Angela Merkel (CDU) organisiert. Er gilt noch immer als Vertrauter der Kanzlerin. Anfang 2019 berichtete Kauder der Augsburger Allgemeinen, Merkel und er seien „befreundet auf immer“. (dpa)

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