Karius meldet sich bei Twitter zu Wort - Verlässt er Liverpool?

Karius meldet sich bei Twitter zu Wort - Verlässt er Liverpool?
+
Deutschland ist ein beliebtes Einwanderungsland.

Immer mehr Einwanderer

Deutschland zweitbeliebtestes Einwanderungsland

Berlin - Immer mehr Einwanderer kommen nach Deutschland. Erstmals steht die Bundesrepublik in Sachen dauerhafte Zuwanderung unter den Industriestaaten auf Platz zwei. Nur ein Land liegt vor ihr.

Deutschland ist zu einem der weltweit beliebtesten Einwanderungsländer geworden. Bei der Zahl der dauerhaften Zuwanderung in die wichtigsten Industriestaaten rückte die Bundesrepublik erstmals auf Platz zwei vor - gleich hinter die USA. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Klassische Einwanderungsländer wie Kanada und Australien hat Deutschland damit weit hinter sich gelassen, ebenso die anderen europäischen Staaten. Grund für den Boom ist laut OECD vor allem die wachsende Zuwanderung aus Osteuropa und aus den kriselnden Staaten Südeuropas nach Deutschland.

Die OECD - der Zusammenschluss der wichtigsten Industriestaaten - untersuchte, wie sich die Zahl dauerhafter Zuwanderer in ihren Mitgliedsländern entwickelt hat. Darunter versteht die Organisation Migranten, die mindestens ein Jahr im Land bleiben - Studenten ausgenommen.

2012 zählte Deutschland demnach rund 400 000 dauerhafte Einwanderer - ein Plus von 38 Prozent gegenüber 2011. Kein anderes OECD-Land machte in diesem Zeitraum einen ähnlich großen Sprung. 2011 hatte Deutschland mit rund 290 000 dauerhaften Einwanderern noch den fünften Rang belegt, 2009 war es mit etwa 200 000 zugewanderten Menschen Platz acht gewesen.

"Die, die gekommen sind, sind länger geblieben."

„Man kann wirklich von einem Boom sprechen“, sagte der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig der Nachrichtenagentur dpa. „Es sind mehr Menschen gekommen. Und die, die gekommen sind, sind länger geblieben.“

Grund für die Entwicklung in Deutschland ist demnach vor allem die Zuwanderung aus anderen europäischen Staaten. Hier ist die Bundesrepublik laut OECD das Hauptzielland für Migranten geworden: Jeder Dritte entscheidet sich inzwischen für Deutschland - 2007 war es noch nicht einmal jeder Zehnte gewesen.

Die überwiegende Mehrheit der Neuzuwanderer aus der EU hat der Untersuchung zufolge einen Job. Im Vergleich zu den Zuwanderern, die vor 2007 nach Deutschland kamen, arbeiten die neuen Migranten häufiger - und sie sind besser ausgebildet.

Liebig sagte, der Großteil der europäischen Zuwanderer in Deutschland stamme aus östlichen Staaten wie Polen oder Rumänien. Hinzu kämen viele Einwanderer aus den wirtschaftlich angeschlagenen Ländern im Süden, wie Spanien oder Italien.

Auch für 2013 sei ein weiterer Anstieg der dauerhaften Zuwanderung nach Deutschland zu erwarten, sagte Liebig. „Wenn auch schwächer und nicht mehr ganz so spektakulär“.

Auch trotz des rasanten Sprungs liegt Deutschland noch weit hinter den USA. Die Vereinigten Staaten stehen mit rund einer Million dauerhafter Zuwanderer unangefochten an der Spitze der aktuellen Rangliste. Hinter Deutschland folgen auf den vorderen Plätzen Großbritannien, Spanien, Kanada, Italien, Australien und Frankreich.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gelangten Gefährder unrechtmäßig ins Land? Verfassungsschutz schaltet sich in Bamf-Skandal ein
Haben potenzielle Terroristen möglicherweise von falschen Entscheidungen in der Bremer Bamf-Außenstelle profitiert? BKA und Verfassungsschutz sind eingeschaltet - und …
Gelangten Gefährder unrechtmäßig ins Land? Verfassungsschutz schaltet sich in Bamf-Skandal ein
Seehofer verteidigt Pläne für Asylzentren
Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Horst Seehofer hält trotz Kritik aus den Bundesländern an den von der Regierungkoalition geplanten Asylzentren fest.
Seehofer verteidigt Pläne für Asylzentren
Bamf-Vermittler und Dolmetscher sollen Geld kassiert haben
Die Bamf-Affäre entwickelt sich für Innenminister Seehofer zum Dauerproblem. In Bremen soll ein Vermittler von Asylbewerbern Geld für sich und einen Dolmetscher genommen …
Bamf-Vermittler und Dolmetscher sollen Geld kassiert haben
Streit in Dresdner Asylheim eskaliert: Rund 50 Flüchtlinge greifen Polizei an
Ein Streit bei der Essensausgabe in einem Flüchtlingsheim in Dresden eskaliert. Rund 50 Asylbewerber griffen die Polizei an. 
Streit in Dresdner Asylheim eskaliert: Rund 50 Flüchtlinge greifen Polizei an

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.