+
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann. Foto: Paul Zinken

Betriebsratswahlen

DGB-Chef erwartet nur wenige Rechte in Betriebsräten

In Görlitz wettert die AfD gegen die etablierten Gewerkschaften. Vereinzelt gelingt rechten Gruppierungen der Einzug in Betriebsräte. Die Gewerkschaften beobachten die Entwicklungen - demonstrieren aber Gelassenheit.

Berlin/Görlitz (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erwartet bei den laufenden Betriebsratswahlen in Deutschland keine größeren Erfolge rechter Gruppierungen. DGB-Chef Reiner Hoffmann betonte, derzeit würden 180 000 Mitglieder in 28 000 Betrieben gewählt.

"Wenn dann eine Handvoll Betriebe dabei sind, in denen möglicherweise rechte Gruppierungen einzelne Mitglieder stellen, wird das viel sein", sagte Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Für Aufmerksamkeit gesorgt hatte vor allem die nach eigener Darstellung "oppositionelle" Gewerkschaft "Zentrum Automobil", die bei Daimler in Untertürkheim nun sechs Mandate gewann.

Der Brandenburger AfD-Landesvorsitzender Andreas Kalbitz sagte am Samstag bei einer Kundgebung in Görlitz, Gewerkschaften und Sozialdemokratie hätten ihren "Alleinvertretungsanspruch" für die Arbeitnehmer verloren. Gewerkschaften seien "Steigbügelhalter" der "Globalisierungsausbeuter und Inländerfeinde".

Hoffmann sagte, man dürfe die Bedeutung der Arbeit der Betriebsräte und ihren Stellenwert als "Garanten für die Demokratie im Betrieb" nicht dadurch schmälern, dass man gegenwärtige Versuche einzelner rechter Gruppierungen, in die Betriebsräte einzuziehen, aufbausche. "Die werden sonst dadurch aufgewertet."

Der DGB-Chef berief sich bei seiner zahlenmäßigen Einschätzung eines eher kleinen Phänomens auf ein eigenes "Frühwarnsystem", das sich auf eingereichte Listen stützt. Die Betriebsratswahlen finden bis zum 31. Mai statt.

Auch bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist man nicht in Alarmstimmung. "Wir haben derzeit keine Signale für rechte Listen in unserem Organisationsbereich", sagte eine Sprecherin. "Wir wollen die Debatte über rechte Listen nicht hochjazzen." Allerdings beobachte man die Betriebsratswahlen sehr genau. Auch Bereich der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gebe es nach aktuellem Informationsstand für die Betriebsratswahlen keine rechten Wahlbewerber oder Listen, wie ein Sprecher sagte.

DGB zu den Betriebsratswahlen 2018

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentar: Grünes (Nicht-)Arbeiterparadies
Die Forderung von Robert Habeck (Die Grünen) nach einer Abschaffung von Hartz IV und die damit verbundene grüne Verheißung, das Geld von den Konzernen zu holen, …
Kommentar: Grünes (Nicht-)Arbeiterparadies
Stegner attackiert "Millionär" Merz
Volle Breitseite gegen den Hoffnungsträger vieler in der CDU, Friedrich Merz. SPD-Vize Stegner wirft dem "Millionär aus der Finanzindustrie" vor, Fakten zur …
Stegner attackiert "Millionär" Merz
Wer soll nach Merkel Kanzler werden? Die Deutschen haben einen klaren Favoriten
Machtkampf in der CDU: Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz wollen Merkel beerben - die Deutschen haben bei der Kanzlerfrage klare Präferenzen. Alle News im Blog.
Wer soll nach Merkel Kanzler werden? Die Deutschen haben einen klaren Favoriten
Attacken aus der CDU gegen Deutsche Umwelthilfe
Die Umwelthilfe ist erfolgreich mit ihrem Kampf für Diesel-Fahrverbote - und umstritten. Dabei geht es auch um ihre Finanzierung. Einen neuen Angriff kontert der Verein …
Attacken aus der CDU gegen Deutsche Umwelthilfe

Kommentare