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Nach Berechnungen der Bundesregierung müsste der Mindestlohn deutlich höher als heute liegen, um im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu gewährleisten. Foto: Jens Wolf

An Tariferhöhungen orientieren

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert kräftige Anhebung des Mindestlohns

Bisherige Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gehen von einer Erhöhung von aktuell 8,84 Euro auf 9,19 Euro im kommenden Jahr aus. Doch auch das reicht bei weitem nicht aus. 

Berlin - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verlangt eine deutliche Anhebung des Mindestlohns. Bei der nächsten Sitzung der von der Regierung eingesetzten Mindestlohnkommission im Juni wollten sich die Gewerkschaften für eine spürbare Erhöhung des Mindestlohns stark machen.

Das sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der "Saarbrücker Zeitung". "Wir sehen das als ersten Schritt, um zu einem existenzsichernden Mindestlohn zu kommen", betonte Hoffmann, der sich auf dem am Sonntag beginnenden DGB-Kongress in Berlin zur Wiederwahl als Vorsitzender stellt.

Die Mindestvergütung solle sich laut Gesetz an den jeweils letzten Tariferhöhungen orientieren, aber auch an der allgemeinen Wirtschaftslage, erläuterte Hoffmann. Die sei extrem gut. "Also muss es auch einen ordentlichen Zuschlag geben", forderte der DGB-Chef.

Der aktuelle Mindestlohn als Armutslohn

Nach Berechnungen der Bundesregierung müsste der Mindestlohn deutlich höher als heute liegen, um im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu gewährleisten. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Linksfraktion hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegt. Demnach müsste der Mindestlohn 12,63 Euro betragen. Die Betrachtung vernachlässige aber die zusätzliche Altersvorsorge, mit der eine deutlich höhere Gesamtversorgung erzielt werden könne, so das Ressort weiter.

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Die stellvertretende Fraktionschefin der Linken, Susanne Ferschl, sagte: "Wir haben es heute schwarz auf weiß, dass die Höhe des Mindestlohns schon bei Einführung zu niedrig war." Der gesetzliche Mindestlohn sei ein Armutslohn und mache Menschen zu Sozialfällen.

dpa

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