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Bundesfinanzminister Schäuble in Davos bei der Podiumsdiskussion mit dem griechischen Regierungschef Tsipras (2. v. li.) und dem französischen Premierminister Manuel Valls (li.) sowie der französischen Finanzministerin Emma Marcegaglia.

Dicke Luft nach Davos

Schäuble: Habe Tsipras nicht beleidigt

Davos/Berlin - Hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras auf offener Bühne beleidigt oder nicht? Die Diplomaten sind um Besänftigung bemüht.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zermarterten sich die Eliten die Köpfe, wie Europa die Flüchtlingskrise lösen könnte. Doch auch die Euro-Zukunft und die Lage beim Euro-Sorgenkind Griechenland sorgten für hitzige Debatten. So pochte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei einer Podiumsdiskussion unter anderem mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras auf die Einhaltung mühsam erreichter Vereinbarungen in Europa.

In dem Zusammenhang ließ der CDU-Politiker den Satz fallen: „It's the implementation, stupid!“ Eine Anspielung auf den berühmten Wahlkampf-Spruch von Ex-US-Präsident Bill Clinton („It's the economy, stupid!“). In Athen kam das nicht so gut an.

Eine Schäuble-Sprecherin musste am Freitag in Berlin auf Anfrage griechischer Medien klarstellen: „Das war in keiner Weise als Beleidigung gedacht.“ Der Minister habe die Clinton-Redensart so verdichtet, um aufzuzeigen, dass Europa politisch und wirtschaftlich Handeln müsse und Absprachen gelten müssten.

Tsipras hatte sich in Davos erneut über die harten Auflagen beim dritten Hilfspaket beklagt und mehr europäische Solidarität für sein Land eingefordert. Auch hofft Athen, dass der sehr strenge Internationale Währungsfonds (IWF) künftig keine Rolle mehr spielt. Für Schäuble angesichts der Widerstände im Bundestag ein Unding: „Wenn das geändert werden soll, dann müsste ich in den Deutschen Bundestag gehen und um Zustimmung bitten. Jedermann in Deutschland würde mich fragen, ob ich verrückt geworden bin, weil ich würde mit einer brennenden Kerze in einen Raum voll Dynamit gehen.“

Die weitere IWF-Beteiligung ist eine zentrale Zusage von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schäuble an die Kritiker in der eigenen Unionsfraktion.

dpa

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