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Freie Wähler im Dreiklang: Parteichef Hubert Aiwanger (M.), Generalsekretär Michael Piazolo (r.) und Christian Hanika, Spitzenkandidat für die Bundestagswahl.

„Die Freie-Wähler-Welt ist in Ordnung“

München - Freie-Wähler-Parteichef Aiwanger punktet ordentlich im eigenen Stimmkreis – und versucht das Verpassen des Wahlziels kleinzureden.

Wunden lecken? Nachtarocken? Bei den Freien Wählern (FW) angeblich kein Thema. Parteichef Hubert Aiwanger erklärt am Tag eins nach der Landtagswahl: „Wir sind glücklich, wie wir heute dastehen.“ Konkret: bei 9 Prozent, also minus 1,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008. Zugegeben, das ursprüngliche Wahlziel von 15 Prozent haben sie heuer verpasst: „15 wären schöner gewesen als 9“, sagt auch Aiwanger bei einer Pressekonferenz. „Aber: 9 sind schöner als 4.“ Korrekt. Aiwanger findet: „Die Freie-Wähler-Welt ist in Ordnung.“

Wenn man bedenkt, dass die gesamte politische Opposition am Sonntag abgewatscht wurde, dann wirken die FW – zumindest augenscheinlich – unaufgeregt. Gut, der Parteichef selbst kann sich über sein Wahlergebnis tatsächlich freuen: Im Stimmkreis 204, im niederbayerischen Landshut, holte er 20,2 Prozent der Erststimmen – und lag damit auf Platz zwei: hinter der CSU, aber noch vor der SPD. Überhaupt punkteten die FW in Niederbayern. Hier bekamen sie – entgegen dem Landestrend – einen Gesamt-Stimmenzuwachs von 1,5 Prozent. Damit können sie nun drei statt bisher zwei Abgeordnete stellen. „Strategisch haben wir alles richtig gemacht“, sagt Aiwanger. Und meint damit vor allem eines: ohne Koalitionsaussage in die Landtagswahl zu gehen. Denn: „Wir hätten uns verbrannte Erde geschaffen.“

Aiwanger hatte sich nicht auf die CSU oder Rot-Grün als Wunschpartner festgelegt – und darauf gehofft, die Rolle des Königsmachers einnehmen zu können. Daraus wurde nichts, schon wegen der absoluten CSU-Mehrheit.

Jetzt jedenfalls steht die Bundestagswahl an – und da will FW-Spitzenkandidat Christian Hanika, gerade mal 27, „die Jungen animieren“. In Windeseile spult er das Parteiprogramm ab, pocht auf bundesweite Volksentscheide – vor allem gegen den Euro-Rettungsschirm. Die FW, wirft jetzt Aiwanger ein, seien „Freunde der Bürgerbeteiligung“. Und sparsam obendrein, wie Generalsekretär Michael Piazolo im Spaß betont: Da die FW erneut auf Platz 3 gelandet sind, hinter CSU und SPD wie schon 2008, gilt: „Wir können die Wahlplakate nächstes Mal noch mal verwenden.“

Barbara Nazarewska

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