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Das "Rückführungsvideo der Bundespolizei in die Westbalkanstaaten" zeigt Asylbewerber, die unter den Augen der Beamten zu den Flieger geführt werden, die sie nach Hause bringen.

"Rückführungsvideo"

Dieser Clip soll Balkan-Flüchtlinge abschrecken

Berlin - Mit einem von der Bundepolizei produzierten Video sollen Flüchtlinge aus dem Balkan davon abgehalten werden, nach Deutschland zu kommen. Der Behörden-Clip soll in den Landessprachen gezeigt werden.

Der etwa vierminütige Spot mit dem Titel "Rückführungsvideo der Bundespolizei in die Westbalkanstaaten" soll offensichtlich erreichen, dass sich Flüchtlinge aus dem Balkan gar nicht erst auf den Weg nach Deutschland machen. Von Abschreckung spricht das Bundesministerium des Inneren natürlich nicht, auf seiner Webseite heißt es, das "Aufklärungsvideo für potentielle Flüchtlinge aus den Westbalkanstaaten" habe das "Ziel, die Zahl der im Regelfall aussichtslosen Asylanträge zu reduzieren."

"Ruinieren Sie nicht sich und Ihre Familie finanzell und wirtschaftlich!", sagt eine Sprecherstimme aus dem Off in einem Tonfall, der etwas an die Tage der Verkehrserziehung im "7. Sinn" erinnert. "Nicht wenige haben den falschen Versprechungen von Betrügern geglaubt, dass es einfach wäre, in Deutschland und anderen EU-Staaten als Asylbewerber zu bleiben und viel Geld zu verdienen", heißt es weiter. Doch die Schlepper seien am Ende die einzigen Gewinner.

Dazu sind Bilder zu sehen, die offenbar Flüchtlinge zeigen, die bei Nieselregen abgeschoben werden: Koffer rollen in den Bauch der Flieger, Menschen werden in Busse geleitet, die sie zum Flugzeug bringen, vorher stehen sie Schlange im Zollamt, wo der entsprechende Stempel in den Pass eingetragen wird. Alles unter den Augen der Bundespolizei. Wer nicht freiwillig gehe, der müsse die hohen Kosten der Abschiebung "auch noch nach vielen Jahren tragen". Zudem dürfe, wer einmal abgeschoben wurde, erst nach Jahren erneut nach Deutschland oder ein anderes Land des Schengen-Raums einreisen. 

Der Spot soll in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien in den jeweiligen Landessprachen gezeigt werden.

Von den bislang rund 200.000 Asylanträgen, die in diesem Jahr in Deutschland gestellt wurden, kamen laut dem Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, 97.000 Menschen aus Ländern des westlichen Balkans. Von ihnen würden aber nur 0,1 bis 0,2 Prozent als Flüchtlinge anerkannt, da die Suche nach Arbeit, Armut oder Krankheit hier nicht zählt. Dagegen stammten etwa 44.000 Anträge von Flüchtlingen aus dem Krisengebiet Syrien - ihnen wird in 85 Prozent der Fälle Schutz gewährt.

tz/mm

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