Kabarettist Dieter Nuhr
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Dieter Nuhr erregt immer wieder Kritik von verschiedenen Seiten. Foto: Marcel Kusch/dpa

Rassismus-Vorwürfe gegen TV-Kabarettist

Dieter Nuhr empört mit Aussage über schwarze Bestseller-Autorin: Dunja Hayali kontert gnadenlos

  • Kathrin Reikowski
    VonKathrin Reikowski
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Dieter Nuhr bringt deutsche Bestseller-Autorin in Verbindung mit den USA und dem Hype um Donald Trump - dabei tappt er in Rassismus-Falle.

Berlin - In seiner ARD*-ShowNuhr im Ersten“ hat sich der Kabarettist Dieter Nuhr mal wieder weit aus dem Fenster gelehnt. Dabei unterlief ihm ein Fehler, der nun im Netz für Spott sorgt. Doch auch ohne diesen Fehler ist für einige prominente Kritiker Nuhrs klar: Nuhr ist „um keine Ausrede für Rassismus verlegen.“

In seiner Show ließ Nuhr ein Buch von Alice Haster einblenden. Der Titel des Buches: „Was Weiße nicht über Rassismus hören möchten.“ Dazu sagt Nuhr, dass ihm allein der Titel zu rassistisch gewesen sei. Denn die Autorin würde damit Menschen einer Hautfarbe automatisch eine bestimmte Haltung unterstellen. Und dann legt er noch eins drauf: Ihr Handeln zeuge von einer „Scheinintellektualität“ einer „arroganten Linken“. Und dann sagt er noch: Diese Art sei mit verantwortlich, dass Menschen wie Donald Trump* Erfolg haben könnten.

Dieter Nuhr über deutsche Autorin: Ihr Buch war ein „Riesen Renner“ in den USA und trug zur Wahl Trumps bei

Teil seiner Unterstellung ist eine Aussage, die Nuhr und sein Team wohl nicht überprüft haben: Er sagt, das Buch sei wochenlang in den USA ein „Riesen Renner“ gewesen. Dort werde aktuell darüber diskutiert, dass Weiße automatisch Rassisten sein. Dies wollte er offenbar als Beleg dafür sehen, dass Weiße dann keine andere Wahl hätten, als für Donald Trump zu stimmen.

Allein: Alice Hasters ist eben eine deutsche Autorin. Und ihr Buch ist niemals in den USA erschienen. Der Treppenwitz: Indem Nuhr sie - wahrscheinlich wegen ihres Aussehens und ihres Namens - automatisch als Amerikanerin einordnete, tappte er selbst in die Rassismus-Falle.

Was aber ist nun mit seinem Vorwurf, Weiße würden mit dem Titel pauschal angegriffen? Dazu entgegnet ZDF*-Moderatorin Dunja Hayali: „Nein Herr #Nuhr. „Die Frau“, die einen Namen hat, behauptet das so platt nicht.“ Und sie spielt den Vorwurf zurück: „Das behaupten aber gerne die, die (...) um keine Ausrede für den eigenen Rassismus verlegen sind.“

Laut Klappentext geht es der Autorin um scheinbar einfache Fragen, die ihr von Menschen weißer Hautfarbe gestellt würden. Fragen wie: „Darf ich mal deine Haare anfassen?“, „Kannst du Sonnenbrand bekommen?“, „Wo kommst du her?“

Im Buch vermittelt sie ihre eigene Perspektive und erzählt, wie sich fortwährende Ausgrenzung anfühlt. Weil die Ausgrenzung sehr subtil funktioniert, seien Weiße häufig nicht bereit, ihre Argumente zu hören.

Nuhr selbst meinte später auf Facebook, dass er sagen wollte „Bücher wie diese“ seien derzeit in den USA ein Renner. Mit keinem Wort ging er aber auf die Inhalte des Buchs ein - er wiederholte lediglich seinen Vorwurf an den Titel. (kat) *Merkur.de und tz.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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