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Bild aus harmonischeren Tagen: Präsident Donald Trump beglückwünscht Rex Tillerson bei dessen Vereidigung vor sechs Monaten. Mit dabei sind Vize-Präsident Mike Pence und Tillersons Ehefrau Rena St. Clair.

Unser Korrespondent blickt auf den Konflikt

Differenzen im Nordkorea-Kurs: „Wenn es Krieg gibt, dann da drüben“

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Im Weißen Haus gibt es verschiedene Auffassungen über den richtigen Kurs gegenüber Nordkorea. Diplomatischer Druck steht ebenso zur Debatte wie ein Zerstörungsangriff. Unser Korrespondent Friedemann Diederichs blickt auf den Konflikt.

Washington – Es sind kriegerische Töne, die derzeit aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu hören sind. Zunächst hatte seine Sprecherin Sarah Sanders betont, nach dem erneuten Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea lägen „alle Optionen auf dem Tisch“. Sprich: Auch ein Waffengang ist nicht ausgeschlossen. Dann meldete sich der konservative Senator Lindsey Graham zu Wort – und bezog sich auf den Präsidenten. Dieser habe ihm erklärt, es werde eine militärische Reaktion geben, wenn Nordkorea weiter Langstreckenraketen auf Amerika richte. „Trump wird Kim Jong Uns Regime nicht erlauben, Amerika nuklear zu bedrohen. Wenn es Krieg gibt, dann da drüben,“ so Graham. „Wenn tausende sterben, dann da drüben.“ Trump habe ihm das „ins Gesicht“ versichert.

Doch dann sind da diese Töne aus dem US-Außenministerium – Aussagen, die erneut auch auf ein Zerwürfnis zwischen Trump und seinem Außenminister Rex Tillerson schließen lassen. Tillerson, der nach Berichten von US-Medien mit dem Präsidenten in vielen Bereichen über Kreuz liegen und sogar schon seinen Rücktritt erwogen haben soll, zeigte sich als betont freundlich gegenüber Nordkorea. Ein Regierungswechsel sei nicht das Ziel, es gehe Washington nicht um einen Zusammenbruch des Regimes. Die USA seien keine Bedrohung für Pjöngjang, so Tillerson. Allerdings stelle Nordkorea eine „unzumutbare Bedrohung“ für die USA dar, auf die man reagieren müsse. Man wolle dies durch „friedlichen Druck“ tun und suche nicht nach einem Vorwand für den Einsatz des Militärs. Tillerson hatte zuvor auch „globale Aktionen“ gegen Nordkorea gefordert.

Es spricht wenig für ein bewusstes politisches Rollenspiel

Trump als „bad cop“ („böser Polizist“), Tillerson als „good cop“ („guter Polizist“) mit dem Ziel, das Regime über die wahren Absichten der USA im Unklaren zu lassen? Angesichts des Turbulenzen im Weißen Haus und der Tendenz des Präsidenten, außenpolitische Ideen nicht intern abzustimmen, spricht wenig für ein solch bewusstes politisches Rollenspiel. Zumal sich die Differenzen in der Regierung auch auf den Umgang mit China erstrecken, dem wichtigsten Partnerland Nordkoreas. Während Trump zuletzt Peking auf Twitter gescholten („Ich bin sehr enttäuscht“) und den Chinesen vorgeworfen hatte, zu wenig Einfluss auf Nordkorea auszuüben, wiegelte Tillerson – der ohne jegliche politische Erfahrung das Außenministerium übernommen hatte – auch hier ab. Man mache China nicht für die Situation in Nordkorea verantwortlich, so Trumps Chefdiplomat. Man glaube aber, dass Peking die Möglichkeit habe, Druck auszuüben.

Wie es in der sich zuspitzenden Krise nun weitergeht, ist angesichts dieser divergierenden Aussagen unklar. Am Ende wird natürlich Donald Trump die Entscheidungen treffen.

Der republikanische Hardliner Lindsey Graham jedenfalls glaubt, dass die verbreitete Aussage, es gebe keine guten Optionen für die USA in diesem Konflikt, nicht stimmt. Grahams Einschätzung: „Es gibt die Option, Nordkoreas Nuklearprogramm militärisch zu zerstören – und auch Nordkorea selbst.“

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