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Er duldet keine Beleidigungen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan geht derzeit verstärkt gegen Menschen vor, die ihn angeblich kränken.

Er nannte ihn "Diktator"

Student muss nach Erdogan-Beleidigung ins Gefängnis

Kayseri - In der Türkei muss ein Student ins Gefängnis, weil er Präsident Recep Tayyip Erdogan einen "Diktator" genannt hat. Die Haftstrafe gegen Aykutalp Avsar beläuft sich auf 14 Monate Haft.

Laut der Online-Ausgabe der Zeitung Hürriyet wurde der angehende Ingenieur am Donnerstagabend im zentralanatolischen Kayseri verhaftet. Avsar hatte während der regierungsfeindlichen Gezi-Unruhen im Jahr 2013 bei einer Protestveranstaltung in Kayseri den damaligen Ministerpräsidenten Erdogan einen „Diktator" genannt, wie der Fernsehsender IMC meldete. Daraufhin wurde der Student verurteilt und am Donnerstag schließlich verhaftet. Avsars Anwalt will gegen die Haftanordnung Beschwerde einlegen.

Verstärktes Vorgehen gegen angebliche Beleidigungen

In jüngster Zeit gehen die türkischen Behörden, teilweise auf Antrag von Erdogans Anwälten, verstärkt gegen angebliche Beleidigungen des Staatsoberhauptes vor. Vergangene Woche wurde im zentralanatolischen Konya ein Strafprozess gegen einen 16-jährigen Schüler eröffnet. Ein 13-Jähriger im westtürkischen Ayvalik wurde verhört, ein 17-Jähriger in Antalya erhielt eine Bewährungsstrafe.

Erdogan selbst griff in einer Rede am Freitag die Gezi-Protestbewegung erneut mit scharfen Worten an. Die türkische Jugend bestehe weder aus „den Vandalen, die Sie bei Gezi gesehen haben" noch aus „Provokateuren in Röcken, die die Straßen in Brand setzen“. Damit spielte er auf die Teilnehmer einer Kundgebung in Istanbul an, bei der Männer in Röcken auf die Straße gingen, um gegen die in der Türkei weit verbreitete Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren.

AFP

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