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Giorgina Kazungu-Haß hat während einer Zugfahrt Rassismus erleben müssen.

„Er sagte: Ihr müsst hier raus“

Diskriminierung durch Bahn-Schaffner? SPD-Politikerin erhebt schwere Vorwürfe

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Giorgina Kazungu-Haß saß im Zug von Worms nach Schifferstadt. Dort habe die SPD-Politikerin ihrer Schilderung nach etwas sehr Unangenehmes erlebt.

Worms - Damit hatte SPD-Politikerin Giorgina Kazungu-Haß nicht gerechnet, als sie in den Zug nach Schifferstadt einstieg. Sie, ihr Mann und drei ihrer vier Kinder, die mit ihren Eltern reisten, sollten ihrer Schilderung zufolge die Erste Klasse verlassen - obwohl der Schaffner nicht einmal ihr Ticket angesehen habe.

Giorgina Kazungu-Haß ist seit Mai 2016 Mitglied des Landtags von Rheinland-Pfalz. Die SPD-Politikerin, die seit 1996 Parteimitglied ist, war auch schon Landesvorsitzende der Jusos. Doch so etwas wie im Zug von Worms nach Schifferstadt hat sie wohl auch noch nicht erlebt.

Kazungu-Haß und ihre Familie saßen in der Ersten Klasse des Zuges. Die Politikerin ist dazu durch ihre Abgeordneten-Netzkarte berechtigt, während ihr Mann und ihre Kinder sich dafür Tickets gekauft hätten. Dass die Familie rechtmäßig auf ihren Plätzen saß, konnte ein Schaffner wohl nicht glauben.

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Ohne die Tickets anzusehen: „Ihr müsst hier raus“

Er forderte Kazungu-Haß laut deren Aussage gegenüber FOCUS Online samt Mann und Kindern dazu auf, das Abteil zu verlassen. Die SPD-Frau ist sich sicher: Das war Rassismus. Die 40-Jährige ist die Tochter eines Kenianers und dunkelhäutig.

Der Schaffner soll weiterhin gesagt haben, dass man hier ein Extraticket benötige. „Er hat gesagt: ‚Ihr müsst hier raus‘“, so Kazungu-Haß. Dabei habe er betont deutlich und langsam gesprochen, als würden die SPD-Politikerin und ihre Familie ihn sonst nicht verstehen. 

Die 40-Jährige, die in Deutschland geboren wurde und nur den deutschen Pass hat, sagte außerdem, dass der Schaffner „laut, poltrig und herabsetzend“ gewesen sei. Nachdem sie ihm dann Abgeordnetenausweis und Netzkarte gezeigt habe, habe er versucht, sich zu rechtfertigen.

Der Schaffner wies darauf hin, was er sonst „mit diesen Leuten erleben würde“, so Kazungu-Haß. Meinte er mit „diesen Leuten“ etwa dunkelhäutige Fahrgäste? „Ich nehme ihm ab, dass das aus der Not heraus passiert ist“, sagt die SPD-Frau.

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Kazungu-Haß: Das war „rassistisch“

Auch wenn Sie Verständnis dafür zeigt, dass es Probleme mit Fahrgästen gibt, die ohne gültiges Ticket in der Ersten Klasse sitzen, fände sie das Verhalten des Schaffners „rassistisch“. „Welchen anderen Grund sollte es sonst geben, dass wir die Erste Klasse verlassen sollten als den, dass er dachte, wir würden wegen unseres Aussehens nicht in die 1. Klasse gehören?“.

„Demütigend“ sei das für Sie und ihre Familie gewesen. Hinterher schickt Sie einen Appell an die Deutsche Bahn, jedem Fahrgast den gebührenden Respekt zu zollen. Auf rechtliche Schritte will Sie aber verzichten. „Das führt doch eh zu nichts“.

Auf Nachfrage von FOCUS Online wollte sich die Deutsche Bahn zunächst nicht äußern. Ein Sprecher sagte, man wolle zuerst intern mit dem Mitarbeiter Rücksprache halten.

Ganz auf sich beruhen lassen will Kazungu-Haß den Vorfall nicht. Sie hat einen Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn verfasst und bereits eine Antwort erhalten. Dort wurde sie aufgefordert, das Geschehen detailliert darzulegen. Das habe Sie nach eigener Aussage auch getan.

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sh

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