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Ob er bereut? CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.

Diskussion um den CSU-Generalsekretär 

Scheuers Senegalesen-Spruch: Die Verrohung der Sprache

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München - CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer telefoniert dieser Tage viel. Er muss seine Tirade über den „Fußball spielenden, ministrierenden Senegalesen“ geradebiegen. Nicht überall glaubt man ihm.

Eigentlich ging es bei „Maybrit Illner“ am Donnerstag Abend über ein „Gespaltenes Land, geschrumpfte Parteien – wird Deutschland unregierbar?“. Dann rückte doch eine Bemerkung in den Mittelpunkt, die dem CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer seit Anfang der Woche vernichtende Kritik beschert – die Schmähung des „Fußball spielenden, ministrierenden Senegalesen“. Im ZDF bezeichnete Scheuer seine Äußerungen erneut als „Überspitzung“, das habe er so „bewusst gekennzeichnet“. Er wollte damit keinen Vereinsvorsitzenden oder Pfarrer treffen, sagte Scheuer. Dann fügte er an, mit wem er alles telefoniert habe: mit dem Evangelischen Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm; mit dem Regensburger Generalvikar Michael Fuchs (der Scheuers Äußerung über Facebook bundesweit publik gemacht hatte), mit dem CSU-Vordenker Alois Glück. Mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx habe es allerdings noch nicht geklappt.

"Ja, es gab das Telefonat"

Die Erwähnten bestätigen auf Anfrage die Gespräche. „Ja, es gab das Telefonat“, sagt der Sprecher des Bistums Regensburg, Clemens Neck. Mehr gebe es aber nicht zu sagen. Ähnlich Johannes Minkus, Sprecher von Bedford-Strohm. Auch Alois Glück bestätigt: Scheuer habe ihn angerufen. Es gab ein längeres Gespräch – und es fielen wohl deutliche Worte seitens des ehemaligen CSU-Fraktionschefs. „Wir sollten das Thema abhaken“, mahnt Glück jetzt. Er ist allerdings auch alarmiert, denn die „heftigen Reaktionen“ auf die Scheuer-Äußerungen zeugten, so Glück, von einem „Entfremdungsprozess“ der CSU zu engagierten Mitgliedern von Kirchen, aber auch Sportvereinen. Gewisse „Sprüche einiger Akteure“ zeigten ein Zerrbild, was in Bayern, auch von der Staatsregierung, bei der Versorgung und Integration von Flüchtlingen tatsächlich geleistet werde.

Alois Glück fordert Respekt Haltung

Glück beklagt generell eine „Verrohung“ der Sprache, eine Polarisierung der Gesellschaft – nicht immer nur inZusammenhang mit der Flüchtlingsdiskussion. „Gehäufte Angriffe auf Polizisten, auf Sanitäter, wüste Beschimpfungen von politischen Mandatsträgern – das gab es vor fünf Jahren so noch nicht.“ Respekt, Haltung, das sind Vokabeln, die nun gefragt seien. So weit sei es nun gekommen, dass man schon an den Wert des christlichen Menschenbilds und an Artikel 1 im Grundgesetz erinnern müsse.

Die Initiative des Lehrerverbands BLLV, der ein Manifest „Haltung zählt“ gegen Verrohung und Aggression verabschiedet hat, hat Glück gut gefallen. Er schrieb BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und bot seine Unterstützung an.

Das Manifest wirkt wie ein vorweg genommener Protest gegen die Scheuer-Sätze. Fleischmann hatte es am 8. September vorgestellt. Angeprangert wird eine „Sprache des Hasses“, die sich im Zuge der Flüchtlings-Diskussion eingeschliffen hat. Flüchtlingsflut, Asylant, aber auch generelle Beleidigungen gegen Lehrer („schwule Sau“) – es reicht, meint Fleischmann. Deshalb das Manifest. Im Oktober will die BLLV-Chefin eine Liste mit Erstunterzeichnern präsentieren. Nächste Woche wird sie dazu den Kultusminister treffen. Zu Scheuer sagt sie: „Unabhängig von der Person sind solche diffamierenden Äußerungen schädlich.“ Ob Scheuer ihr Manifest lesen solle? „Ich habe nicht vor, jedem das zuzuschicken, weil uns seine Sprüche nicht gefallen.“ Aber sie würde gern mit ihm darüber reden. Wieder jemand, mit dem Scheuer telefonieren darf.

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