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Spaenle und Seehofer

Nach öffentlicher Kritik

Seehofer entschuldigt sich bei Spaenle

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Es ist eine ungewöhnliche Geste: Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich am Freitagabend öffentlich für seine Kritik an Kultusminister Ludwig Spaenle entschuldigt.

München– Wenn seine Minister nicht richtig spuren, kann Horst Seehofer ein harter Chef sein. Aus den Ministerratssitzungen ist regelmäßig zu hören, dass die Ressortchefs gerüffelt werden. Dennoch ließ es vor einer Woche aufhorchen, als Seehofer Kultusminister Ludwig Spaenle (beide CSU) für dessen Haltung in der Diskussion um die Abiturdauer öffentlich kritisierte. „In ungefähr vierteljährlichem Abstand gibt es neue Ideen - und das immer mit dem Satz: Aus tiefer Überzeugung“, sagte Seehofer den Zeitungen „Passauer Neue Presse“ und „Donaukurier“.

Seehofer: „Das bedauere ich.“

Offensichtlich ist der CSU-Chef selbst ein wenig über die Wucht seiner Worte erschrocken. Beim Fischessen der Schwabinger CSU im Münchner Hofbräuhaus sagte er am Freitagabend, seine Kritik an der Bildungspolitik sei allgemein gemeint gewesen – das sei „ein bisschen schepps rübergekommen“. „Das bedauere ich.“ Tatsächlich arbeite er mit Spaenle, der Vorsitzender des Münchner CSU-Bezirksverbands ist, „sehr gut zusammen“. 

Das Interview hatte allerdings durchaus nach Kritik am Kultusministerium geklungen: „Dass alle Fragen beantwortet werden können, habe ich schon oft gehört. Beispielsweise hieß es, bei der Schulverwaltung sei alles geklärt. Jetzt haben wir diesbezüglich die helle Unruhe im Land. Das gefällt mir nicht.“ Deshalb habe er die Gespräche nun an sich gezogen, Spaenle sei „aber immer dabei“.

Und die Gespräche laufen auf Hochtouren: In der kommenden Woche soll die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Gymnasiums fallen. Am Montag und Dienstag gibt es Gespräche mit Fachpolitikern und Fraktionsspitze. Am Mittwoch soll die CSU-Fraktion dann eine Entscheidung treffen. In der Staatsregierung scheint die Entscheidung für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium eigentlich längst gefallen. Es soll nur noch eine „Überholspur“ für besonders talentierte Schüler geben. Die Gespräche mit der Fraktion sind Seehofer aber besonders wichtig, weil es dort etliche Kritiker der verlängerten Schulzeit gibt. Am Freitag hatte sich Seehofer bereits mit Vertretern der Kommunen zum Thema getroffen, am Donnerstag mit Lehrerverbänden.

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