Zugverkehr in NRW wegen Sturmtief eingestellt: Hier tobt sich „Friederike“ aus

Zugverkehr in NRW wegen Sturmtief eingestellt: Hier tobt sich „Friederike“ aus
+
Das Dach der Zentralmoschee in Köln.

Islam-Dachverband

Ditib verweigert Teilnahme an Anti-Terror-Demo von Muslimen

In Köln wollen am Samstag Muslime gegen islamischen Terror auf die Straße gehen. Der Islam-Dachverband Ditib kritisiert dies - und wird dafür scharf kritisiert.

Der größte Islam-Dachverband in Deutschland, die türkisch-islamische Union Ditib, wird sich nicht an dem in Köln geplanten Friedensmarsch von Muslimen gegen islamistischen Terror beteiligen. „Forderungen nach „muslimischen“ Anti-Terror-Demos greifen zu kurz, stigmatisieren die Muslime und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen“ heißt es in einer veröffentlichten Erklärung von Ditib. Unter dem Motto „Nicht mit uns“ wollen Muslime aus ganz Deutschland am Samstag in Köln mit dem Friedensmarsch ein Zeichen setzen.

Ditib warf den Organisatoren eine „öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung“ vor. Zudem sei fastenden Muslimen nicht zumutbar, „stundenlang in der prallen Mittagssonne bei 25 Grad zu marschieren und demonstrieren“. Ditib werde am Freitag in allen Moscheen in Deutschland ein Bittgebet gegen den Terror und für den Frieden halten.

Zentralrat der Muslime: „Wir müssen auf die Straße gehen“

Der Zentralrat der Muslime hat sich dagegen ausdrücklich hinter die Demonstration gestellt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat und andere Extremisten wollten "mit ihren Morden die Spaltung der Gesellschaft", sagte der Zentralratsvorsitzende und derzeitige Sprecher des Dachverbandes Koordinationsrat der Muslime, Aiman Mazyek, der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf vom Donnerstag.

"Das Beste, was ihnen passieren kann, ist, wenn wir den Islam mit ihrem mörderischen Terror in einen Topf werfen", fügte Mazyek mit Blick auf die Dschihadisten hinzu. "Wir müssen weiter auf die Straße gehen, uns zeigen, für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und den Frieden kämpfen und den Extremismus verurteilen." Öffentliche Demonstrationen seien dafür ein geeignetes Mittel. Deshalb werde sich der Zentralrat auch an den Friedensmärschen in Köln und eine Woche später in Berlin beteiligen.

Volker Beck: Ditib wird zum „Problembären“

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erklärte, Ditib habe sich mit der Kritik an der Kölner Kundgebung "als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet". Der Verband werde "immer mehr zum Problembären der islamischen Verbändelandschaft". "Wer als Religionsgemeinschaft die Millionen Muslime in Deutschland repsäsentieren will, muss auch seine gesellschaftliche Verantwortung annehmen", erklärte Beck. Dazu seien "die Ditib-Strukturen nicht in der Lage".

Unter dem Motto "Nicht mit uns" wollen am Samstag in Köln Muslime mit Unterstützung zahlreicher Verbände und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gegen islamistischen Terror und Gewalt demonstrieren. Zum dem Friedensmarsch werden zehntausend Teilnehmer erwartet, Initiatoren sind die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der muslimische Friedensaktivist Tarek Mohamad.

Unterstützt wird die Demonstration auch von der Türkischen Gemeinde, aber auch von christlichen Gruppen und deutschen Parteien. Zu den zahlreichen Einzelunterzeichnern des Aufrufs zählen zudem führende Politiker von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP ebenso wie der Schriftsteller Navid Kermani und die Fernsehmoderatorin Nazan Eckes.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diese SPD-Frau erklärt GroKo-Ablehnung mit verblüffendem Grund
Nach den Sondierungen könnten Gespräche über eine neue GroKo starten - wenn der Parteitag der SPD zustimmt. Die Sozialdemokraten hadern aber mit den …
Diese SPD-Frau erklärt GroKo-Ablehnung mit verblüffendem Grund
Trump verteilt „Fake News Awards“ - scheitert aber zunächst an einem Detail
Der US-Präsident und die „Fake News“, das ist eine lange Geschichte. Unredlichkeit wollte Trump nun mit „Awards“ herausstellen - das war aber nicht so einfach, und zum …
Trump verteilt „Fake News Awards“ - scheitert aber zunächst an einem Detail
Kurz bei „Maischberger“: Auf eine Frage findet Österreichs Kanzler keine Antwort
Sebastian Kurz ist Europas jüngster Regierungschef. Im Kreuzverhör bei „Maischberger“ zeigte sich der Polit-Shootingstar souverän - eine Frage brachte ihn aber in Nöte.
Kurz bei „Maischberger“: Auf eine Frage findet Österreichs Kanzler keine Antwort
Umfrage-Schock für Schulz und SPD
Im Zuge der Debatte über eine erneute große Koalition verliert die SPD in der Bevölkerung weiter an Zuspruch. Mehr als eine Millionen Wähler würden nicht mehr für die …
Umfrage-Schock für Schulz und SPD

Kommentare