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Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). 

Verblüffende Rechnung

Experte: So wird der Staat an Flüchtlingen verdienen

Berlin - Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, überrascht mit einer Rechnung, die den Flüchtlingsstrom nach Deutschland in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

Nach spätestens sieben Jahren bringe ein Flüchtling dem Staat mehr Geld ein, als er ihn koste, sagt der DIW-Präsident Marcel Fratzscher gegenüber der Zeitung "Die Welt". In dem Interview zeigt sich Marcel Fratzscher schockiert "wie einseitig die Debatte geführt wird". Er selbst sehe Deutschland durch die neue Entwicklung auf dem Weg zu wichtigen Reformen. "Viele Flüchtlinge schaffen schon nach wenigen Jahren einen Mehrwert für die deutsche Wirtschaft", betont Fratzscher.

Der Wirtschaftsexperte macht dabei keinen Hehl daraus, dass die Integration der vielen Flüchtlinge sehr schwer und auch teuer werde, aber, so Fratzscher: "Die Erfahrung zeigt, dass in den ersten beiden Jahren wohl 90 Prozent aller anerkannten Flüchtlinge arbeitslos sein werden, und nach fünf Jahren könnten es noch 50 Prozent sein", sagt Marcel Fratzscher. Trotzdem, so der Experte, würden Flüchtlinge auf Dauer einen wirtschaftlichen Mehrwert schaffen.

Zu den Punkten, die Fratzscher anführt, gehört, dass Flüchtlinge Einkommen schaffen, die Unternehmenserträge steigern und die Produktivität der Firmen erhöhen würden. "Nach unseren Berechnungen erwirtschaftet ein Flüchtling nach fünf bis sieben Jahren mehr, als er den Staat kostet", sagt der Präsident des DIW.

Es könne bei der Finanzierung der Integration allerdings zu Engpässen kommen, daher ruft Fratzscher dazu auf, alle Reserven zu mobilisieren.

Die Flüchtlingskrise bezeichnet der Experte als "Weckruf" für die deutsche Politik. Fratzscher wörtlich: "Wir brauchen eine massive Umschichtung der staatlichen Ausgaben. Der Staat hat endlich erkannt, dass er mehr in Bildung und Infrastruktur investieren muss."

js

Alle Informationen zur aktuellen Flüchtlingssituation finden Sie in unserem News-Ticker.

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