Schauspieler Ulrich Pleitgen ist tot

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Der Laudator für die CSU: Django Asül (44).

Kabarettist bei Festakt

Wie Asül heute Abend die CSU derbleckt

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Jubelarien sind nicht zu erwarten: Zum Festakt „70 Jahre CSU-Landtagsfraktion“ haben die Abgeordneten den Kabarettisten Django Asül als Redner eingeladen. Welche Verfehlungen darf er der CSU vorhalten, ehe er am Montagabend des Saales verwiesen wird? Wir haben mit dem Niederbayern vorab geredet.

Wer ist im Hause Asül eigentlich als Redenschreiber angestellt? Ehefrau? Kinder? Minderjährige?

Das trifft mich jetzt hart, dass ihr mir die Schreibkompetenz absprecht.

Keine Verwandten beschäftigt? Tut mir leid, dann sind Sie bei der CSU-Fraktion ein Außenseiter.

Der Fraktionschef Thomas Kreuzer wollte ja keinen Lobhudel-Redner aus den eigenen Reihen, sondern einen neutralen und objektiven Beobachter. Ich mache für die CSU-Fraktion praktisch das, wofür sich Unternehmen wie VW oder Daimler teure US-Kanzleien ins Haus holen: Nach Skandalen die Geschehnisse aufarbeiten. Diese Funktion fülle ich gerne aus.

Darf man über 70 Jahre CSU-Affären scherzen?

Das ist sogar ein Muss. Es wird einiges auf den Tisch kommen. Die 70 Jahre, vor allem die letzten zehn, waren ja an amüsanten Anekdoten nicht arm. Ob das bei meiner Rede für alle Beteiligten so amüsant wird, wage ich allerdings zu bezweifeln. Das große Glück in Bayern ist, dass Fraktion und Staatsregierung recht humorverträglich sind.

Was also ist an 70 Jahren Fraktion zu würdigen?

Dass die Staatsregierung sich so vieles erlauben konnte und kann, weil sie die Fraktion als Lebensversicherung hat. Die Abgeordneten sind eine Art Münchner Rück für die Staatskanzlei.

Das könnte Edmund Stoiber nach Kreuth 2007 in Nuancen anders sehen.

Ach, er kommt auch zum Festakt. Er ist bestimmt froh, wieder die alte Nestwärme zu spüren. Man muss halt wissen: Die Fraktion lässt jemanden aufsteigen, begleitet einen dann aber auch mal mehr oder minder sachte in Richtung Ausgang. Für mich als Chronisten ist dieses Kapital natürlich besonders interessant in meiner Rede.

Es gab ja auch eine ganz ernste, bittere Zeit für die CSU, fünf Höllenjahre, die Folterphase – die Koalition mit der FDP. Das muss man totschweigen als Festredner, oder?

Nein! Im Gegenteil. Vielleicht bin ich da auch in der Rolle des Mahners. Also was ein Gauck bei irgendwelchen Feierlichkeiten von sich gibt, diesen Pathos, den muss ich in diesen Teil der Rede schon reinlegen. Und die CSU war ja nicht beleidigt, sondern hat die FDP als Gelbe Karte für vorangegangene Fouls akzeptiert. Natürlich nur temporär.

Bei allem Schmäh: Alles falsch gemacht hat die CSU in den 70 Jahren ja nicht. Darf man loben als Kabarettist?

Des interessiert mich jetzt eigentlich weniger. Es gibt ja auch noch andere Redner...

...den Seehofer...

...die aber erst nach mir an die Reihe kommen. Die Pflöcke ramm’ ich mal in den Boden. Loben können dann andere. Wobei die CSU durchaus in der Lage ist, auch ohne Fremdeinwirkung sich selber prima zu finden. Da ist nicht jeder so zaudernd bis schüchtern wie Markus Söder.

Am Dienstag ist München-Premiere Ihres neuen Programms „Letzte Patrone“ im Lustspielhaus. Was kriegt der normale Zuschauer zu hören, was Sie der CSU nicht antun?

Es wird ein pseudo-philosophisches Programm, also eine Riesengaudi, wo alles vorkommt, was die Leute beschäftigt: Flüchtlinge, Elektromobilität, sozialer Aufstieg. Ausgangspunkt ist eine Statistik, die ich gelesen habe: Das deutsche Volk wird im Schnitt jedes Jahr einige Tage älter. Aber ich werde innerhalb eines Jahres ein ganzes Jahr älter. Mir läuft also die Zeit davon! Ich werde deshalb von meinem täglichen Seniorenstammtisch in Hengersberg berichten. Wer Unfug mit Tiefgang will, wird seinen Spaß haben. Ich sehe mich sozusagen als ideale Ergänzung zu CSU-General Andi Scheuer.

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