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Alexander Dobrindt (CSU)  ist seit Ende 2013Bundesverkehrsminister.

Interview

Dobrindt: „Schnellstartern geht früher die Luft aus“

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München - Es sind wohl zwei Welten: Erst in Washington, dann in den Fischsemmel-Schwaden am Politischen Aschermittwoch. Alexander Dobrindt will seine Rede in Passau auch dazu nutzen, die CSU vor Antiamerikanismus zu warnen.

Herr Dobrindt, Sie kommen eben aus den USA zurück. Waren Sie beim Freund oder Feind?

Alexander Dobrindt: Bei Freunden, zu denen wir seit Jahrzehnten ein enges Vertrauensverhältnis haben und die einer unserer engsten Handelspartner sind. Auch wenn manches, was wir zurzeit in den USA beobachten, auf uns fragwürdig wirkt. Es bleibt dabei: Unsere Rückversicherung bei internationalen Krisen ist das transatlantische Bündnis. Ich kenne keine andere Telefonnummer, die wir anrufen können, wenn wir internationale Hilfe brauchen. Wir sagen den USA aber auch, dass Isolationismus nicht die Lösung im 21. Jahrhundert sein kann.

Zu welchem Umgang und welchem Umgangston gegenüber den USA raten Sie Ihren Unions-Kollegen?

Dobrindt: Unbedingt die Gesprächs- und Kontaktkultur wahren, konstruktiv bleiben. Wir müssen nicht alles gut finden, was in den USA passiert, aber wir dürfen auch keinen Überbietungswettbewerb in billigem Antiamerikanismus starten. Ich halte wenig von einer Weltsicht der ständigen Empörungskultur. Eine Arbeitsteilung nach dem Motto „Die einen empören sich und die anderen sichern Machtbalance und Frieden“ wird nicht funktionieren.

Sie haben sich geärgert über die stark Trump-kritische Rede Lammerts in der Bundesversammlung?

Dobrindt: Der Bundestagspräsident hat eine in weiten Teilen eindrucksvolle Rede gehalten. Allerdings glaube ich, dass die Passage zu Amerika zu einfach und zu sehr auf schnellen Applaus ausgerichtet war. Einem demokratisch gewählten Präsidenten wie Trump vorzuwerfen, dass er sich zuallererst um sein Land und seine Bevölkerung kümmert, ist etwas schief und ungerechtfertigt.

Sie sind heute einer der Redner in Passau. Wollen Sie der Halle erklären, dass Merkel doch wieder die Tollste und Größte ist?

Dobrindt: Die Unionsparteien haben in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, dass sie mit Willen zu Fortschritt und Innovation das Land voranbringen können, Wachstum, Arbeit und Wohlstand sichern. Dem stelle ich die linken Parteien gegenüber: Fortschrittsfeindlich, verzagt, ideologisch, reden unser Land schlecht. Ohne die Union wäre Deutschland heute bei Weitem nicht so stark, wie es ist.

Aha. Schlachtruf: Wählt Merkel, denn Schulz wäre noch schlimmer?

Dobrindt: Falsch. Schlachtruf: Die Unionsparteien sind gemeinsam stärker als allein. Wir wollen gemeinsam die harte Auseinandersetzung mit dem Kandidaten Schulz suchen und den Menschen klar die Unterschiede aufzeigen zwischen einer bürgerlichen Regierung und einer linken Republik.

Wär’s hilfreich, wenn Kandidatin Merkel in den Wahlkampfmodus fände?

Dobrindt: Diese Wahlauseinandersetzung 2017 wird nicht auf der Kurzstrecke entschieden, sondern im Marathon. Schnell-startern geht meistens früh die Luft aus. Schulz muss erst noch beweisen, wie viel Kondition er hat. Die Union kann Marathon.

In Passau redet ein halbes Dutzend CSUler. Täuscht der Eindruck, dass jeder auf die Bühne darf, der nicht Söder heißt?

Dobrindt: Unsinn. Bei uns leidet keiner unter mangelnder Beschäftigung.

Interview: Christian Deutschländer

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