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CNN-Moderator Anderson Cooper griff in seiner Sendung die kurz zuvor mutmaßlich gefallene Trump-Äußerung auf und erzählte sichtlich bewegt von seinen Erfahrungen auf Haiti.

Reaktion auf verletzende Worte

Wegen Beleidigung: CNN-Moderator legt sich mit Trump an

Donald Trump hat mit seinem verbalen Ausfall über „Drecksloch-Staaten“ weltweit empört. CNN-Moderator Anderson Cooper kennt eines der Länder - Haiti - und weiß um die Probleme der Menschen dort.

Atlanta - Die Bemerkung von US-Präsident Donald Trump über „shithole countries“, aus denen viele Migranten illegal in die USA kämen, hat auch einen prominenten US-Journalisten tief getroffen. CNN-Moderator Anderson Cooper griff am Donnerstagabend (Ortszeit) in seiner Sendung „Anderson Cooper 360°“ die kurz zuvor mutmaßlich gefallene Trump-Äußerung auf und erzählte sichtlich bewegt von seinen Erfahrungen auf Haiti - unter anderem nach dem schweren Erdbeben 2010. „Sie (die Haitianer) haben Würde. Eine Würde, von der der Präsident mit all seinem Geld und seiner Macht lernen könnte“, so Cooper.

Haiti im Westen der Karibikinsel Hispaniola gehört zu den Ländern, die Trump laut Insidern während Beratungen im Weißen Haus über Immigration als „Drecksloch“-Staaten bezeichnet hatte. „Lasst mich deutlich sein: Das Volk von Haiti hat mehr durchgemacht, mehr ausgehalten, mehr gegen Unrecht angekämpft als unser Präsident es jemals gemacht hat“, sagte Cooper, der sich beruflich erstmals in den frühen 1990er Jahren in dem Land aufgehalten hatte. Der Videomitschnitt seiner Reaktion bekam auf Twitter bis Samstagvormittag mehr als 180.000 Likes und 85.000 Retweets.

Wie in allen Ländern gebe es natürlich auch in Haiti gute und böse Menschen, Arme und Reiche, gut Ausgebildete und Ungebildete, sagte Cooper. Aber: „Du musst an einem solchen Ort überleben können, an dem die Regierung die Menschen oft im Stich lässt. Wo es kaum Möglichkeiten gibt und wo Mutter Natur Menschen weit härter bestraft als jemand jemals bestraft werden sollte.“

Anderson macht sich für krisengebeutelte Haitianer stark

Die dortigen Naturgewalten zeigten sich besonders verheerend in dem Erdbeben vom 12. Januar 2010, bei dem mehr als 200.000 Menschen ums Leben kamen und Hunderttausende ihre Häuser verloren. Damals waren der CNN-Starjournalist und sein Team als erste internationale Reporter vor Ort. Dabei erlebte Cooper überwältigende Szenen wie die der wundersamen Rettung eines fünf Jahre alten Jungen, der mehr als sieben Tagen unter Trümmern begraben war, wie er den Tränen nahe erzählte. Auch erlebte Cooper den Moment, als ein ebenfalls verschüttetes Mädchen namens Bee gerettet wurde - von Menschen, die kein schweres Bergungsgerät besaßen. „Sie hatten bloß ihre von Gott gegebene Stärke und ihre Entschlossenheit...und ihren Mut“, erinnert sich Cooper jetzt.

Trumps verletzende Worte fielen just einen Tag vor dem Jahrestag des Bebens - auch das versetzte Cooper zusätzlich einen Stich. „Am Vorabend des Jahrestages des Erdbebens, als der Präsident sagte, was er über Haitianer gesagt hat, hoffen wir, dass die Menschen in Haiti heute Nacht in Port-au-Prince und Jacmel, Miami und wo auch immer - wir hoffen, dass sie wissen, unsere Gedanken sind bei ihnen und unsere Liebe auch.“

dpa

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