Unterstützer von Donald Trump: Rudolph „Rudy“ Giuliani, ehemals Bürgermeister von New York.
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Unterstützer von Donald Trump: Rudolph „Rudy“ Giuliani, ehemals Bürgermeister von New York.

„Beweise“ sollten „ausgegraben“ werden

Neue Tonband-Aufnahmen: Trump-Anwalt Giuliani setzte wohl Ukraine wegen Biden unter Druck

  • Patrick Mayer
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Wegen Joe Biden: Der Anwalt von Donald Trump gerät durch Tonband-Aufnahmen in Erklärungsnot. Rudolph Giuliani soll die Ukraine beeinflusst haben.

München/New York - Donald Trump ist längst nicht mehr Regierungschef der USA, und doch hält der 45. Präsident der Vereinigten Staaten das politische Geschehen in seinem Land noch immer auf Trab.

Im Fokus steht derzeit einmal mehr sein Anwalt, Vertrauter und Unterstützer: Rudolph „Rudy“ Giuliani. Seit Wochen steht der einstige Bürgermeister von New York im Fokus der Justiz - und unter Verdacht, illegale Lobbyarbeit für ukrainische Kunden gemacht zu haben. Die US-Bundespolizei FBI ließ daraufhin die Wohnung und das Büro des 77-jährigen Juristen untersuchen, dabei wurden unter anderem Handys und Computer sichergestellt.

Trump-Anwalt Rudolph Giuliani soll wegen Joe Biden Druck auf Ukraine ausgeübt haben

Donald Trump wetterte seinerzeit gegen die Ermittler: „Er liebt dieses Land, und sie durchsuchen seine Wohnung.“ Die Justiz und die Ermittler würden „mit zweierlei Maß“ messen. „Ich weiß nicht, was sie suchen, ich weiß nicht, was sie machen“, meinte Trump weiter. Doch offenbar haben die Ermittler etwas Verdächtiges gefunden. Der Nachrichtensender CNN berichtet von Mitschnitten eines im Juli 2019 geführten Telefongesprächs.

Diese Tonband-Aufnahmen sollen demnach beweisen, dass Giuliani ukrainische Beamte unter Druck gesetzt habe, unbegründeten Vorwürfen gegen Joe Biden nachzugehen. „Beweise“ gegen Biden sollten „ausgegraben“ werden, heißt es in dem Bericht über das angebliche Telefonat Guilianis mit Andriy Yermak weiter, einem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Ermittlungen gegen den damaligen Konkurrenten um die Präsidentschaft sollten angeschoben werden. Laut Nachrichtenmagazin Spiegel dauerte das Gespräch etwa 40 Minuten.

Rudolph Giuliani: Schürte Trump-Anwalt haltlose Vorwürfe gegen Joe Biden?

An einer Stelle des Telefonats sagte Trump-Unterstützer Rudolph Giuliani demzufolge: „Alles, was wir brauchen, ist, dass Präsident Selenskyj sagt: ‚Ich setze einen ehrlichen Ermittler ein, der die Beweise ausgräbt, die es schon gibt.‘ Und gibt es noch mehr, das für eine Beteiligung in 2016 spricht? Und dann muss diese Biden-Sache bis zum Ende verfolgt werden.“ So sollte nachgewiesen werden, dass ukrainische Kräfte vor der Wahl 2016 gegen Trump gearbeitet hätten. Es ist ein Vorwurf, der sich bislang nie verifizieren ließ. Mögliche Ermittlungen gegen Biden würden positive Folge auf die diplomatischen Beziehungen beider Länder haben, soll Giuliani damals erklärt haben.

Mittlerweile ist der 78-jährige Biden Regierungschef und Staatsoberhaupt. Und: Der Spitzenpolitiker aus den Reihen der Demokratischen Partei lud nun den ukrainischen Präsidenten Selenskyj für den Sommer in die USA ein, nachdem dieser ihn wegen eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für Mitte Juni kritisiert hatte. Während all das stattfindet, wird zeitgleich der Druck auf den Trump-Getreuen Giuliani immer größer. (pm)

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