Donald Trump bei einer Rede vom Balkon des Weißen Hauses im Oktober 2020
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Donald Trump bei einer Rede vom Balkon des Weißen Hauses im Oktober 2020

„Lasst uns sehen, was sie finden“

Donald Trump schluckt Wahlniederlage einfach nicht - Ex-Präsident schöpft neue Hoffnung

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Die Hoffnungen von Ex-Präsident Donald Trump scheinen nicht zu schwinden. Vor Anhängern sprach er über die Nachzählung in Arizona. Anderswo über eine Kandidatur 2024.

Palm Beach - Donald Trump hört nicht auf. Seit über 100 Tagen ist er nun nicht mehr Präsident* der USA. Trotzdem scheint er seine Niederlage immer noch nicht fassen zu können.

In Arizona werden sogar über zwei Millionen Stimmzettel wieder in Augenschein genommen. Zwar würden dort mehr Stimmen für ihn am Ende die Gesamtverhältnisse der US-Wahl nicht umkehren und Biden weiterhin Präsident bleiben, aber bei den Trump-Fans könnte es den Eindruck erhärten, bei der Wahl sei etwas falsch gelaufen.

Donald Trump gibt nicht auf: „Es würde mich nicht überraschen, wenn sie tausende und abertausende Stimmen finden“

Donald Trump jedenfalls hat offenbar große Hoffnungen: „Lasst uns sehen, was sie finden. Es würde mich nicht überraschen, wenn sie tausende und abertausende Stimmen finden“, erzählt er gegenüber Gästen im Luxusanwesen Mar-a-Lago. „Ein paar sehr interessante Dinge passieren in Arizona“, fügte Trump hinzu. Diese Bemerkungen stammen aus einem Video von TikTok, über das die US-amerikanische Onlinezeitung Huffpost berichtet. Es sei am 28. April aufgenommen worden, als Trump sich für die Zeit des Sommers aus Florida verabschiedete.

Und Trump hat noch nicht genug: „Danach schauen wir uns Pennsylvania an und Georgia, dann Michigan und Wisconsin sowie New Hampshire. Sie haben gerade in New Hampshire viele Stimmen gefunden ... Habt ihr das gesehen?“, fügte er hinzu. Dabei ist jedoch unklar, worauf er sich bezieht. Sein viel wiederholtes Fazit ohne Belege: „Dies war eine manipulierte Wahl, jeder weiß es, und wir werden es sehr genau beobachten“, schloss er unter Zustimmungsrufen seiner Anhänger vor Ort.

Hochrangige Republikanerin reagiert auf Trump-Aussage: „Die große Lüge“

Doch nicht allen Republikanern gefallen Trumps Erzählungen. Liz Cheney, eine hochrangige Republikanerin im Repräsentantenhaus, schrieb am Montag auf Twitter: „Die Präsidentschaftswahlen 2020 wurden nicht gestohlen. Jeder, der dies behauptet, verbreitet DIE GROSSE LÜGE, kehrt der Rechtsstaatlichkeit den Rücken und vergiftet unser demokratisches System.“ Laut Spiegel reagiert sie damit auf eine weitere Äußerung von Trump am Montag: Die verfälschte Präsidentschaftswahl von 2020 wird von diesem Tag an bekannt sein als DIE GROSSE LÜGE.“ Durch mit ihrer Aussage dürfte Cheney die Rufe derer verstärken, die sie aus der Führungsriege der Republikaner im Repräsentantenhaus entfernen wollen. Denn in der Partei herrscht ein bislang ungeklärter Richtungsstreit nach der Niederlage Trumps.

Gartenaufsteller als Donald-Trump-Fanartikel: „Beschuldige mich nicht, ich habe Trump gewählt“

Trump sammelt derweil weiter fleißig Spenden und verkauft auf seiner Webseite „Save America“ Fanartikel. T-Shirts, Basecaps, Tassen, Strohhalme und Gartenaufsteller mit der Aufschrift „Beschuldige mich nicht, ich habe Trump gewählt“: Mit zahlreichen Produkten in den Farben der USA können sich Fans von ihrem Idole Produkte kaufen. Bei den Spendenbeiträgen steht hingegen nicht näher dabei, wofür Willige ihr Geld überweisen. Dort heißt es nur: „Die Bewegung ‚Make America Great Again‘ steht erst am Anfang. Präsident Trump fordert Sie auf, sich zu engagieren und Gründungsmitglied seines Save America Teams zu werden.“ Und: „Bitte spenden Sie JEDEN BETRAG in der NÄCHSTEN STUNDE, um auf die offizielle Spenderliste der Gründungsmitglieder von Präsident Trump zu gelangen.“ Wohlbemerkt: Auch Stunden später ändert sich diese Aussage nicht (Stand: 4. Mai).

In einem Gespräch mit dem konservativen Kommentator Dan Bongino äußerte Trump jüngst, wenn er noch einmal für die Präsidentschaft antreten würde, wäre nach den Zwischenwahlen 2022 „wahrscheinlich der am besten geeignete Zeitpunkt“, dies zu verkünden. Bis zu einer Entscheidung Trumps könnte es also noch rund 1,5 Jahre dauern. (cibo)

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