Staatsanwaltschaft ermittelt

Trump-Audio aufgetaucht - „Etwas Schlimmes ist passiert“

  • Fabian Müller
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Der Mitschnitt eines Telefongesprächs könnte für den ehemaligen US-Präsident Donald Trump zu Problemen führen. Die Staatsanwaltschaft in Georgia hat Ermittlungen aufgenommen.

Washington - Es ist schon längere Zeit bekannt, dass der ehemalige US-Präsident Donald Trump* am Telefon versucht hat, nach der US-Wahl die Chefermittlerin aus Georgia* zu beeinflussen. Sie solle den Betrug aufdecken, denn „etwas Schlimmes ist passiert“, sagte der damalige Präsident über die aus seiner Sicht schlecht ausgegangene Präsidentschaftswahl*. Und weiter: Würde die richtige Antwort ans Tageslicht kommen, werde Sie, Chefermittlerin Frances Watson, mit Lob bedacht.

Bisher wurden lediglich einzelne Bestandteile des Gesprächs öffentlich, nun konnte aber das Wall Street Journal erstmals den kompletten sechsminütigen Anruf auswerten. Bacon antwortete demnach: „Ich kann ihnen versichern, dass unser Team nur an der Wahrheit interessiert ist und daran, Informationen zu finden, die auf den Fakten beruhen.“

Donald Trump: Mitschnitt des Telefongesprächs aufgetaucht - Strafrechtliche Untersuchung eingeleitet

Doch Trump bestand auf seinem Punkt: „Ich habe alles gewonnen, außer Georgia. Und ich habe Georgia gewonnen, das weiß ich. Mit großem Abstand. Auch die Leute wissen es.“ Trumps Versuche, in die unabhängige Prüfkommission einzugreifen, könnte nun Folgen haben. Nun wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft aus Fulton County in Georgia eine strafrechtliche Untersuchung gegen Donald Trump* eingeleitet hat.

Zu dem Zeitpunkt des Anrufs war Chefermittlerin Watson dabei, mehr als 15.000 Unterschriften in Cobb County auf Richtigkeit zu überprüfen. Die Ermittlerin fand keine Beweise für Betrug, Joe Biden* wurde zum Sieger der Wahl in Georgia erklärt.

Trump forderte Watson in dem Telefonat auch auf, sich Fulton County, dem bevölkerungsreichsten County in Georgia, zu widmen. Ihm zufolge müsse Waton „zwei Jahre zurückgehen“, denn dann werde sie „Dinge finden, die unglaublich sind“, so der ehemalige US-Präsident. Trump spricht im Anschluss von „Unehrlichkeit“, die in Fulton ihre „Hauptader“ habe.

Untersuchung gegen Donald Trump: Staatsanwaltschaft untersucht mehrere Anrufe

Der Sprecher des Büros des republikanischen Staatssekretärs aus Georgia, Brad Raffensperger, sagte im Anschluss an die Veröffentlichung des Mitschnitts zu CNN: „Dieses Telefonat ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die öffentlichen Äußerungen des Büro von Minister Raffensperger auch dass widerspiegeln, was in persönlichen Gesprächen gesagt wurde: Wir würden dem Gesetz folgen, jede legale Stimme zählen und alle Betrugsvorwürfe untersuchen.“ Das sei genau dass, was sie getan hätten.

Auf Anfragen reagierten Trump und sein Büro bisher nicht. Die Staatsanwaltschaft aus Fulton County rief nun dazu auf, Dokumente, die relevant für die Untersuchung sein könnten, aufzubewahren. Der US-amerikanische TV-Sender CNN berichtet von einer Quelle, die besagt, dass insgesamt zwei Telefonanrufe Trumps untersucht würden. Eines der Gespräche ist dem Bericht zufolge ein Anruf aus dem Januar, in dem Trump Raffensperger dazu drängte, Stimmen zu „finden“, um die Wahlergebnisse in Georgia in seine Richtung zu lenken. Das zweite Telefonat ist das nun vom Wall Street Journal öffentlich gemachte. (fmü) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Tasos Katopodis/Imago Images

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