+
Bei Twitter teilte Donald Trump mit scharfer Kritik gegen Donald Trump aus.

Wer ist schuld am Job-Boom?

Trump versus Obama: US-Präsidenten prahlen auf Twitter - und geraten darüber in Streit

  • schließen

Als der ehemalige US-Präsident Barack Obama seine Leistungen für die US-Wirtschaft lobte, platzte Amtsinhaber Donald Trump der Kragen. Es kam zum Schlagabtausch bei Twitter.

  • Barack Obama veröffentlichte am Montag einen Tweet, in dem er seine Leistungen für die US-Wirtschaft betonte.
  • Seinem Nachfolger Donald Trump gefiel das gar nicht. Er machte seinem Ärger ebenfalls bei Twitter Luft.
  • Es kam zum Twitter-Streit der Präsidenten - und einer verdrehte die Tatsachen.

Washington - Der US-Wirtschaft geht es gut. Niedrige Arbeitslosenquoten, ein wachsendes Bruttoinlandsprodukt und konjunktureller Aufschwung nahm Barack Obama, Ex-Präsident der Vereinigten Staaten und Vorgänger von Amtsinhabers Donald Trump, kürzlich zum Anlass, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Mit einem Twitter-Post vor wenigen Tagen verbuchte er die positiven Entwicklungen in der amerikanischen Wirtschaft ein Stück weit für sich. Doch da hat Obama die Rechnung offenbar ohne seinen Nachfolger Donald Trump*, gemacht. Dem gefällt Obamas Selbstlob ganz und gar nicht - es kam zum Twitter-Streit der Präsidenten.

Trump vs. Obama: Schlagabtausch unter Präsidenten bei Twitter

„Heute vor elf Jahren, nahe dem Tiefpunkt der schlimmsten Rezession seit Generationen, habe ich den Recovery Act unterzeichnet und damit den Weg geebnet für mehr als ein Jahrzehnt Wirtschaftswachstum und die längste Phase der Schaffung von Arbeitsplätzen in der amerikanischen Geschichte“, schrieb Obama am Montag auf Twitter. 

Der American Recovery and Reinvestment Act ist ein Gesetzespaket zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise, das Obama am 17. Februar 2009 unterschrieben hatte, berichtet stern.de. Donald Trumps Reaktion - natürlich ebenfalls via Twitter - ließ nicht lange auf sich warten. „Haben Sie den letzten Beschiss gehört? Präsident Obama versucht nun, die Lorbeeren für den Wirtschaftsboom zu ernten, der unter der Trump-Administration stattfindet“, in seinem ersten Twitter-Post über Obamas Aussage. Dann macht er mit unverhohlener Kritik an seinem Vorgänger weiter. Unter Obama habe die schwächste Erholung der US-Wirtschaft seit der großen Rezession gegeben, behauptete der Republikaner, wohingegen es nun die besten Arbeitsplatzzahlen aller Zeiten gebe. 

Trump vs. Obama: Beide scheuen sich nicht vor Selbstlob via Twitter

Um seine Verdienste für die Vereinigten Staaten gebührend kundzutun, setzte Trump noch einen zweiten Tweet ab: „Ich musste unser Militär wieder aufbauen, es war komplett erschöpft“, schrieb Trump. Außerdem habe er für höhere Zinsen, niedrigere Steuern und weniger Vorschriften gesorgt, betonte Trump weiter. Sein Fazit: „Wenn die Demokraten 2016 gewonnen hätten, wären die USA jetzt in großer wirtschaftlicher Not.“ Doch hat Trump mit seinen Aussagen wirklich recht? 

Wie es um die US-Wirtschaft stehen würde, wenn die Demokraten 2016 gewonnen hätten, wird heute niemand mehr herausfinden. Seine anderen Aussagen lassen sich jedoch durchaus überprüfen. Wie die US-Nachrichtenseite Axios berichtet, begann der Aufschwung der US-Wirtschaft bereits lange bevor Trump dort zum Präsidenten gewählt wurde. Trump, der sein eigenes Vermögen mit Immobiliengeschäften erwirtschaftete*, habe im Gegensatz zu anderen Präsidenten eine stabile Wirtschaft geerbt, schreibt das Nachrichtenportal. Und auch ein Blick auf das Bruttoinlandsprodukt legt nahe, dass Trump mit seiner Kritik an Obamas Wirtschaftspolitik wohl nicht richtig liegt. Wie der Sender CNN berichtet, lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt in den letzten drei Jahren von Obamas Präsidentschaft bei 2,3 Prozent, während es in den ersten drei Jahren von Trumps Amtszeit* nicht wesentlich mehr betrug, nämlich 2,5 Prozent

Auch interessant: In diesen Fernsehsendungen und Filmen* war der amtierende US-Präsident vor seiner Amtszeit zu sehen.

Trump vs. Obama: Ein Bericht der BBC zeigt, dass Trump mit seiner Kritik falsch liegt

Zudem berichtete der britische Sender BBC, dass die amerikanische Wirtschaft unter Trump zu keinem Zeitpunkt nur annähernd Obamas Rekordwert von stattlichen 5,5 Prozent Wachstum im zweiten Quartal 2014 erreicht hat. Trumps Aussage, unter Obama habe es die schwächste Erholung der US-Wirtschaft seit der großen Rezession gegeben, ist also bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt definitiv falsch.

Während Trump und Obama sich streiten, finden sich derzeit die neuen Präsidentschaftskandidaten. Demokrat und US-Milliardär Michael Bloomberg steht dabei in der Kritik. 

Übrigens: Barack Obama sorgte erst im Januar mit einem Tweet für Aufsehen. Zum Geburtstag seiner Frau Michelle postete er ein rührendes Foto in dem sozialen Netzwerk

*Merkur.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Boris Johnson in "stabilem Zustand"
Aufatmen in Großbritannien: Regierungschef Boris Johnson geht es etwas besser. Über den Berg ist er damit aber wohl noch nicht.
Boris Johnson in "stabilem Zustand"
Donald Trumps Pressesprecherin hört nach weniger als einem Jahr wieder auf
Donald Trump muss wieder einen Posten neu besetzen. Stephanie Grisham tritt zurück. Die Nachfolge soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden.
Donald Trumps Pressesprecherin hört nach weniger als einem Jahr wieder auf
Trotz europaweiter Corona-Krise: Ein Land unternimmt nahezu nichts - Präsident: „Gibt hier kein Virus“
Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind in ganz Europa spürbar. Ein Land will von Covid-19 jedoch überhaupt nichts wissen. Die autokratische Regierung von …
Trotz europaweiter Corona-Krise: Ein Land unternimmt nahezu nichts - Präsident: „Gibt hier kein Virus“
Kommentar: Bitte mit Augenmaß
Was ist den Bürgern in Zeiten von Corona noch erlaubt, was nicht? Die Polizei meint: Ein Buch auf der Parkbank lesen geht gar nicht. Ein Kommentar von …
Kommentar: Bitte mit Augenmaß

Kommentare