Ex-Präsident poltert zurück

Ex-Corona-Beraterin berichtet von „unangenehmem“ Trump-Telefonat - weiterer Moment berührt sie nachhaltig

  • Felix Durach
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Die Corona-Sonderberaterin des ehemaligen US-Präsidenten berichtet in einem Interview von einem unangenehmen Anruf, den sie von Donald Trump erhalten haben soll.

Washington, D. C. - Schon zu Beginn der Corona-Pandemie in den USA zählten sie zu den zentralen Figuren: Anthony Fauci und Deborah Birx standen als Sonder-Berater an der Seite des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und sollten ihre epidemiologischen Fachkenntnisse zur Verfügung stellen. Dass sich die Beziehung zwischen dem Ex-Präsidenten und seinen Beratern als alles andere als harmonisch beschreiben lässt, wurde endgültig durch ein Interview klar, das Birx dem US-Fernsehsender CNN am Wochenende gegeben hatte.

Donald Trump: Beraterin berichtet über „sehr unangenehmes Gespräch“ mit dem Ex-Präsident

Dort berichtet die 64-Jährige unter anderem darüber, dass sie die Wut des ehemaligen US-Präsidenten auf sich gezogen habe, als sie im vergangenen Jahr in einem Interview die Gefährlichkeit des Coronavirus unterstrich. „Das war eine schwierige Zeit, weil jeder im Weißen Haus verärgert war über das Interview und die Deutlichkeit, mit der ich über die Pandemie gesprochen habe“, erklärt Birx gegenüber CNN.

Besonders Donald Trump soll Birx zufolge sehr erzürnt über die Aussagen seiner Beraterin gewesen sein. „Der Präsident hat mich angerufen. Es war sehr unangenehm, sehr direkt und sehr schwer zu hören“, so die Medizinerin. Auf die Rückfrage, ob sie von Donald Trump bedroht wurde, erwiderte Birx lediglich: „Ich würde sagen, es war ein sehr unangenehmes Gespräch.“

Trump: Beraterin entsetzt über Desinfektionsmittel-Vorschlag - „Denke noch jeden Tag daran“

Bereits Mitte März sprach Birx in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC über die Corona-Politik von Donald Trump und gab an, dass ihr vor allem ein Moment noch immer zu schaffen mache: In einer Pressekonferenz im Weißen Haus sprach der Ex-Präsident offen über die Möglichkeit, als Vorbeugung gegen eine Corona-Infektion Menschen Desinfektionsmittel zu spritzen. Die darauf folgende mediale Kritik - auch wenn der Präsident seine Aussage später relativierte - traf nicht nur Trump, sondern auch Birx, die während der Pressekonferenz anwesend war und die Aussagen des damaligen US-Präsidenten unkommentiert stehen ließ.

„Man könnte sehen wie extrem unwohl ich mich in dieser Situation gefühlt habe“, erklärt die Medizinerin. „Um offen zu sein, wusste ich nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Ich denke noch jeden Tag daran“, so Birx weiter.

Donal Trump poltert gegen Ex-Berater - „Zwei Selbstdarsteller, die die Geschichte umschreiben wollen“

Nach dem CNN-Interview vom Wochenende holte jedoch auch Donald Trump erneut zum Rundumschlag gegen seine ehemaligen Berater aus. „Ich denke, es ist an der Zeit über Dr. Fauci und Dr. Birx zu sprechen, zwei Selbstdarsteller, die die Geschichte umschreiben wollen, um ihre schlechten Instinkte und fehlerhafte Ratschläge zu vertuschen, die ich zum Glück fast immer noch gekippt habe“, so der ehemalige US-Präsident in einer am Montag herausgegebenen Erklärung.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump steht an einem Rednerpult flankiert von seinen Corona-Beratern Deborah Birx (l) und Anthony Fauci.

Donald Trump weist Vorwürfe von „schrecklicher“ Beraterin zurück

Mit Blick auf Deborah Birx lies Trump in seinem Statement verlauten: „Dr. Birx war eine schreckliche medizinische Beraterin, weshalb ich selten auf ihre Ratschläge gehört habe.“ Dass es eine „unangenehmes“ Telefonat zwischen ihm und Birx gab, bestreitet der ehemalige US-Präsident jedoch.

Die 64-Jährige schied im Januar 2021 auf eigenen Wunsch aus der Corona-Taskforce des Weißen Haus aus. Zuvor erntete die Medizinerin Kritik, nachdem bekannt wurde, dass Birx mit insgesamt drei Generationen aus zwei Haushalten Thanksgiving gefeiert hatte, obwohl sie die US-Amerikaner öffentlich dazu aufforderte, sich bei den Feierlichkeiten auf den eigenen Haushalt zu beschränken. Fauci agiert auch unter US-Präsident Biden als medizinischer Chefberater. (fd)

Rubriklistenbild: © Mandel Ngan/AFP

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