Donald Trump bei einer Pressekonferenz am 7. September vor dem Weißen Haus.
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Donald Trump bei seiner Pressekonferenz am 7. September vor dem Weißen Haus.

Skurrile Szene in Washington

„Wenn Sie das nicht abnehmen, ...“: Trump gerät in Masken-Streit mit Journalist - und gibt entnervt auf

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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Als Freund des Mund-Nasen-Schutzes gilt Donald Trump ohnehin nicht. Nun hat der US-Präsident einen Journalisten aber sogar mit einer ungewöhnlichen Forderung konfrontiert.

  • US-Präsident Donald Trump befindet sich mitten im Wahlkampf.
  • Ein Thema ist dabei auch die Corona-Krise.
  • Trump selbst galt lange als Masken-Muffel - nun hat er einen Journalisten aufgefordert, den Mund-Nasen-Schutz abzunehmen.

Washington - Masken gelten als wichtiger Schlüssel im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Sie sind aber auch ein Punkt, an dem sich auch Spitzenpolitiker bisweilen schwertun. In Deutschland meist ungewollt: Armin Laschet etwa trug die Maske zu Beginn der Pandemie falsch, der Bundestag sorgte zuletzt mit einer fragwürdigen Passage in einer Masken-Empfehlung für Stirnrunzeln. Anders ist die Lage im Weißen Haus.

Erst im Juli hat Donald Trump zum ersten Mal in der Öffentlichkeit eine Maske getragen. Und nun, zwei Monate vor der US-Wahl*, hat der Präsident der Vereinigten Staaten gar mehrfach insistiert, ein Journalist solle seinen Mund-Nasen-Schutz ablegen. Es war offenbar nicht der erste derartige Vorfall.

Donald Trump will Mund-Nasen-Schutz fallen sehen - Streit mit Journalist bei Pressekonferenz

Bei der Pressekonferenz am Montag (7. September) entwickelte sich ein skurril anmutender Dialog, wie unter anderem die New York Post berichtet. Trump geriet vor laufenden Kameras in eine Meinungsverschiedenheit mit Jeff Mason, einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters. Anlass waren offenbar akustische Verständnisprobleme.

„Sie werden das bitte abnehmen müssen. Sie können das abnehmen. Sie sind... wie viele Fuß stehen sie entfernt“, rief Trump dem Journalisten zu. Auch als der anbot, „viel lauter“ zu sprechen, blieb der US-Präsident bei seiner Aufforderung. „Nun, wenn Sie das nicht abnehmen, klingen Sie sehr dumpf.“

Donald Trump: Masken-Streit am Weißen-Haus - US-Präsident gibt entnervt auf

Mason setzte sich allerdings durch - Trump gab, offensichtlich entnervt, auf. „Ich werde einfach viel lauter sprechen. Ist das besser?“, fragte der Journalist. „Das ist besser. Ja... das ist besser“, entgegnete der US-Präsident*.

Laut New York Post hatte es bereits im Mai einen ähnlichen Dialog mit dem Reuters-Journalisten gegeben. Damals hatte Trump Mason noch vorgeworfen, er wolle "politisch korrekt sein". Am Montag nahmen dem Bericht zufolge andere Pressevertreter ihre Masken ab.

Außenminister Heiko Maas (SPD) nutzte seinen Mund-Nasen-Schutz vor einigen Wochen zu einem anderen Zweck - für Faxen mit den EU-Amtskollegen. Ein Politikwissenschaftler hat unterdessen im Interview mit der Ippen-Digital-Zentralredaktion Bilanz über vier Jahre Trump gezogen: Er sieht wichtige Lektionen auch für Deutschland. Gegenüber Fox News gab Trump jüngst bekannt, dass er 2017 den syrischen Machthaber Assad töten lassen wollte. Damit widerspricht Trump seiner eigenen Aussage. In einem Interview mit dem Enthüllungsjournalisten Bob Woodward wurde jetzt bekannt, dass Trump - trotz merkwürdiger Details - eine enge Freundschaft zu Kim Jong Un pflegt. Ein weiteres Enthüllungsbuch beschäftigt sich unter anderem mit der Ehe von Trump - und einer Aussage Trumps über seine Frau Melania. (fn) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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