Anklagen schon vorbereitet?

Ermittlungen gegen Donald Trump: Landet der Präsident im Gefängnis? US-Magazin mit bahnbrechenden Details

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Donald Trump sieht sich einer ernsten Bedrohung ausgesetzt: Die Staatsanwaltschaft Manhattan möchte dem US-Präsidenten laut Bericht den Prozess machen. Es geht auch um die Deutsche Bank.

  • Donald Trump droht abseits des Präsidentschaftswahlkampfes 2020 weiterer Ärger.
  • Die Staatsanwaltschaft Manhattan bereitet offenbar ein Strafverfahren gegen den US-Präsidenten vor.
  • Es geht offenbar um dubiose Geldgeschäfte seines Imperiums - auch die Deutsche Bank ist involviert.

Manhattan/Washington - Seit etwa zwei Jahrzehnten ist Donald Trump in den USA einer der größten Kunden der Deutschen Bank. Dass es während der weitreichenden Zusammenarbeit, bei der sich der heutige US-Präsident massive Geldsummen geliehen hat, offenbar zu Ungereimtheiten gekommen ist, geht aus einem Bericht des New York Magazine hervor.

Demnach könnte gegen den schwerreichen Unternehmer mit deutschen Wurzeln schon bald ein Strafverfahren eingeleitet werden. Es stehen drei Tatbestände im Raum, mit denen sich laut Bericht die Staatsanwaltschaft des New Yorker Stadtteils Manhattan beschäftigt: Fälschung von Geschäftsunterlagen, Versicherungsbetrug und Steuerbetrug.

Wird US-Präsident Donald Trump der Prozess gemacht? Verdacht von schwerwiegender Kriminalität

Wie der Stein ins Rollen kam? Schon seit geraumer Zeit sieht sich das Imperium von Donald Trump Vorwürfen im Hinblick auf Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Geldern ausgesetzt. Mit aller Macht stemmte sich der Nachfolger von Barack Obama bislang gegen die Herausgabe seiner Steuererklärungen - und schaltete sogar das Oberste US-Gericht ein.

Im August 2020 gab schließlich die Staatsanwaltschaft in Manhattan bekannt, dass sie dem Verdacht eines schwerwiegenden, kriminellen Verhaltens innerhalb der Trump Organization nachgehe. Daraufhin fand eine Vorladung von Trumps Hauptkreditgeber - der Deutschen Bank - statt, wie das NYMAG ausführt. Nach der Besichtigung von Unterlagen steht für den zuständigen Staatsanwalt Cyrus Vance Jr. nun offenbar fest, dass die Indizien für eine Anklage gegen Donald Trump wasserfest sind. Muss der mächtigste Mann der Welt also bald vor Gericht? Eine Verurteilung würde die Chancen auf eine Wiederwahl zum US-Präsidenten nichtig machen. Doch so schnell wird es nicht gehen. Bleibt die Frage, ob es nach einer Abwahl Trumps im November ganz schnell geht mit den Anklagen.

Schon länger befasst sich Staatsanwalt Vance Jr. mit mutmaßlichen heimlichen Zahlungen von Donald Trump, im Zuge von Schweigevereinbarungen von angeblichen Affären des Republikaners - Stormy Daniels und Karen McDougal. Nach wie vor weist Trump die Gerüchte jedoch von sich. Nun hat der Anwalt offenbar noch mehr gegen den US-Präsidenten und sein Unternehmen, die Trump Organisation in der Hand.

Vergeblich hatten sich die Anwälte von Donald Trump um Immunität für den US-Präsidenten bemüht, daher kann Cyrus Vance gleich wegen mehrerer Vergehen gegen den polarisierenden Staatschef ermitteln. „Niemand - nicht einmal der Präsident - steht über dem Gesetz“, erklärte der Advokat im Juli nach der Entscheidung durch den Supreme Court. 

Donald Trump droht Strafverfahren - Staatsanwalt ermittelt wegen mehrerer Vergehen

Was laut NYMag dafür spricht, dass es aufgrund der Machenschaften von Trump nach der nun vollzogenen Ankündigung der Staatsanwaltschaft zu einer Anklage kommt, ist der Umstand, dass Vance Jr. den Ruf habe, vorsichtig zu sein, wenn es um Ermittlungen gegen mächtige Personen gehe. Daher müsse im Fall Trump die Indizienlage schon relativ groß sein, dass sich der Staatsanwalt dazu entschließe, eine Anklage gegen den US-Präsidenten anzustreben.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Gläubigern von Donald Trump, vor seiner Wahl zum US-Präsidenten wurden Trump durch das Geldinstitut hohe Kredite gewährt. Mit Verweis auf das Bankgeheimnis wurden Dokumente über die Geschäfte mit Donald Trump jedoch bis vor wenigen Wochen immer zurückgehalten. Erst im August stimmte die Deutsche Bank zu, „autorisierten Untersuchungen angemessene Informationen zur Verfügung zu stellen“, wie das Handelsblatt schildert.

Bei einem Wahlkampfauftritt im "Swing State" Ohio zeigte sich der US-Präsident unterdessen noch in bester Laune: Unter frenetischem Jubel seiner Anhänger legte Trump sogar ein Tänzchen aufs Parkett. Dabei wird der US-Präsident nun auch von weiterem Bericht der New York Times belastet. Demnach soll Trump Jahre lang keine Steuern gezahlt haben.

Nur wenige Tage nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg will Trump schnell eine neue Richterin am obersten Gerichtshof der USA bestimmen. Die Demokraten wollen das verhindern.

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky/dpa

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