Anhänger von US-Präsident Donald Trump stürmen das US-Kapitolgebäude, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten.
+
Anhänger von US-Präsident Donald Trump stürmen das US-Kapitolgebäude, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten.

Erstürmung des US-Kapitols

„Trump will, dass wir es wild treiben“ - US-Justizministerium kämpft gegen rechtsradikale Gruppen

  • vonAstrid Theil
    schließen

Das US-Justizministerium hat weitere Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Oath Keepers“ angeklagt, die an der Erstürmung des US-Kapitols beteiligt waren.

Washington D.C. - Das US-Justizministerium übt verstärkten Druck auf die rechtsextreme Gruppierung „Oath Keepers“ aus. Wie das Ministerium am Freitag (19.02.2021) mitteilte, sei gegen sechs weitere Mitglieder der Bewegung wegen ihrer Beteiligung am Sturm auf das US-Kapitol Anklage erhoben worden. Den festgenommenen Frauen und Männer werde Verschwörung zur Behinderung eines Regierungsverfahrens, Beschädigung von Bundesbesitz und unbefugtes Betreten eines Bundesgebäudes vorgeworfen.

Einige der Angeklagten, die aus den Bundesstaaten Florida, North Carolina und Ohio stammen, hätten laut Angabe des Ministeriums Verbindungen zum Militär oder zur Polizei. Sie sollen mit den drei bereits im Januar angeklagten Mitgliedern der „Oath-Keepers“-Bewegung zusammengearbeitet haben. Sieben der Frauen und Männer sollen am 6. Januar paramilitärische Ausrüstung getragen haben und im Stil einer taktischen Einheit des Militärs in das Gebäude gestürmt sein.

Rechtsradikale „Oath Keepers“: „Trump hat gesagt, es wird wild. Er will, dass wir es WILD treiben“

Einer der Angeklagten, der sich selbst als Anführer der „Oath Keepers“ in Florida bezeichnet, schrieb den Ermittlern zufolge Ende Dezember in einer Nachricht auf Facebook: „Trump hat gesagt, es wird wild!!!!!!! Er will, dass wir es WILD treiben, das ist, was er sagt. Er hat uns alle zum Kapitol gerufen und will, dass wir es wild treiben!!! Sir, ja, Sir!!!“. Darüber hinaus soll ein weiterer Verdächtiger für sich und andere Mitglieder der rechtsradikalen Gruppierung Schusswaffen und ein Kampftraining organisiert haben.

Drei Mitglieder der „Oath-Keepers“-Bewegung wurden bereits zuvor angeklagt. Die Gesamtzahl der vom US-Justizministerium im Zusammenhang mit der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols am 6. Januar angeklagten Verdächtigen beläuft sich aktuell auf 229. Die „Oath Keepers“ werden wie die „Proud Boys“ und „QAnon“ als rechtsextreme Organisation eingestuft, die die Niederlage des ehemaligen Präsidenten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November 2020 nicht anerkennen.

Erstürmung des US-Kapitols: Impeachement-Prozess gegen Trump scheitert

Rechtsextreme Anhänger Donald Trumps hatten am 6. Januar das US-Kapitol gestürmt. Der damals noch amtierende Präsident hatte seine Anhänger zuvor in einer Rede zum Marsch auf das Kapitol aufgehetzt. Das Ziel war die Verhinderung der am selben Tag stattfindenden Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden. Bei den gewaltsamen Zusammenstößen im und am Kapitol wurden insgesamt fünf Menschen getötet, darunter ein Polizist.

Wegen der Kapitol-Erstürmung wurde gegen Donald Trump erneut ein Impeachment-Prozess initiiert. Allerdings wurde dieser ohne Schuldspruch beendet, da im Senat nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht wurde. Dennoch stimmte im Senat eine Mehrheit von 57 zu 43 Senatoren für eine Verurteilung des ehemaligen Präsidenten wegen „Anstiftung zum Aufruhr“. Trump fühlt sich durch den gescheiterte Impeachment-Prozess bestärkt und macht deutlich, dass er politisch aktiv bleiben wolle. (dpa/afp/at)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare