Erschreckende Szenen

„Küsse“ am Kapitol? Eigener Ex-Stabschef verurteilt Trumps Aussagen als „offensichtlich falsch“

  • vonDana Popp
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Der ehemalige Stabschef von Ex-Präsident Donald Trump wehrte sich am Samstag gegen den jüngsten Versuch seines ehemaligen Chefs, die Geschichte des Sturms auf das Kapitol zu beschönigen.

New York - Donald Trump hat vergangene Woche Teilnehmer des Sturms auf das US-Kapitol verteidigt. Im Sender Fox News erklärte er, seine Anhänger hätten Polizisten „umarmt“ und „geküsst“ und trotz der weit verbreiteten Gewalt „null Bedrohung“ dargestellt. Nun hat sich Trumps ehemaliger Stabschef zu Wort gemeldet. Mick Mulvaney, der nach den erschreckenden Szenen am Kapitol als Trumps Sondergesandter für Nordirland zurücktrat, nannte Trumps Kommentare gegenüber CNN „offensichtlich falsch.“

Mick Mulvaney: „Es ist nicht richtig zu sagen, dass es kein Risiko gab“

„Ich war überrascht von den Äußerungen des Präsidenten. Natürlich waren da auch Leute, die sich gut benommen haben. Aber da waren auch Leute, die sich absolut nicht korrekt verhalten haben. Zu behaupten, dass alles gut gewesen sei, es kein Risiko gegeben habe – das ist offensichtlich falsch. Menschen starben, andere Menschen wurden schwer verletzt“, sagte Mulvaney CNN-Moderatorin Pamela Brown in der Sendung „Newsroom“. „Es ist nicht richtig zu sagen, dass es kein Risiko gab, ich weiß nicht, wie man das sagen kann, wenn Menschen getötet wurden“, fügte er hinzu.

Mulvaney war einer von einer Handvoll hochrangiger Beamter, die im Zuge des Aufstands vom 6. Januar zurückgetreten sind, darunter die ehemalige Verkehrsministerin Elaine Chao und der ehemalige stellvertretende nationale Sicherheitsberater von Trump, Matt Pottinger.

Donald Trump sah „null Bedrohung“ in dem Sturm auf das Kapitol

Trump hatte letzten Donnerstag versucht, Teile der Geschichte des Angriffes auf das Kapitol neu zu schreiben. Er selbst hatte den Aufruhr mit einer aufgeheizten Rede wohl mit ausgelöst. In dieser hatte er immer wieder behauptet, die Wahl 2020 sei ihm gestohlen worden. Für einen Betrug gibt es jedoch bis heute keinerlei Beweise. Trotzdem sprechen Trump und seine konservativen Verbündeten immer noch von einer gestohlenen Wahl.

Donald Trump schilderte die Vorfälle des Sturms auf das Kapitol bei Fox News am Donnerstagabend folgendermaßen: „Es gab keinerlei Bedrohung, gleich von Anfang an, null Bedrohung. Klar, die hätten da nicht hereingehen sollen. Einige von denen sind halt rein und haben die Polizei und das Sicherheitspersonal umarmt und geküsst. Die hatten ein tolles Verhältnis.“

Die Aussagen Trumps hatten für viel Unmut gesorgt. Bei dem Sturm auf das Kapitol waren fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein Polizeibeamter. Zudem wurden mehr als 100 Polizist:innen verletzt. Mulvaney machte jedoch gegenüber CNN klar, dass er immer noch für Trump stimmen würde, wenn dieser erneut kandidieren würde. Er räumte jedoch ein, dass Trump sich bei einer erneuten Kandidatur wahrscheinlich für die Ereignisse des 6. Januar verantworten müsse. (dp)

Rubriklistenbild: © Michael Brochstein/imago

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