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FBI-Razzia: Maulwurf in Trumps engstem Kreis? Vertraute äußern erste Theorien 

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Von: Julia Schöneseiffen

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Bei der Durchsuchung von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago stellte das FBI „streng geheime“ Dokumente sicher. Doch woher hatte die Behörde ihre Informationen?

Washington – Am Montag vor einer Woche (8. August) durchsuchte das FBI Donald Trumps Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida. Anlass war der Verdacht, dass Trump unter anderem gegen das Spionagegesetz verstoßen haben könnte. Das Gesetz enthält strikte Regelungen für die Aufbewahrung von Dokumenten zur nationalen Sicherheit.

Donald Trump: FBI durchsucht sein Anwesen in Florida

Der richterliche Durchsuchungsbeschluss basierte auf einem bislang unter Verschluss gehaltenem Dokument. Trotz mehrfacher Anfrage, unter anderem von der New York Times, will das US-Justizministerium dieses Dokument weiterhin nicht herausgeben. Das berichtet die dpa.

Eine Veröffentlichung würde künftige Ermittlungsschritte und wahrscheinlich die Kooperation von Zeugen beeinträchtigen, berichteten mehrere US-Medien am Montag (15. August) unter Berufung auf ein Schreiben der Strafverfolger, das bei einem Gericht in Südflorida eingereicht worden war. Demnach hat das Justizministerium das Gericht aufgefordert, das Dokument weiter unter Verschluss zu halten.

Durchsuchung von Donald Trumps Anwesen: FBI findet „streng geheime“ Dokumente

Bei der Razzia in Mar-a-Lago hatte das FBI Berichten zufolge „streng geheim“ eingestufte Dokumente gefunden und beschlagnahmt. Einige der Papiere waren auch dahingehend gekennzeichnet, dass sie nur in sicheren Regierungseinrichtungen eingesehen werden dürfen. Laut der Zeitung Washington Post wurden auch Dokumente zu Atomwaffen beschlagnahmt.

Woher das FBI die Informationen bezüglich geheimer Dokumente im Haus des Ex-Präsidenten der USA bekommen hat, ist bislang nicht offiziell bekannt. Es stellt sich die Frage: Gibt es einen Maulwurf in Donald Trumps Umfeld?

Trumps Nichte Mary hat diesbezüglich bereits einen Verdacht geäußert. In einem Radiointerview in der „Dean Obeidallah Show“, erklärte sie, Jared Kushner könne die Person sein, die dem FBI Informationen über die Dokumente gegeben hat. Kushner ist Donald Trumps Schwiegersohn.

Razzia in Trump-Anwesen: Mary Trump äußert Verdacht zu möglichem Informanten

Der Verdacht begründe sich auf der Frage, wer Zugang zu den geheimen Dokumenten hatte. Der ehemalige Stabschef Mark Meadows sei daher nicht verdächtig, so Mary Trump. Bei Jared Kushner hingegen müsse man sich „sehr genau ansehen, warum er zwei Milliarden Dollar bekommen hat“. Dieses Geld war nach Angaben des Portals Business Insider eine Investition aus einem öffentlichen saudi-arabischen Fonds in Kushners Private-Equity-Firma. Weiter erklärte Mary Trump: „Wir müssen uns sehr genau ansehen, warum er seit so vielen Monaten so ruhig ist.“

Jared Kushner Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump
Donald Trumps Nichte und sein ehemaliger Anwalt verdächtigen Jared Kushner Informationen an das FBI gegeben zu haben. (Archivbild) © Evan Vucci/AP/dpa

„Und wir müssen darüber nachdenken, wer ebenfalls darin verwickelt sein könnte, der ein so großes Spiel braucht, wie Donald auszuliefern, um aus den Schwierigkeiten herauszukommen oder zumindest die Schwierigkeiten zu mildern, in denen er steckt“, fuhr sie fort. „Es klingt wie jemand in Jareds Position. Ich sage nicht, dass es Jared ist, aber es könnte sein.“

Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen verdächtigt ebenfalls Jared Kushner

Auch Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen hat Kushner im Verdacht. So sagte er gegenüber Business Insider: „Es ist definitiv ein Mitglied seines inneren Kreises.“ Er wäre „nicht überrascht herauszufinden, dass es Jared oder eines seiner Kinder ist. Wer sonst würde von der Existenz eines Safes und dem spezifischen Inhalt wissen, der darin aufbewahrt wird?"

Bei den Ermittlungen des FBI geht es um Dokumente, die Trump nach Ende seiner Amtszeit im Januar 2021 aus dem Weißen Haus nach Mar-a-Lago mitgenommen hatte. US-Präsidenten sind dazu verpflichtet, mit ihrem Ausscheiden aus dem Amt sämtliche offizielle Dokumente, darunter E-Mails und Briefe, an das Nationalarchiv zu übergeben. Trump hat die Durchsuchung seines Anwesens als politisch motiviert bezeichnet. Er unterstellt den Demokraten von Präsident Joe Biden, die Justiz zu instrumentalisieren, um ihn an einer möglichen erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024 zu hindern. (jsch mit Material von dpa und AFP)

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