Kurz vor den Präsidentschaftswahlen

Friedensnobelpreis für Donald Trump: Erneut nominiert - Begründung hat es in sich - ebenso der Obama-Seitenhieb

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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Aktuell scheint Donald Trump im Zweikampf um das Weiße Haus gegenüber Herausforderer Joe Biden der Außenseiter zu sein. Vielleicht verhilft ihm ein Norweger nun zu einer Aufholjagd.

  • Donald Trump will mit aller Macht am 3. November als US-Präsident bestätigt werden.
  • Dafür benötigt der Republikaner jedoch im Duell mit Joe Biden* dringend positive Nachrichten im Corona-geplagten Land.
  • Ein norwegischer Politiker erhebt für den streitbaren Staatschef nun einen hohen Schild und fordert einen prestigeträchtigen Preis.

Oslo/München - Am liebsten kommuniziert Donald Trump* über Twitter. Da muss der US-Präsident keine Widerworte der in seinen Augen schlichtweg lästigen Journalisten befürchten. Oder gar krachende Konter von politischen Kontrahenten. Falls es die doch geben sollte, kann der 74-Jährige sie schließlich einfach ignorieren. Die überwiegende Mehrheit seiner 85,8 Millionen Follower würde sich daran wohl kaum stören.

Also: Twitter. Täglich mehrmals, manchmal im Minutentakt meldet sich Trump auf seinem Kanal zu Wort. Oder retweetet Meldungen, die ihn im besten Licht erstrahlen lassen. Auf diesem Weg machte er auch aufmerksam auf eine Meldung des ihm freundlich gesinnten Senders „FOX News“, die dem 74-Jährigen den dringend benötigten Aufschwung verschaffen könnte. Im sich anbahnenden Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Präsidentschaftswahl am 3. November*.

Trump und der Friedensnobelpreis: Norwegischer Politiker unternimmt erneuten Versuch

Denn Christian Tybring-Gjedde hat es wieder getan. Wie vor drei Jahren - damals gemeinsam mit seinem Parteikollegen Per-Willy Amundsen - nominierte der Politiker der rechtspopulistischen norwegischen Fortschrittspartei (im Original: Fremskrittspartiet) den mächtigsten Mann der Welt für den Friedensnobelpreis. Waren es 2018 noch Trumps Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und die Abrüstungsbestrebungen des Republikaners auf der Koreahalbinsel, die die beiden Skandinavier zu diesem viel beachteten und kritisierten Schritt bewogen, bemüht Tybring-Gjedde diesmal auch den Blick in den Nahen und Mittleren Osten.

Trump habe eine entscheidende Rolle beim Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten gespielt. „Wenn andere Nationen im Mittleren Osten wie zu erwarten dem Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate folgen werden, könnte diese Vereinbarung eine Wende sein, die den Mittleren Osten in eine Region der Kooperation und des Wohlstands verwandelt“, erklärte Tybring-Gjedde seine Wahl bei „FOX News“.

Zweiter Versuch: Der norwegische Politiker Christian Tybring-Gjedde nominiert Donald Trump erneut für den Friedensnobelpreis.

Trump und der Friedensnobelpreis: „Mehr für Frieden getan als viele andere Preisträger“

Weiter betonte das ehemalige Mitglied der norwegischen NATO-Delegation in Brüssel: „Ich denke, er hat mehr getan, um Frieden zwischen Ländern herzustellen als viele andere Friedensnobelpreisträger.“ Zu denen mit Theodore Roosevelt, Woodrow Wilson, Jimmy Carter und Barack Obama bislang vier US-Präsidenten zählen. Mindestens über seinem direkten Vorgänger sei Trump einzuordnen, denn: „Er hat eine 39 Jahre anhaltende Serie von US-Präsidenten beendet, die entweder einen Krieg begonnen oder die USA in einen bewaffneten internationalen Konflikt geführt haben.“

Damit aber noch nicht genug. Trump habe vielmehr positive Entwicklungen in der Welt angestoßen - nicht nur in Israel. Tybring-Gjedde nennt den Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan oder jenen zwischen Nord- und Südkorea. Klingt beinahe so, als säße im norwegischen Parlament ein großer Fan des Staatschefs aus dem Oval Office. Doch weit gefehlt, wie Tybring-Gjedde bei „FOX News“ klarstellen will: „Ich bin kein großer Trump-Anhänger. Das Komitee sollte auf die Fakten schauen und ihn danach beurteilen - nicht danach, wie er sich manchmal verhält.“

Bald auch Friedensnobelpreisträger? Donald Trump ist zumindest zum zweiten Mal nominiert.

Trump und der Friedensnobelpreis: „Barack Obama hat gar nichts getan“

Eigentlich könne es doch keine Zweifel geben: „Die Friedensnobelpreisträger der vergangenen Jahre haben deutlich weniger getan als Donald Trump. Beispielsweise hat Barack Obama gar nichts getan.“ Sätze, die Musik in Trumps Ohren sein dürften.

Dabei kommen sie im Grunde deutlich zu spät. Denn die Nominierungsphase für den Friedensnobelpreis 2020 ist bereits im Februar abgelaufen. Entsprechend geht es in Trumps Fall um die Vergabe im kommenden Jahr. Der Nachfolger des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed, dem 2019 die Ehre zuteil wurde, wird jedoch bereits in diesem Oktober bekannt gegeben. Es hätte quasi die perfekte Steilvorlage für die finalen Wochen vor der Wahl werden können. Immerhin kann sich Trump damit trösten, dass auch sein Herausforderer Joe Biden nicht zu den 317 Kandidaten für den Preis zählt. (mg) *merkur.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

Zudem enthüllen Audio-Mitschnitte, dass der US-Präsident die Corona-Gefahr wissentlich heruntergespielt hat und - trotz merkwürdiger Details - eine enge Freundschaft zu Kim Jong Un pflegt. Ein weiteres Enthüllungsbuch beschäftigt sich mit seiner Beziehung - und einer Aussage Trumps über seine Frau Melania.

Rubriklistenbild: © Mandel Ngan/afp

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