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Donald Trump am Montag bei einem Sport-Event

Zeitpläne aus dem Weißen Haus

Internes Papier enthüllt: Donald Trump kommt jetzt später zur Arbeit - aus einem bizarren Grund

In den USA sind Informationen durchgesickert, die Präsident Donald Trump als mäßig motivierten Arbeiter dastehen lassen. Das Weiße Haus dementiert die News im Kern nicht.

Washington - „Erfolg kommt durch harte Arbeit, Fokussierung und Glück“ - diesen kleinen Aphorismus hat Donald Trump vor seiner Zeit als US-Präsident auf Twitter gepostet. Nun, drei Jahre später, sind allerdings Dokumente ans Licht gekommen, die es so aussehen lassen, als vernachlässige Trump mindestens zwei dieser drei Erfolgsfaktoren in seinem verantwortungsvollen politischen Amt zuletzt etwas - und zwar ausgerechnet „harte Arbeit“ und „Fokussierung“.

Interne Arbeitspläne: Späterer Start, weniger Treffen

Nach US-Medienberichten hat Trump seine Arbeitstage verkürzt - weil ihm der vorherige, längere Arbeitsplan nicht zugesagt habe. Er komme jetzt viel später ins Oval Office als zu Beginn seiner Amtszeit vor knapp einem Jahr und halte weniger Treffen ab, schreibt die Nachrichten-Webseite Axios. Sie berief sich dabei auf interne Arbeitspläne des Weißen Hauses, die detaillierter seien als das, was den Medien zugeleitet werde, sowie auf Angaben von Regierungsbeamten.

Demnach beansprucht Trump von 8 Uhr morgens bis 11 Uhr „Executive Time“, was sich ungefähr mit „Zeit für Geschäftsführung“ übersetzen lässt. Dem Arbeitsplan zufolge verbringe er diese Spanne im Oval Office. Aber in Wirklichkeit halte er sich stattdessen fast immer im Wohnteil des Weißen Hauses auf, um zu twittern und Nachrichtensendungen im Kabelfernsehen anzuschauen. In der Regel erscheine Trump danach zum ersten Arbeitstreffen in seinem Büro.

Auch während der Arbeitszeit wird offenbar ferngesehen

Besonders drastisch scheint ein konkretes Beispiel. So sehen die Pläne des Weißen Hauses für den Donnerstag dieser Woche laut Axios für Trump Folgendes vor: „Policy Time“, „Strategie-Zeit“, um 11 Uhr, „Executive Time“ ab 12 Uhr, anschließend Mittagessen - und danach wiederum „Executive Time“ ab 13.30 Uhr. Auch am Dienstag (9.01.) ende der Arbeitstag offiziell schon um 16.15 Uhr.

Insgesamt seien Trumps offizielle Arbeitstage relativ kurz: Etwa um 18 Uhr abends gehe es zurück in die Wohnetage. Davor habe Trump meistens ein bis zwei Treffen absolviert, aber verbringe auch einen guten Teil der Zeit mit Telefonaten und wiederum Fernsehen.

Mitarbeiter Trumps erklärten zwar auch, der US-Präsident tue „immer etwas“ und sei ein Quell der Aktivität. Allerdings gestalte er seine Zeit im Wohnbereich des Hauses „unstrukturiert“ und „undiszipliniert“. Er fahre den gleichen „lockeren, improvisierten“ Stil wie zuvor im eigenen Unternehmen.

Sprecherin nennt Trump „harten Arbeiter“ - dementiert Zeitplan aber nicht

Andere Präsidenten hatten sich selbst wesentlich härtere Zeitpläne auferlegt. So hatte Trumps Vorvorgänger George W. Bush das Oval Office in der Regel spätestens um 6.45 Uhr aufgesucht, Vorgänger Barack Obama zwischen 9 und 10 Uhr, nach seinem üblichen morgendlichen Fitnesstraining.

Bemerkenswert fiel auch die Antwort des Weißen Hauses auf den Artikel aus. Sprecherin Sarah Sanders nannte Trump in einer Reaktion „einen der härtesten Arbeiter, die ich jemals gesehen habe“. Trump habe meistens lange Tage, jede Woche und das ganze Jahr lang. Journalisten hätten wiederholt zu erkennen gegeben, so Sanders, „dass sie sich wünschten, der Präsident würde sein Tempo verlangsamen - weil sie manchmal Mühe haben, mit ihm mitzuhalten“. Den durchgesickerten Zeitplan dementierte sie allerdings nicht.

„Nette Arbeitsethik“

Für Trump ist es nicht die erste Negativ-Publicity in Bezug auf seine Arbeitshaltung. So war der US-Präsident bereits im November aufgrund seiner häufigen Urlaubsreisen in die Kritik geraten. Acht Trips in zehn Monaten zählten Kritiker damals. Über Weihnachten folgte der nächste Affront: Trump ließ sich laut CNN beim Golfspielen von einem großen, weißen Truck von neugierigen Blick abschirmen - angeblich handelte es sich um Trumps 87. Golfpartie seit Mitte Januar 2017.

Bemerkenswert sind diese Gewohnheiten nicht zuletzt, weil auch sie nicht so recht zu Trumps früheren Tweets passen wollen. Trump hatte seinen Vorgänger Barack Obama als „notorischen Urlauber“ verunglimpft - und im Wahlkampf behauptet, er selbst werde als US-Präsident keine Zeit zum Golfspiel haben.

Video: Fire & Fury: Das Trump-Buch

Lesen Sie auch: Trumps nächster Affront: Millionenschwerer Urlaub - auf Staatskosten

fn/dpa/Video: Glomex

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