Kim Kardashian kann nicht helfen

Kurz vor Amtsübergabe: Trump reagiert mit Hinrichtungs-Serie - und bricht sogar mit 130-jähriger Tradition

  • Philipp Fischer
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In den letzten Tag der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump mehren sich die Hinrichtungen. Mehrere Prominente haben sich für den Stopp einer Hinrichtung eingesetzt - ohne Erfolg.

  • Hinrichtungen auf Bundesebene wurden im Juli 2019 wieder eingeführt.
  • Seitdem wurden auf US-amerikanischer Bundesebene 10 Menschen hingerichtet.
  • Gegen ein Todesurteil vom Donnerstag werden prominente Stimmen laut.

Washington D. C. - Donald Trump ist als glühender Verfechter der Todesstrafe bekannt. Bis zur Amtsübernahme seines Nachfolgers Joe Bidens will deshalb die Trump-Administration nach Angaben des Death Penalty Information Centers noch drei weitere Todesurteile vollstrecken, wie fr.de* berichtet. Der Fall von Brandon Bernard zeigt, wie konsequent die Todesurteile umgesetzt werden.

Donald Trump führte Todesurteile auf Bundeseben wieder ein

Seit 2003 war die Vollstreckung von Todesurteilen auf Bundesebene ausgesetzt. Vergangenes Jahr kündigte US-Justizminister William Barr die Wiederaufnahme von Hinrichtungen auf Bundesebene an. Nach langem juristischen Ringen wurde im Juli 2019 erstmals wieder ein Todesurteil auf dieser Basis vollstreckt. Seitdem sind 10 Menschen auf Bundesebene hingerichtet worden.

In den letzten Tagen hat der Fall von Brandon Bernard besondere mediale Aufmerksamkeit bekommen. Prominente wie die US-amerikanische Influencerin Kim Kardashian, die sich bereits in der Vergangenheit für zum Tode verurteilte stark gemacht hat, haben sich vehement gegen die Hinrichtung des 40-Jährigen eingesetzt. Unter anderem eine halbe Millionen Menschen haben eine Petition unterzeichnet mit der Bitte die Hinrichtung von Bernard auszusetzen. Kardashian und die Unterstützer argumentierten unter anderem, dass Bernard zum Tatzeitpunkt noch zu jung und sein Gehrin noch nicht richtig entwickelt gewesen sei.

Trumps Hinrichtungs-Serie: Kim Kardashian kann Brandon Bernard nicht mehr helfen

Bernard wurde im Alter von 18 Jahren im Jahr 1999 im Bundesstaat Texas wegen der Beteiligung an einem Doppelmord zum Tode verurteilt. Sein Anwalt Robert C. Owen erklärte, dass Bernard „im Alter von 18 Jahren einen schrecklichen Fehler“ gemacht habe. Seitdem habe er aber „niemals aufgehört, Scham und tiefe Reue für seine Taten zu empfinden“. Doch all die Bitten und Appelle konnten letztendlich nicht verhindern, dass Bernard am Donnerstag in einer Haftanstalt in Terre Haute im Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze hingerichtet worden ist.

Die Trump Administration forciert die Hinrichtung von Todeskandidaten auf Bundesebene, da abzusehen ist, dass die kommende Regierung unter Joe Biden die Hinrichtungen aussetzen und in lebenslange Haftstrafen umwandeln wird. Bei den restlichen Hinrichtungen handelt es sich um fast ausschließlich schwarze Männer. Lisa Montgomery ist die einzige Frau, die derzeit auf die Vollstreckung Ihres Todesurteils wartet. Sollte Montgomery wie geplant am 12. Januar 2021 hingerichtet werden, wäre sie die erste Frau, die seit knapp 70 Jahren auf Bundesebene exekutiert wird.

Sollten alle noch ausstehenden Todesurteile vollstreckt werden, wären damit unter Donald Trump mehr Menschen hingerichtet worden als unter allen anderen US-Präsidenten. Zudem bricht Trump mit der 130-jährigen Tradition, dass während der Übergangsphase von einer Administration zur nächsten keine neuen Todesurteile vollstreckt werden. Am 20. Januar geht die Übergangsphase zu Ende. Dann wird Joe Biden die Regierungsgeschäfte übernehmen. *fr.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky/dpa

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