Donald Trump vor blauem Vorhang
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Donald Trump steht im Fokus der Staatsanwaltschaft (Archivbild)

„Das Schweigen brechen“

Donald Trump: Insiderin will mit Behörden kooperieren - Finanzgeschäfte des Ex-Präsidenten im Fokus

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Donald Trump verdiente sein Geld vor seiner Amtszeit als Präsident mit Immobilien- und Finanzgeschäften. Seine Steuererklärung bleibt weiterhin unter Verschluss, jetzt will eine Vertraute auspacken

New York - Donald Trump war schon vor seiner Zeit im Weißen Haus ein „A-lister“. Zu Bekanntheit kam er durch seine TV-Show „The Apprentice“, Bestseller-Büchern und Auftritten in Talkshows. Der Immobilienmogul aus New York präsentierte sich als erfolgreicher Geschäftsmann, millionenschwer und mächtig. Mit dem protzigen „Trump Tower“ in Manhattan versuchte er diesen Status zu zementieren, doch nach seiner Wahlschlappe bekam die Fassade Risse.

Am 6. Januar stürmte ein wütender Mob, von einer Rede Trumps angestachelt, das Kapitol in Washington. Fünf Menschen kamen bei der Gewaltexplosion ums Leben, selbst Parteifreunde wie Mitch McConnell gaben Trump für die Geschehnisse die Schuld. Präsident Trump überstand zwar das Amtsenthebungsverfahren, der Geschäftsmann Trump leidet bis heute an den Folgen. Viele Partner und Verbündete wandten sich von ihm ab.

Donald Trump: Insiderin will über Ex-Präsidenten auspacken

Wie der Business Insider schreibt, wendet sich Jennifer Weisselberg gegen den Ex-Präsidenten. Die frühere Schwiegertochter des Trump-Buchhalters Allen Weisselberg will „ihr Schweigen brechen“, lässt ihr Anwalt verlautbaren. Gegen die Familie ihres Ex-Mannes werde ermittelt, teilt der Anwalt dem Business Insider mit. Dies betreffe auch die „mächtigen Interessen“, die der Buchhalter vertrete. Allen Weisselberg ist seit 1973 Donald Trumps Finanzberater. Auch seine Söhne Jack und Barry sind in der Familienkanzlei tätig. Nun könnten die Aussagen der Ex-Frau von Barry die Buchhalter und letztendlich auch Ex-Präsident Trump in Schwierigkeiten bringen.

Wie The New Yorker schreibt, sollen vor allem Trumps Immobiliengeschäfte für die Ermittlungsbehörden von Interesse sein. So ermittle der Staatsanwalt in Manhattan, Cyrus Vance, gegen den Immobilienmogul und seine Trump Organization. Wie das Blatt schreibt, stehen Steuer-, Bank- und Versicherungsbetrugsvorwürfe im Raum.

Mary Trump: „Allen Weisselberg weiß, wo die Leichen im Keller liegen“

Jennifer Weisselberg reagiert mit ihrer Ankündigung auf einen Bericht der Zeitschrift The New Yorker. In dem Artikel stellte sich Trumps ehemaliger Vertrauter und Anwalt, Michael Cohen, gegen den Ex-Präsidenten. Cohen kooperiere mit dem Staatsanwalt in Manhattan, um die Finanzgeschäfte Trumps aufzuklären, heißt es in der Zeitschrift. Dabei gerät wohl Trumps Finanzexperte und Buchhalter Allen Weisselberg in den Fokus. Der 72-Jährige solle kurz davor stehen, sich gegen Donald Trump zu wenden. „Er lässt seine Söhne nicht ins Gefängnis gehen“, ist sich Michael Cohen sicher. Barry und Jack Weisselberg seien eng mit Trumps Firmen verflochten, schreibt The New Yorker. Bevor Allen Weisselberg und seine Söhne belangt würden, werde er bei Ermittlungen gegen Donald Trump kooperieren, merkt der ehemalige Trump-Vertraute Cohen an.

Dass die Aussagen Weisselbergs Gewicht haben könnten, zeigt eine Bemerkung Mary Trumps, die Nichte des US-Präsidenten. „Allen Weisselberg weiß, wo die Leichen im Keller liegen“, zitiert sie The New Yorker. Und dieses Wissen könnte für den 72-jährigen Buchhalter wohl gefährlich werden. „Ich glaube nicht, dass er seinen Ruhestand im Gefängnis verbringen will“, schätzt Cohen. Für Trump hätte juristisches Ungemach weitreichende Folgen, da dem Ex-Präsidenten Ambitionen für die Wahl 2024 nachgesagt werden. Noch nie war ein US-amerikanischer Präsident wegen eines Verbrechens verurteilt worden. (jjf)

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