US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden spricht mit der Presse.
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Fährt schärfere Geschütze auf: Joe Biden ist endgültig im Wahlkampf mit Donald Trump angekommen.

Endspurt im Wahlkampf nimmt Fahrt auf

Vor TV-Duell: Biden vergleicht Trump in Interview mit Hitler-Vertrautem Goebbels

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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Die US-Präsidentschaftswahl steht vor der Tür. Vorher treffen sich Donald Trump und Joe Biden noch zu verschiedenen TV-Debatten. Derweil greift der Herausforderer zu einem Vergleich mit der Nazi-Zeit.

  • Am 3. November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt.
  • Vor dem ersten TV-Duell vergleicht Herausforderer Joe Biden den Amtsinhaber Donald Trump mit einem engen Vertrauten von Adolf Hitler.
  • Zugleich macht er sich auf persönliche Angriffe gefasst.

Washington/München - In den finalen Wochen vor der US-Wahl am 3. November* fahren die Bewerber* der beiden großen Parteien heftigere Geschütze auf. Von Amtsinhaber Donald Trump ist das die Welt seit Monaten gewohnt, der Republikaner greift seine Kontrahenten zuweilen auch persönlich an.

Doch nun schickte Joe Biden einen Giftpfeil in Richtung Weißes Haus, der seinen Widersacher durchaus hart treffen könnte. In einem Interview mit dem Sender „MSNBC“ zog der ehemalige Vize-Präsident einen Vergleich zwischen dem mächtigsten Mann der Welt und dem Propaganda-Minister der NSDAP unter Adolf Hitler. „Er ist so ein bisschen so wie Goebbels. Wenn man eine Lüge lang genug ausbreitet und sie wiederholt und wiederholt und wiederholt, gilt sie als Allgemeinwissen“, sagte der Demokrat.

US-Wahl: Biden zitiert vermeintliches Goebbels-Zitat gegen Trump

Tatsächlich wird Joseph Goebbels ein ähnliches Zitat zugeschrieben. „Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben“, soll Hitlers Vertrauter propagiert haben. Dieser Satz wurde erst am Samstag Tausende Kilometer entfernt bei einer Demo in London von Gegnern der Anti-Corona-Maßnahmen Großbritanniens missbraucht.

Trump wird nicht erst seinem Einstieg in die Politik nachgesagt, dass er sich die Wahrheit gern zurechtbiegt. So wirft er den Medien oftmals vor, nur Fake News über seine Person zu verbreiten, dichtet europäischen Nationen im Vergleich mit den USA ungleich größere Probleme mit der Corona-Pandemie* an und wiederholt bei nahezu jedem Wahlkampf-Auftritt die Mär, durch die Möglichkeit der Briefwahl würden Manipulationen erleichtert werden.

Eine der führenden Figuren der Nazi-Zeit in Deutschland: Joseph Goebbels war unter Adolf Hitler der Propagandaminister und rief zum „totalen Krieg“ auf.

US-Wahl: Biden befürchtet „direkten Angriff“ von Trump im TV-Duell

Darauf spielte wohl auch Biden in dem Interview unter anderem an. Der 77-Jährige, der auch vom Ex seiner jetzigen Frau Jill* der Lüge bezichtigt wird, stellt sich eigenen Angaben zufolge im anstehenden ersten TV-Duell mit Trump auf „persönliche Angriffe und Lügen“ ein. „Es wird schwierig werden“, räumte Biden ein. „Meine Vermutung ist, dass es ein einziger direkter Angriff wird.“ Er rechne dabei vor allem mit persönlichen Attacken: „Das ist das einzige, was er kann.“

„Er weiß nicht, wie man über Fakten diskutiert. So schlau ist er nicht“, fügte Biden hinzu. „Er weiß nicht viel über Außenpolitik, er weiß nicht viel über Innenpolitik. Er weiß nicht viel über die Details.“ Daher „werden es hauptsächlich persönliche Angriffe und Lügen sein“, sagte er über seine Erwartungen an Trumps Auftreten.

US-Wahl: Erste TV-Debatte findet in Cleveland statt

Die erste TV-Debatte zwischen Trump und Biden* findet am Dienstag in Cleveland im Bundesstaat Ohio statt. Bis zur Präsidentschaftswahl wird es noch zwei weitere Fernsehduelle geben. Die Fernsehdebatten zwischen den Präsidentschaftskandidaten sind in den USA traditionell Höhepunkte des Wahlkampfes und werden mit größter Spannung erwartet.

Einige Unterstützer Bidens befürchten, dass der frühere Vize-Präsident, der in den landesweiten Umfragen bisher vorne liegt, sich im direkten Schlagabtausch von dem deutlich aggressiveren Trump ausstechen lassen könnte.

Biden ist nach eigener Aussage aber darauf vorbereitet. „Die Leute wissen, dass der Präsident ein Lügner ist“, sagte der 77-Jährige in dem Fernsehinterview. Dies werde in dem TV-Duell also nicht für Überraschungen sorgen. Biden kündigte an, trotz der Attacken seine Argumente vorzubringen, warum Trump „gescheitert“ sei und warum er die besseren Antworten für die Wähler habe. (mg/afp) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Trump will bislang nicht garantieren, dass er im Falle einer Wahlniederlage die Macht friedlich an Biden übergeben werde.

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